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David Hasselhoff

US-amerikanischer Sänger und Schauspieler

LebenBearbeiten

SchauspielkarriereBearbeiten

 
Hasselhoff (1986)

Erste schauspielerische Erfolge hatte Hasselhoff von 1975 bis 1982 in der US-amerikanischen Seifenoper The Young and the Restless, in der Rolle des jugendlichen Verführers Dr. Snapper Foster. Die Serie wurde in Deutschland unter dem Namen Schatten der Leidenschaft auf Sat.1 ausgestrahlt. Promotion-Fotos in Lederjacke und schwarzer Badehose begründeten seinen Ruf als männliches Sexsymbol. 1979 trat er als Prinz Simon in einer italienischen Star-Wars-Kopie namens Star Crash – Sterne im Duell (Scontri stellari oltre la terza dimensione) auf.

Den weltweiten Durchbruch erreichte Hasselhoff als Michael Knight in Glen A. Larsons Serie Knight Rider (1982–1986). Die Serie erreichte Kultstatus und war in den 1980er Jahren die meistgesehene Fernsehserie. Noch heute wird sie in einigen Ländern ausgestrahlt.

Die 1989 gestartete, 241 Folgen umfassende US-Fernsehserie Baywatch, die in den Vereinigten Staaten nach der ersten Staffel floppte, wurde 1991 von Hasselhoff als ausführendem Produzenten weitergeführt und erreichte weltweite Erfolge. Sie ist die erfolgreichste Fernsehserie der Welt und wurde in 144 Ländern ausgestrahlt. In der Rolle des Rettungsschwimmers Mitch Buchannon ist er der Hauptdarsteller der 2001 beendeten Serie. Von 1995 bis 1997 wurden zusätzlich zwei Staffeln als Spin-off-Serie Baywatch Nights produziert, in denen er als Privatdetektiv tätig ist.[1]

1996 erhielt Hasselhoff einen Stern auf dem Walk of Fame in Hollywood.

Ab dem 16. Juli 2004 spielte Hasselhoff drei Monate die Hauptrolle des Billy Flynn in der Londoner Westend Produktion des Musicals Chicago. Einen großen Traum verwirklichte er sich, als er im Jahr 2000 am Broadway in New York im Musical Jekyll und Hyde die Hauptrolle übernahm. Im Film Voll auf die Nüsse von 2004 hat er einen kurzen Auftritt als Trainer der deutschen Nationalmannschaft. Außerdem hatte er 2004 einen Cameo-Auftritt im Spongebob-Kinofilm.[2] Zwei Jahre später spielte er neben Adam Sandler eine Rolle in der Komödie Klick.

Außerdem hatte Hasselhoff 2008 einen Auftritt im Echtzeitstrategiespiel Command & Conquer: Alarmstufe Rot 3, in dem er gegen Ende der Alliierten-Kampagne zum Präsidenten der USA ernannt wird.

2009 saß Hasselhoff zudem in der Jury der Castingshow America’s Got Talent. Er war dort neben Piers Morgan und Sharon Osbourne ein ständiges Jurymitglied. Im September 2013 nahm er an der Sat.1 Fernsehshow Promi Big Brother teil, verließ die Sendung jedoch bereits nach vier Tagen mit der Begründung, dass sein Vater erkrankt sei.

Hasselhoffs deutsche Synchronstimme war Andreas von der Meden, seit 2012 wird er zunehmend auch von Frank Muth gesprochen.

MusikkarriereBearbeiten

 
Hasselhoff live am NOVA ROCK 2014

Nebenbei widmete sich Hasselhoff seinem Hobby Singen und Tanzen und veröffentlichte zwei in den Vereinigten Staaten wenig erfolgreiche Alben mit Liebesballaden: Night Rocker (1985) und Lovin’ Feelings (1987). Das Titellied der Seifenoper Nadia’s Theme wurde von Hasselhoff für das Album Lovin’ Feelings eingesungen. 1988 sang er in einer Fernsehshow, bei der das Auto aus der Fernsehserie Knight Rider auf der Bühne präsentiert wurde, ein Duett mit dem Schauspieler Harald Juhnke. Die beiden Alben Night Rocker und Lovin’ Feelings wurden 1989 in der Schweiz als ein Album (Knight Lover) wiederveröffentlicht und begründeten Hasselhoffs Erfolg in Österreich. Drei Titel aus dieser Zeit sind in der Knight-Rider-Episode Let it be me / Ich werd’ auf ewig dein Freund sein, in der Hasselhoff gemeinsam mit seiner ersten Frau auftritt, zu hören.

