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Triathlon
SchweizSchweiz 0 Daniela Ryf
Beim Ironman Germany, 2018
Beim Ironman Germany, 2018
Personenbezogene Informationen
Geburtsdatum 29. Mai 1987 (32 Jahre)
Geburtsort Solothurn, Schweiz
Spitzname Stella, Angry Bird
Grösse 175 cm
Gewicht 57 kg
Vereine
Seit 2015 Bahrain Elite Endurance Triathlon Team
Seit 2018 Breitling Triathlon-Kader
Erfolge
2004, 2005 2 × Junioren-Europameisterin
2009, 2010 2 × Weltmeisterin Mixed-Relay
2012, 2013 2 × Schweizermeisterin Triathlon Kurzdistanz
2013, 2014 2 × Siegerin Ironman 70.3 European Championships
2014 Siegerin 5150 European Championships
2014–2019 5 × Siegerin Ironman 70.3 World Championships
2015, 2018 2 × Siegerin Ironman European Championships
2015–2018 4 × Siegerin Ironman Hawaii
Status
aktiv

Daniela Ryf [ˈriːf] (* 29. Mai 1987 in Solothurn) ist eine Schweizer Triathletin und zweifache Olympiateilnehmerin (2008, 2012). Sie ist U-23-Weltmeisterin (2008), Weltmeisterin im Mixed-Relay (2009, 2010) sowie Schweizermeisterin auf der Triathlon-Kurzdistanz (2012, 2013). Ausserdem gewann sie fünfmal die Ironman 70.3 World Championship (Mitteldistanz: 2014, 2015, 2017, 2018, 2019) und ist viermalige Siegerin der Ironman World Championships (Langdistanz: 2015–2018). Ryf wird als Führende in der Bestenliste Schweizer Triathletinnen auf der Ironman-Distanz geführt.

WerdegangBearbeiten

Die aus Solothurn stammende Daniela Ryf nahm 2000 erstmals an einem Schülertriathlon teil. Es folgten drei Schweizer Meistertitel in der Jugendkategorie. Ihren ersten internationalen Erfolg errang sie bei der Europameisterschaft 2003 mit dem Gewinn der Goldmedaille in der Teamwertung.

Junioren-Europameisterin Triathlon 2004Bearbeiten

2004 und 2005 folgten zwei weitere Junioren-Europameistertitel in der Einzelwertung, 2006 kam eine Bronzemedaille in der Teamwertung hinzu. Sie wurde trainiert von Claude Ammann (2000–2008), Darren Smith (2008–09), Chris Lang (2010) und Craig Walton (2011). Ihre Spitznamen sind «Stella» oder «Angry Bird».[1]

Von 2003 bis 2006 wurde Ryf viermal in Folge Schweizermeisterin bei den Juniorinnen. Am 8. Juni 2008 gewann sie in Vancouver den Triathlon-Weltmeistertitel in der Kategorie U-23 und qualifizierte sich damit für die Olympischen Sommerspiele 2008, wo sie den siebten Rang belegte. 2009 gewann sie in Des Moines gemeinsam mit Magali Di Marco Messmer, Ruedi Wild und Lukas Salvisberg die Weltmeisterschaft im Mixed Relay (Teamwertung). Im Jahr darauf in Lausanne verteidigte sie diesen Titel im Schweizer Team zusammen mit Nicola Spirig, Ruedi Wild und Sven Riederer.

Olympische Sommerspiele 2012Bearbeiten

Im Juni 2012 qualifizierte sie sich auch für einen Start bei den Olympischen Spielen 2012 in London, wo sie zusammen mit Nicola Spirig, Sven Riederer und Ruedi Wild für die Schweiz startete und den 40. Rang erreichte.[2] Im September 2012 wurde sie in Murten Schweizermeisterin über die Olympische Triathlon-Distanz.

