Dampflokomotiv- und Maschinenfabrik DLM

Schweizer Unternehmen
Dampflokomotiv- und Maschinenfabrik DLM

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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 29. August 2000
Sitz Winterthur, SchweizSchweiz Schweiz
Leitung Roger Waller
Branche Maschinenbau
Website www.dlm-ag.ch
Stand: 9. September 2014

Die Firma Dampflokomotiv- und Maschinenfabrik DLM AG ist ein schweizerisches Unternehmen mit Sitz in Winterthur. Das Unternehmen ist in der Entwicklung und Herstellung moderner Dampflokomotiven und Dampfmaschinen sowie in deren Modernisierung und Revision tätig.

GründungBearbeiten

Die DLM AG hat ihren Ursprung in der ehemaligen Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik (SLM) und spaltete sich Mitte 2000 aus dieser ab. Unter Leitung von Ing. Roger Waller werden neue Dampflokomotiven entwickelt, wobei insbesondere ökologische und wirtschaftliche Aspekte im Vordergrund stehen.

Modern steamBearbeiten

Mehrere Neuentwicklungen nach dem allgemeinen Ende der Dampftraktion, aber auch die Anwendung bekannter, aber bislang vernachlässigter Techniken (wie umfangreiche Kesselisolierung) erhöhen die Wirtschaftlichkeit, die Verfügbarkeit und die Umweltfreundlichkeit der Lokomotiven. Die von Roger Waller noch für die SLM entwickelten Neubau-Zahnradlokomotiven, die auf mehreren Bergbahnen eingesetzt werden, sind leichtölgefeuert und haben bessere Abgaswerte als gleich starke Dieselloks. Die ersten neu entwickelten Dampflokomotiven wurden 1992 von der Brienz-Rothorn-Bahn bestellt. Weil diese sich gut bewährten, wurden 1996 fünf weitere geordert.

Bei kohlegefeuerten Neubauloks kann das Gas Producer Combustion System (GPCS) angewendet werden, eine Art Kohlevergasung, bei der sich signifikante Steigerungen des Wirkungsgrades ergeben, wie im Red Devil der SAR nachgewiesen. Durch den Einmannbetrieb werden auch die Personalkosten reduziert. Zielgruppen für die Lokomotiven sind derzeit Touristik- und Privatbahnen weltweit.

 
Die neuerbaute Schiffsmaschine des Raddampfers Montreux

Für Schiffe wurden Dampfmaschinen entworfen, die fernbedienbar sind – bei den aktuell eingesetzten Dampfschiffen beispielsweise auf dem Vierwaldstättersee sind zwei Mann allein für die Maschine zuständig, und die Kommandierung erfolgt über den Maschinentelegraphen.[1] Bisher wurde ein alter Raddampfer mit einer modernen Maschine ausgerüstet. Von 1962 bis 1998 fuhr das Schiff Montreux mit einem dieselelektrischen Antrieb der Schaufelräder. Im Auftrag der Compagnie générale de navigation sur le Lac Léman wurde ein moderner, leichtölgefeuerter Dampfantrieb von DLM eingebaut. Seit 2001 ist dieser Dampfer wieder im alten Glanz mit einer 2-Zyl.-Verbundmaschine der DLM von 650 kW (ca. 880 PS)[2] auf dem Genfersee im Einsatz.

Stand heuteBearbeiten

 
Modern Steam Dampflokomotive DLM 52 8055

Die DLM hat für verschiedene Dampflokbetreiber Modernisierungen bzw. Reparaturen und Revisionen durchgeführt. Die bisher umfangreichste Modernisierung einer Dampflokomotive auf moderne Technologie wurde an der 52 8055 vorgenommen.

Lok 52 8055Bearbeiten

Die Lok 52 8055 ist eine bereits in der DDR rekonstruierte Lok der Baureihe 52.80, die 1998 nach neuestem Stand der Dampftechnologie umgebaut wurde, u. a. mit Leichtölfeuerung, besserer Isolation und Rollenlager.

Sie war zuerst in Deutschland im Einsatz für Züge wie den Nostalgie Istanbul Orient Express, gehört derzeit wieder der DLM AG selbst, die sie für eigene Sonderzüge einsetzt. Auch für private Fahrten kann sie gemietet werden.

Technisch gesehen ist der Einsatz auf Normalspurbahnen in der Schweiz, Deutschland und Österreich möglich. Sicherungstechnisch ist neben den veralteten Indusi (DE, A) und der Integra-Signum Zugsicherung (CH) seit 2012 auch eine ETCS-Antenne für den Einsatz auf Strecken mit ETCS Level 1 LS eingebaut. Für Fahrten auf Strecken der DB Netz wäre der Ausbau der vorhandenen Indusieinrichtung auf den neuen Standard PZB 90 erforderlich.[3]

Lok 23 058Bearbeiten

DLM arbeitete die Eurovapor-Lokomotive 23 058, eine Lokomotive der DB-Baureihe 23, für den Einsatz auf der Nostalgie-Dampfbahn Friese Stoomtrein Maatschappij, Friesland, Niederlande auf, baute sie von Steinkohlefeuerung auf Ölfeuerung mit Biodiesel um.

In Friesland kam die Lokomotive nie zum Einsatz, da der Museumsbahnbetreiber im November 2011 die Zahlungen einstellte, bevor nur schon die Inbetriebsetzung und die Personalschulung beginnen konnte.[4]

Die 23 058 wurde am 28. Februar 2013 in die Schweiz zurückgeführt[5] und stand anschliessend bei der modern steam am Hauenstein im Depot in Sissach BL. Im Lauf des Jahres 2017 wurde sie durch DLM und befreundete Personen auf die ursprüngliche Kohlefeuerung zurückgebaut; sie verliess die Schweiz am 2. Juli 2017 und gelangte wieder nach Heilbronn, wo sie von der EUROVAPOR, Gruppe 23 058, verwaltet wird.[6]

Bis zur Umbeheimatung 2017 war sie mit der analogen Zugsicherung Indusi (DE, A) ausgerüstet. Für den Einsatz in der Schweiz ist heute die Zugsicherung ETCS Level 1 LS vorgeschrieben. In Deutschland wurde sie auf die digitale Zugsicherung PZB 90 / GSM ZUB gemäß EBA Vorschriften zur Zulassung auf dem Netz der DB AG umgerüstet.

DampfspeicherloksBearbeiten

Neben den Streckenloks bietet die DLM auch Dampfspeicherlokomotiven für Rangieraufgaben an. Zwei Dampfspeicherlokomotiven der Bauart Meiningen (FLC) wurden bei DLM erneuert, unter anderem mit Sonnenkollektoren zur Stromversorgung. Sie stehen für den Einsatz bei Industriebetrieben, welche für Prozesswärme ohnehin Dampfkessel betreiben, bereit.[7]

BilderBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Schiffe bei DLM AG, abgerufen am 6. März 2013
  2. DLM AG, Angaben zur Maschine, abgerufen 6. März 2013
  3. Einbau ETM-S in 52 8055
  4. 23 058 sucht neues Einsatzgebiet
  5. Meldung auf www.dlm-ag.ch, abgerufen 13. Mai 2013
  6. H.U. Kneuss: Wiederinbetriebnahme 23 058 im Juni 2017. In: https://www.eurovapor.ch. Eurovapor, 14. Juli 2017, abgerufen am 24. Januar 2019.
  7. Dampfspeicherlok in Sendung Schweizer Fernsehen 2012@1@2Vorlage:Toter Link/www.srf.ch (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.

WeblinksBearbeiten