Durch einen Fernsehauftritt wurde die Schwiegermutter des deutschen Produzenten Jack White auf David Hasselhoff aufmerksam und empfahl White eine Zusammenarbeit Hasselhoff. 1989 nahm Hasselhoff mit ihm zusammen das Lied Looking for Freedom auf, das nach einem Auftritt in der Fernsehsendung Wetten, dass..? in Deutschland teilweise über 70.000 mal am Tag verkauft wurde und für acht Wochen den ersten Platz der Hitparade belegte. White und Hasselhoff nahmen daraufhin in Whites Studio in Kitzbühel das gleichnamige Album auf, das 1989 das meistverkaufte Album in Deutschland wurde. Nach dem zunächst auf Österreich beschränkten Erfolg gelang ihm somit auch in Deutschland der Durchbruch als Sänger. Zu Silvester 1989 sang er Looking for Freedom an der Berliner Mauer vor über 500.000 Menschen. Er produzierte in den 1990er Jahren ein Album und mehrere Lieder für Jeremy Jackson.

Hasselhoffs Album The Night before Christmas platzierte sich im Dezember 2005 in den Top 100 der australischen Charts. Die Single Jump in My Car erschien 2006 und stieg in die australischen Top 50 Charts ein, außerdem war sie der höchste Neueinsteiger (Oktober 2006) in den UK-Charts (3. Platz). Jump in My Car sollte den Auftakt zur kommenden Welttournee bilden, deren Start ursprünglich bereits für Februar 2006 in Australien geplant war.

2015 veröffentlichte Hasselhoff mit dem Song True Survivor[3] das Titellied zum Trashfilm Kung Fury, einer Parodie auf Kung-Fu-Filme aus den 1980er Jahren.

Im September 2019 erschien das Album Open Your Eyes, auf dem er Rock-, Pop- und Countryhits coverte. Bei der Aufnahme der dreizehn Songs wurde er unterstützt von James Williamson, Elliot Easton, Steve Stevens, Al Jourgensen, Charlie Daniels und Patrick Moraz.

Insgesamt erhielt Hasselhoff weltweit über 45 Gold- und Platinauszeichnungen.

KultBearbeiten

 
Hasselhoff startet die Gumballrallye 2008

In den 1990er Jahren war Hasselhoff, oft auch nur „The Hoff“ genannt, der Star, der am häufigsten auf dem Cover der Jugendzeitschrift Bravo zu sehen war. Zudem gab es Markenschuhe, die den Namen Hasselhoff trugen.

Laut einer Untersuchung durch den britischen Internetprovider Pipex, der Hasselhoff als Werbeträger verpflichtet hat, wurde keiner so oft im Internet gesucht wie Hasselhoff. „Ich freue mich, ein Hit im Web und Internet-König zu sein“, kommentierte er im Juni 2006. Zudem steht er im Guinness-Buch der Rekorde als „Most watched TV Star in history“ (englisch für „meistgesehener Star der Fernsehgeschichte“) und für den Rekord von 70 m im Reverse Bungeespringen (bei dem man von der Erde in die Luft katapultiert wird).[4]

Hasselhoff machte in den 1990er Jahren Werbung für Hot Wheels und war 2006 Werbegesicht für Pepsi Australia. 2010 war er in einem Werbespot für eine Antiviren-Software zu sehen.[5]

Hasselhoffs Name wird parodiert von den Foo Fighters in Long Road to Ruin. David Grohl spielt im Video den Schauspieler Davy Grolton, welcher als Hansom Davidoff Hauptdarsteller in der Seifenoper Long Road to Ruin ist.

In den USA ist bekannt, dass Hasselhoff in Deutschland zeitweilig erfolgreicher als in seiner Heimat war, was mehrfach karikiert wurde. Anspielungen darauf sind zum Beispiel in den Filmen Voll auf die Nüsse und Eurotrip zu sehen. Für 2019 wurde eine umfangreiche Tour in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit 13 Auftritten bestätigt.[6]

PersönlichesBearbeiten

Die väterlichen Wurzeln des Deutschamerikaners Hasselhoff liegen in Völkersen (rund 30 km südöstlich von Bremen). Meta Hasselhoff, eine Ur-Ur-Großmutter des Künstlers, siedelte 1865 mit ihrer Familie von Bremen nach Baltimore in die Vereinigten Staaten über.[7] Seine anderen Ahnen mütterlicherseits stammten vorwiegend aus England.[8]

Hasselhoff studierte am California Institute of the Arts. Er war von 1984 bis 1989 mit seiner Schauspielkollegin Catherine Hickland verheiratet. 1989 heiratete er die Schauspielkollegin Pamela Bach, mit der er zwei Töchter hat: Taylor-Ann (* 1990) und Hayley-Amber (* 1992). Seit dem 26. Juli 2006 ist die Ehe geschieden. Die Familie wohnte in Los Angeles, Kalifornien. Am 31. Juli 2018 heiratete Hasselhoff die 27 Jahre jüngere walisische Verkäuferin Hayley Roberts, die er sieben Jahre zuvor kennenlernte.[9] Seine im Herbst 2006 veröffentlichte Biographie Making Waves war das zweitmeistverkaufte Buch des Jahres 2006 in Großbritannien. 2007 erschien es auch in den USA.