Daniela Ryf war 2013 Mitglied des Elite B-Kader im Swiss-Triathlon-Team. Im Mai startete sie im österreichischen St. Pölten erstmals auf der Ironman-Halbdistanz und im August gewann sie in Wiesbaden die Ironman 70.3 European Championship.[3]

 
Daniela Ryf nach dem Rennen der World Championship Series in Madrid, 2010

Seit 2014 wird sie vom Australier Brett Sutton (coacht auch Nicola Spirig; «Trainer des Jahres 2017») sowie vom früheren Radrennfahrer Armin Meier betreut.[4] Im Juni 2014 konnte sie in Rapperswil-Jona bei ihrem Sieg beim Ironman 70.3 Switzerland ihre bisherige Bestzeit auf der Mitteldistanz mit 4:00:14 h verbessern und eine neuen Streckenrekord einstellen. Ende Juli gewann sie in Zürich die 5150 European Championship und gleich am Tag darauf bei ihrem ersten Start auf der Langdistanz auch den Ironman Switzerland. Dieser Sieg lieferte ihr die noch fehlenden Punkte im «Kona Pro Ranking System» der WTC für einen Start drei Monate später beim Ironman Hawaii. Im September gewann sie in Kanada die Ironman 70.3 World Championship. Fünf Wochen später belegte sie bei der Ironman World Championship den zweiten Platz.[5] Von den 2014 von der WTC ausgeschütteten Preisgeldern gingen insgesamt 125'000 US-Dollar an Daniela Ryf, mehr als an jede andere Triathletin bei Wettkämpfen des Veranstalters WTC.[6]

Siegerin Ironman Hawaii 2015Bearbeiten

Seit Anfang des Jahres 2015 startet Ryf für das neu gegründete Bahrain Elite Endurance Triathlon Team, das vom Australier Chris McCormack geleitet wird.[7] Im Mai 2015 gewann sie den Ironman 70.3 Mallorca mit neuem Streckenrekord, was ihren sechsten Sieg in Folge bei einem Wettkampf auf dieser Distanz darstellte.
Im Juni gewann sie in Frankfurt bei ihrem vierten Start bei einem Wettkampf über die Ironman-Distanz die Ironman European Championship. Trotz extrem hoher Temperaturen, die für die höchste Abbrecherquote in der Geschichte der Veranstaltung sorgten, unterbot sie mit neuer persönlicher Bestzeit auf dieser Distanz von 8:51:00 h den Streckenrekord. Im August gewann sie im Rahmen des Ironman 70.3 Zell am See-Kaprun die Ironman 70.3 World Championship. Im Oktober gewann sie als erst zweite Schweizerin nach der sechsfachen Siegerin Natascha Badmann den Ironman Hawaii. Als erst zweite Frau nach Leanda Cave (2012) entschied sie damit innerhalb eines Kalenderjahres sowohl die Ironman 70.3 World Championship wie auch die Ironman World Championship für sich.
Mit ihrem Sieg auf der Mitteldistanz in Bahrain im Dezember 2015 gewann sie die Gesamtwertung der «Triple Crown Series» aus dem Challenge Dubai, der Ironman 70.3 World Championship und dem Ironman 70.3 Bahrain und damit das bis dahin höchste Preisgeld in der Geschichte des Triathlon in Höhe von 1 Million US-Dollar.[8]

 
Daniela Ryf bei der Challenge Roth, 2016

Siegerin Challenge Roth und Ironman Hawaii 2016Bearbeiten

Im Juni 2016 gewann sie zum dritten Mal in Folge den Ironman 70.3 Switzerland. Im Juli erzielte sie bei der Challenge Roth mit ihrer Siegerzeit von 8:22:04 h persönliche Bestzeit und die drittschnellste je von einer Frau auf der Langdistanz erzielte Zeit. Eine Woche später startete sie bei der nächsten Langdistanz und gewann den 20. Ironman Switzerland mit neuem Streckenrekord auf der neuen Streckenführung. Im Oktober verbesserte sie beim Ironman Hawaii den Streckenrekord um mehr als fünf Minuten und verteidigte ihren Titel bei der Ironman World Championship erfolgreich.[9]

