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Dan Crenshaw

Politiker der Republikaner, gewähltes Kongressmitglied aus Texas
Dan Crenshaw (2019)

Daniel Reed Crenshaw (geboren am 14. März 1984 in Houston, Texas) ist ein amerikanischer Politiker der Republikanischen Partei. Der frühere Soldat vertritt seit 2019 den 2. Kongresswahlbezirk von Texas im Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten.

Inhaltsverzeichnis

Familie, Ausbildung und BerufBearbeiten

Dan Crenshaw ist der Sohn eines Managers in der Ölindustrie, seine Mutter starb an Krebs, als er zehn Jahre alt war. Die Familie lebte in seiner Kindheit häufig im Ausland, darunter in Ecuador und Kolumbien, weshalb Crenshaw fließend Spanisch spricht. Er schloss das Studium an der Tufts University 2006 mit dem Bachelorgrad in Internationalen Beziehungen ab und erhielt 2017 den Master in öffentlicher Verwaltung an der Harvard Kennedy School.[1]

Crenshaw diente ab 2006 als Lieutenant Commander der Navy SEALs in den Kriegen in Afghanistan und dem Irak. Nach zwei Einsätzen im Irak verlor er im Juni 2012 in der afghanischen Provinz Helmand das rechte Auge und erblindete fast, als eine Landmine direkt vor ihm explodierte und seinen Übersetzer tötete. Seitdem trägt er eine Augenklappe. Anschließend war er Kommandant zweier nachrichtendienstlicher Operationen in Bahrain und Südkorea. 2016 wurde er aus medizinischen Gründen aus dem Dienst entlassen. Für seinen Einsatz erhielt er zwei Bronze Star Medals, das Purple Heart und die Navy Commendation Medal. Kurzzeitig arbeitete er für den Kongressabgeordneten Pete Sessions an Militärgesetzgebung.

Er ist seit 2013 mit Tara Crenshaw verheiratet. 2017 kehrte er erstmals seit seiner Kindheit nach Houston zurück, um bei der Schadensbeseitigung des Hurrikan Harvey zu helfen.[2]

Politische LaufbahnBearbeiten

Crenshaw kandidierte 2018 für den 2. Kongresswahlbezirk von Texas, welcher die Außenbezirke der Metropole Houston nördlich in einem Halbkreis umspannt. Der bisherige republikanische Abgeordnete Ted Poe trat nicht zur Wiederwahl an. Bei der Vorwahl der Republikaner am 6. März erhielt der bis dahin unbekannte und mit geringen Ressourcen ausgestattete Crenshaw unter neun Kandidaten mit 27,4 Prozent die zweitmeisten Stimmen und zog damit in den zweiten Wahlgang ein, bei dem er am 22. Mai 2018 mit 69,8 Prozent als Kandidat der Republikaner bestimmt wurde. Seinen überraschenden Sieg bei der Vorwahl sahen Beobachter als Anzeichen dafür, dass die Republikaner Millenials – die mehrheitlich für Demokraten votieren – durch beeindruckende Lebenserfahrung, Charisma und Zugehen auf Minderheiten gewinnen konnten. Zu Beginn seines Wahlkampfs hatte Crenshaw noch deutlich zurückgelegen gegen den erfahrenen und vernetzten Staatsabgeordneten Kevin Roberts. Crenshaw hatte sich insbesondere bei den Latinos seines Wahlkreises einen Namen gemacht und war von der Super PAC American Patriots mit 500.000 Dollar unterstützt worden.[3]

Bei der Hauptwahl im November 2018 schlug er den Demokraten Todd Litton mit 52,9 zu 45,5 Prozent.[4] Crenshaw hatte als klarer Favorit gegolten.[5] Bei der Abstimmung am 14. November 2018 sprach er sich beim Fraktionsvorsitz für Kevin McCarthy, den moderaten Favoriten der Parteiführung, gegen den Tea-Party-Kandidaten Jim Jordan aus.[6]

Crenshaw zog am 3. Januar 2019 als jüngster Abgeordneter aus Texas in den Kongress ein.[7]