2007 wurde auf der Internetplattform YouTube ein Video veröffentlicht, in welchem Hasselhoff volltrunken versuchte, einen Cheeseburger zu verspeisen. Das Video wurde von seiner Tochter Taylor-Ann angefertigt und war ausschließlich für den privaten Gebrauch bestimmt. Die Speicherkarte der Kamera wurde jedoch (von einer der Familie bekannten Person) gestohlen und das Video ohne Taylor-Anns Wissen veröffentlicht.[10] Hasselhoff stand zuletzt immer wieder wegen seiner alkoholbedingten Eskapaden in den Schlagzeilen. Er bekennt sich zu seinem Alkoholismus und ließ die Öffentlichkeit wissen, dass er alkoholkrank sei.

Hasselhoff hat eine besondere Beziehung zu Berlin und zum Mauerfall. Am 17. März 2013 nahm er an einer Demonstration gegen den geplanten Teilabriss der ehemaligen Mauer an der East Side Gallery in Berlin teil.[11]

SonstigesBearbeiten

2010 wurde eine Krustentierart, die in der Tiefsee bei Thermalquellen nahe Antarktika entdeckt wurde, von britischen Wissenschaftlern an Bord der RRS James Cook mit dem Spitznamen Hoff Crab (Hoff-Krabbe) bedacht, und zwar wegen der am Bauch (ventral) dichtstehenden Borsten, die die Forscher an die behaarte Brust von Hasselhoff erinnerten.[12]

2017 war Hasselhoff in dem Kurzfilm It’s No Game zu sehen,[13] einem Film, dessen Textpassagen von einer Künstlichen Intelligenz geschrieben wurden. Hasselhoff zitiert hier diverse Textbausteine aus Baywatch und Knight Rider.

Filmografie (Auswahl)Bearbeiten

FernsehserienBearbeiten

SpielfilmeBearbeiten

VideospieleBearbeiten

DiskografieBearbeiten

Studioalben

Jahr Titel Chartplatzierungen[14] Anmerkungen
Deutschland  DE Osterreich  AT Schweiz  CH
1985 Night Rocker
30
(10 Wo.)
1
 Platin

(4½ Mt.)
300!
Erstveröffentlichung: 1985
Verkäufe: + 50.000
1987 Lovin’ Feelings
16
(15 Wo.)
11
 Gold

(2½ Mt.)
300!
Erstveröffentlichung: 18. Oktober 1987
Verkäufe: + 25.000
1989 Looking for Freedom
5
 Platin

(44 Wo.)
5
 Platin

(21 Wo.)
3
 Dreifachplatin

(21 Wo.)
Erstveröffentlichung: 21. Juni 1989
Verkäufe: + 700.000
1990 Crazy for You
7
 Platin

(27 Wo.)
1
 Doppelplatin

(31 Wo.)
1
 Dreifachplatin

(25 Wo.)
Erstveröffentlichung: 6. August 1990
Verkäufe: + 750.000
1991 David
8
 Platin

(24 Wo.)
1
 Doppelplatin

(28 Wo.)
7
 Platin

(19 Wo.)
Erstveröffentlichung: 9. September 1991
Verkäufe: + 650.000
1992 Everybody Sunshine
21
 Gold

(14 Wo.)
16
 Gold

(13 Wo.)
17
 Gold

(9 Wo.)
Erstveröffentlichung: 14. September 1992
Verkäufe: + 300.000
1993 You Are Everything
20
(10 Wo.)
10
 Gold

(17 Wo.)
27
 Gold

(7 Wo.)
Erstveröffentlichung: 22. November 1993
Verkäufe: + 50.000
1994 Du
43
(9 Wo.)
21
(7 Wo.)
41
(6 Wo.)
Erstveröffentlichung: 17. Oktober 1994
1997 Hooked on a Feeling
300! 49
(1 Wo.)
41
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: 10. November 1997
2004 Sings America
27
(3 Wo.)
11
(5 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: 2. Februar 2004
2011 A Real Good Feeling
26
(3 Wo.)
3
(6 Wo.)
53
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1. April 2011
2012 This Time Around
300! 300! 300!
Erstveröffentlichung: 27. Februar 2012
2019 Open Your Eyes
57
(1 Wo.)
24
(3 Wo.)
72
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 27. September 2019