Siegerin Ironman Hawaii und Ironman 70.3 World Championship 2017Bearbeiten

Im Juli 2017 verteidigte sie ihren Erfolg beim Challenge Roth. Im September holte sie sich als erste Athletin zum dritten Mal nach 2014 und 2015 den Titel bei den Ironman 70.3 World Championships. Im Oktober gewann sie zum dritten Mal in Folge den Ironman Hawaii. Nachdem sie nach dem Schwimmen noch mit 4:23 min Rückstand auf dem achten Rang gelegen hatte, setzte sie sich mit dem Rad in Führung und gab diese auch auf der Marathondistanz nicht mehr ab.[10] Daniela Ryf war die bestverdienende Athletin in der Saison 2017.[11]

Die 30-Jährige wurde im Mai 2018 zusammen mit Jan Frodeno und Chris McCormack Mitglied der neuen Triathlon-Mannschaft von Breitling.[12]
Im Juli gewann sie zum zweiten Mal nach 2015 beim Ironman Germany die Ironman European Championships mit neuem Streckenrekord (8:38:44 h) und erreichte das Ziel als Siebte in der Gesamtwertung.[13]

Vierter Sieg beim Ironman Hawaii 2018Bearbeiten

Im Oktober gewann die damals 31-Jährige zum vierten Mal in Folge den Ironman Hawaii.[14] Daniela Ryf kam mehr als neun Minuten nach der führenden Lucy Charles aus dem Wasser, überholte die Britin aber noch gegen Ende der Radstrecke. Sie stellte mit der neuen Bestzeit auf der Ironman-Distanz von 8:26:16 h einen neuen Streckenrekord bei den Frauen auf Hawaii ein und unterbot ihren bisherigen Rekord aus dem Jahr 2016 um mehr als 20 Minuten. Daniela Ryf war mit 201'000 US-Dollar die Führende im Preisgeld-Ranking der Saison 2018 (Stand: 20. Oktober).[15]

Mit dem Ironman Texas konnte Ryf im April 2019 ihr 13. Rennen auf der Ironman-Distanz gewinnen. Mit Ausnahme des zweiten Ranges bei ihrem Hawaii-Debüt 2014 hatte Ryf bis zum Oktober 2019 jedes Rennen, bei welchem sie über die Ironman-Distanz ins Ziel kam, auch gewonnen.[16] Im Oktober platzierte sich die als Favoritin gestartete 32-jährige Solothurnerin beim Ironman Hawaii auf dem 13. Rang.[17]

Daniela Ryf wohnt in Feldbrunnen-St. Niklaus. Während der Saison trainiert und lebt sie in St. Moritz.[18]

Sportliche ErfolgeBearbeiten

(DNF – Did Not Finish)

AuszeichnungenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Daniela Ryf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. The New Chrissie (9. Mai 2015)
  2. 7 weitere Athleten für London selektioniert (Memento vom 17. Juni 2012 im Internet Archive) (15. Juni 2012)
  3. Daniela Ryf mit EM-Gold (11. August 2013)
  4. Daniela Ryf: Im Training musst du dran bleiben, sonst ist man weg (7. Februar 2017)
  5. Daniela Ryf nur von Titelverteidigerin Carfrae besiegt (12. Oktober 2014)
  6. IRONMAN-Preisgeldkönige aus dem Jahr 2014 (3. Februar 2015)
  7. Bahrain Elite Endurance Triathlon Team
  8. Ironman 70.3 Bahrain: Ryf ist jetzt Triathlon-Millionärin
  9. Daniela Ryf: Auf den letzten zwei Kilometern bin ich gesprintet (8. Oktober 2016)
  10. Daniela Ryf gewinnt die Ironman-WM erneut (15. Oktober 2017)
  11. Ryf und Mola Triathlon Preisgeldkönige 2017 (24. Oktober 2017)
  12. Die Breitling Triathlon Squad (15. Mai 2018)
  13. Nur sechs Männer schneller als Daniela Ryf (9. Juli 2018)
  14. Ironman Hawaii mit Rekorden – Daniela Ryf holt sich vierten WM-Titel (14. Oktober 2018)
  15. Preisgeld-Ranking – DANIELA RYF SPITZENVERDIENERIN IM TRIATHLON 20. Oktober 2018@1@2Vorlage:Toter Link/tri-mag.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  16. DANIELA RYF ERDAUERT SICH DEN SIEG AM IRONMAN TEXAS (28. April 2019)
  17. Ironman Hawaii: Daniela Ryf ist so schlecht wie noch nie – aber nicht zu Tode betrübt (14. Oktober 2019)
  18. Emil Bischofberger: «Es gibt die Momente, in denen ich fliege.» Interview in: SonntagsZeitung vom 28. Oktober 2018.
  19. RYF SICHERT SICH IHREN FÜNFTEN IRONMAN-70.3-WM-TITEL (7. September 2019)
  20. Zwei Wochen vor der Ironman-70.3-WM – Daniela Ryf startet beim Trans Vorarlberg Triathlon (16. August 2019)
  21. Daniela Ryf setzt ihre Siegesserie fort (25. August 2019)
  22. IRONMAN 70.3 WM: TIM REED RINGT SEBASTIAN KIENLE IM ZIELSPRINT NIEDER (4. September 2016)
  23. 5150 Zürich: Lisk und Bazlen auf dem Siegerpodest (26. Juli 2014)
  24. Ryf Smashes Switzerland (1. Juni 2014)
  25. EM-Silber für Schweizer Triathleten (27. Juli 2013)
  26. Ryf und Wild kommen zu Meisterehren (15. September 2012)
  27. Findlay claims 2011 World Championship Series opener in Sydney
  28. Meistertitel für Sven Riederer und Nicola Spirig
  29. Des Moines: Snowsill kassiert Rekordprämie
  30. Dramatisches Finish: Ryf behält die Nerven
  31. ETU-Kurzdistanz EM: Titel an Gomez und Spirig
  32. WM-Gold für Lukas Salvisberg (Memento vom 23. Juni 2015 im Internet Archive)
  33. Nicola Spirig und Daniela Ryf holten Olympia-Diplom (Memento vom 10. September 2012 im Webarchiv archive.today)
  34. Daniela Ryf nähert sich der Weltspitze
  35. Alexandroupolis 2005 ETU Triathlon European Championship (Memento vom 3. Februar 2017 im Internet Archive) (PDF; 499 kB)
  36. DANIELA RYF SIEGT ÜBER DIE LANGDISTANZ AM ALPE D’HUEZ TRIATHLON (FRA) (25. Juli 2019)
  37. DANIELA RYF HOLT SICH DEN VIERTEN WM-TITEL (14. Oktober 2018)
  38. Daniela Ryf startet am Ironman Switzerland (Memento des Originals vom 21. Juli 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.luzernerzeitung.ch (21. Juli 2016)
  39. DATEV Challenge Roth: Daniela Ryf dominiert. 28. Juni 2016, abgerufen am 17. Juli 2016.
  40. Daniela Ryf «erfriert» in Frankfurt! (3. Juli 2016)
  41. Kienle und Ryf als Highlight in Frankfurt (14. April 2015)
  42. Aquathlon Indoor de Vittel
  43. Daniela Ryf nach der Wahl zur Sportlerin des Jahres: «Es ist wie im Märchen!» (13. Dezember 2015)
  44. Sports Awards: Nino Schurter und Daniela Ryf gewinnen die Auszeichnungen (9. Dezember 2018)
  45. Ironwoman Ryf holt sich den Titel vor Spirig (15. Dezember 2016)
  46. Ehrung für Daniela Ryf