Positionen und StilBearbeiten

Crenshaws Positionen entsprechen weitgehend dem konservativen Mainstream; er setzt sich für höhere Verteidigungsausgaben und gleichzeitig eine Senkung der Staatsverschuldung ein.[8] Sein Programm 2018 schrieb er vollständig selbst und verfügt über profunde Kenntnis politischer Inhalte insbesondere in der Außen- und Sicherheitspolitik.[9] In Einwanderungsfragen unterstützt Crenshaw die restriktive Linie des Präsidenten Donald Trump und dessen Projekt einer Grenzmauer zu Mexiko, kritisierte ihn aber für seine polarisierende Sprache im Präsidentschaftswahlkampf. So hatte er Trumps Angriffe auf Muslime 2015 als „hasserfüllte“ und „wahnsinnige Rhetorik“ bezeichnet. Im Juli 2018 forderte er in einem Beitrag für den National Review einen Neustart der Beziehungen zu Mexiko und forderte die Spitzenpolitiker auf, rhetorisch abzurüsten. Mexiko sei ein Partner, kein Gegner bei der Grenzsicherung.[10] Präsident Trump habe die Republikaner gut gegen links abgeschirmt, auf lange Sicht brauche die Partei aber eine Rückkehr zum Optimismus Ronald Reagans.[11]

Der Houston Chronicle beschrieb Crenshaw 2018 als charismatisch und seinen Stil als vergeistigt und authentisch.[12] Jüngere Wähler versucht er anzusprechen, indem er klar, faktenorientiert und rational argumentiert; er will Konservatismus wieder „cool und aufregend“ machen.[13] Bereits vor seiner Wahl ins Repräsentantenhaus trat Crenshaw regelmäßig beim konservativen Fernsehsender Fox News Channel auf. Er erhielt große Medienaufmerksamkeit, als Pete Davidson drei Tage vor dem Wahltag 2018 bei Saturday Night Live sagte, Crenshaw sehe aus wie ein Auftragskiller in einem Pornofilm, was für scharfe Kritik insbesondere von Veteranenverbänden sorgte. Crenshaw trat bei der nächsten Sendung unangekündigt auf, akzeptierte die Entschuldigung Davidsons und rief dazu auf, die politischen Gräben im Land zu überbrücken; er wies darauf hin, dass Davidson seinen Vater als Feuerwehrmann im Einsatz am 11. September 2001 verloren hatte. Crenshaw wurde daraufhin von der Washington Post als kommender Star der Republikaner gehandelt, nachdem diese 2018 viele langjährig innegehabte Mandate verloren und wenige hinzugewonnen hatten, und als versöhnende Politikerfigur bezeichnet.[14]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Dan Crenshaw – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

AnmerkungenBearbeiten

  1. Dan Crenshaw’s Biography. In: Vote Smart; Dan Zak: Dan Crenshaw started the week as a punchline and ended it as a star. The real story came before that. In: The Washington Post, 11. November 2018.
  2. Rick Jervis: Meet Dan Crenshaw, a former Navy SEAL and onetime Trump critic being called a GOP star. In: USA Today, 7. November 2018; Dan Zak: Dan Crenshaw started the week as a punchline and ended it as a star. The real story came before that. In: The Washington Post, 11. November 2018.
  3. Jeremy Wallace: Is Houston’s Dan Crenshaw the secret weapon for GOP with Millennials? In: Houston Chronicle, 25. Mai 2018; Rick Jervis: Meet Dan Crenshaw, a former Navy SEAL and onetime Trump critic being called a GOP star. In: USA Today, 7. November 2018.
  4. Daniel Crenshaw. In: Ballotpedia; Crenshaw, Daniel. In: Our Campaigns.
  5. 2018 Midterm Election Forecast: Texas 2nd. In: FiveThirtyEight.
  6. Crenshaw, Daniel. In: Our Campaigns.
  7. Jeremy Wallace: Is Houston’s Dan Crenshaw the secret weapon for GOP with Millennials? In: Houston Chronicle, 25. Mai 2018.
  8. John McCormack: The Running Man. In: The Weekly Standard, 22. Februar 2018.
  9. Jeremy Wallace: Is Houston’s Dan Crenshaw the secret weapon for GOP with Millennials? In: Houston Chronicle, 25. Mai 2018.
  10. Rick Jervis: Meet Dan Crenshaw, a former Navy SEAL and onetime Trump critic being called a GOP star. In: USA Today, 7. November 2018.
  11. John McCormack: The Running Man. In: The Weekly Standard, 22. Februar 2018.
  12. Jeremy Wallace: Is Houston’s Dan Crenshaw the secret weapon for GOP with Millennials? In: Houston Chronicle, 25. Mai 2018.
  13. John McCormack: The Running Man. In: The Weekly Standard, 22. Februar 2018.
  14. David Sims: A Veterans Day Apology From Saturday Night Live and Pete Davidson. In: The Atlantic, 11. November 2018; Dan Zak: Dan Crenshaw started the week as a punchline and ended it as a star. The real story came before that. In: The Washington Post, 11. November 2018.