Auszeichnungen (Auszug)Bearbeiten

 
Stern für Hasselhoff auf dem Hollywood Walk of Fame
 
Fuß- und Händeabdruck von Hasselhoff für den Walk of Stars im Wiener Gasometer
  • 1985–2005: 43 Gold- und Platin-Platten
  • 1983: People’s Choice Award als Beliebtester Schauspieler
  • 1986: Bravo Otto Bronze als Bester Fernsehstar männlich
  • 1988: Bravo Otto Gold als Bester Fernsehstar männlich
  • 1989: Bravo Otto Gold als Bester Fernsehstar männlich und Bravo Otto Silber als Bester Sänger männlich
  • 1990: Bravo Otto Gold als Bester Fernsehstar männlich, Bravo Otto Silber als Bester Sänger männlich, Goldener Löwe und Goldene Europa
  • 1991: Bravo Otto Gold als Bester Fernsehstar männlich und Bravo Otto Silber als Bester Sänger männlich
  • 1992: RSH-Gold als Deutschproduktion männlich[15]
  • 1992: Bravo Otto Silber als Bester Sänger männlich und Bravo Otto Bronze als Bester Fernsehstar männlich
  • 1993: Bravo Otto Silber als Bester Sänger männlich und Club Ehren Löwe
  • 1996: Stern auf dem Walk of Fame
  • 2005: Bollywood Movie Award als Internationaler Star des Jahres
  • 2006: VH1 Award zum besten Comeback des Jahres 2006
  • 2010: red! Star-Award für seine Selbstironie
  • 2013: Goldene Himbeere: Nominierung als schlechtester Nebendarsteller in Piranha 2
  • 2016: International Emmy Award für die beste Comedyserie Hoff the Record

DokumentarfilmeBearbeiten

  • Being David Hasselhoff. Regie: Oliver Schwabe, 51 Min., Deutschland 2019.[16][17]

HörbücherBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • David Hasselhoff: Wellengang meines Lebens. Die Autobiografie. (Originalausgabe: Making Waves). Aus dem Englischen von Kirsten Borchardt. Edition Koch, Höfen 2010, ISBN 978-3-7081-0511-6.

WeblinksBearbeiten

  Commons: David Hasselhoff – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hasselhoff: The Night Stalker – Foywonder Salutes Baywatch Nights Season 2. In: dreadcentral.com. Abgerufen am 1. April 2012 (englisch).
  2. Mark Oakley: 10 top comedy cameos: David Hasselhoff – The Spongebob Squarepants Movie: „It’s one of the oddest movie moments you’re likely to see, and a brilliantly realised cameo“. In: DenofGeek.com. Abgerufen am 27. Februar 2011 (englisch).
  3. David Hasselhoff ist wieder da. In: CafeGelb.de.
  4. http://www.guinnessworldrecords.com/world-records/highest-reverse-bungee-jump
  5. David Hasselhoff vs. Ventilator, Dolph Lundgren vs. Einhorn. In: zweinullig.de.
  6. Freedom! The Journey Continues Tour 2019. Abgerufen am 22. Dezember 2018.
  7. Gestatten, David Haselnussstrauch. In: Spiegel Online, 25. Juli 2010.
  8. Ahnentafel für David Hasselhoff. (PDF, 98 KB) In: Abenteuer-Ahnenforschung.de. 26. Juni 2010, archiviert vom Original; abgerufen am 8. Mai 2017.
  9. How DOES a Welsh shopgirl get to marry The Hoff? Abgerufen am 6. August 2018 (englisch).
  10. David Hasselhoff – Autos, Alkohol und Burger In: Focus Online.
  11. David Hasselhoff singt für die Berliner Mauer … diesmal soll sie allerdings stehen bleiben. In: Bild, 17. März 2013. Abgerufen am 20. März 2013.
  12. New crab with hairy chest dubbed „The Hoff“, CBS News vom 5. Januar 2012. Abgerufen 18. Mai 2015.
  13. David Hasselhoff in It’s No Game – künstliche Intelligenz schrieb Film. In: raufgeklickt.de. 5. Mai 2017 (raufgeklickt.de [abgerufen am 5. Mai 2017]).
  14. Chartquellen:
  15. RSH-Gold 1992
  16. Being David Hasselhoff. In: Programm.ARD.de. Abgerufen am 14. August 2019.
  17. Eric Leimann: David Hasselhoff – der Mensch hinter der Trash-Ikone. In: Prisma.de. Abgerufen am 14. August 2019.
  18. Liste der von Hasselhoff gesprochenen Hörbücher in Audible