Hauptmenü öffnen

Damno (deutsch Dammen, kaschubisch Damno) ist ein Dorf im Nordwesten der polnischen Woiwodschaft Pommern. Es gehört zur Landgemeinde Damnica im Powiat Słupski (Kreis Stolp).

Damno
Damno führt kein Wappen
Damno (Polen)
Damno
Damno
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Pommern
Powiat: Słupski
Gmina: Damnica
Geographische Lage: 54° 32′ N, 17° 19′ OKoordinaten: 54° 31′ 47″ N, 17° 19′ 8″ O
Einwohner: 632
Postleitzahl: 76-231 Damnica
Kfz-Kennzeichen: GSL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Potęgowo/DK 6Żelkowo/DW 213
Damno → Mianowice/DK 6
Schienenweg: PKP-Bahnstrecke Stargard in Pommern–Danzig
Bahnstation: Damnica
Nächster int. Flughafen: Danzig



Inhaltsverzeichnis

Geographische LageBearbeiten

Die Ortschaft liegt in Hinterpommern, am westlichen Ufer des Flusses Lupow (Łupawa), in den hier der Karstnitz-Bach (Charstnica) einmündet, etwa zwanzig Kilometer ostnordöstlich von Stolp.

Der Ort ist zwischen Żelkowo (Wendisch Silkow) an der Woiwodschaftsstraße 213 (Celbowo (Celbau) – Słupsk (Stolp)) und Poganice (Poganitz) an der polnischen Landesstraße 6 (ehemalige deutsche Reichsstraße 2, heute auch Europastraße 28 StettinDanzig) der wichtigste Lupow-Übergang.

Durch Damno führt eine Nebenstraße, die Potęgowo mit Żelkowo verbindet. Im Ort selbst zweigt eine Nebenstraße nach Süden über Damnica (Hebrondamnitz) nach Mianowice (Mahnwitz) ab und bietet nach zwölf Kilometern direkten Anschluss an die Landesstraße 6.

Die nächste Bahnstation ist das fünf Kilometer entfernte Damnica an der Strecke von Danzig nach Stargard.

 
Landschaftliche Umgebung des Orts

GeschichteBearbeiten

 
Kirchdorf Dammen ostnordöstlich von Stolp und nordöstlich des Dorfs Hebrondamnistz auf einer Landkarte von 2010.
 
Dorfkirche (bis 1945 evangelisch)

Der historischen Dorfform nach ist Damno ein großes Straßendorf. Auf dem steilen Ufer der Łupawa liegt nahe der alten Mühle ein gut erhaltener Burgwall.

Dammen bestand ursprünglich aus zwei Teilen, die Wendisch Dammen und Groß Dammen genannt wurden. Im letzteren waren die deutschen Kolonisten ansässig, im wendischen Teil lebten die Kaschuben.

Im Jahre 1419 war Dammen Ordenshof des Deutschen Ritterordens. Das Dorf war im Besitz derer von Schwaven, von Weiher und von Below. 1523 werden Mathias labune to dammen und Weigere tho groten Dmmen genannt. Im Jahre 1590 gab es neun besetzte und zwei wüste Höfe sowie vier Kossäten. Gerd von Below verkaufte es1696 an Klaus Heinrich von Lettow. Über Generationen hinweg blieb es im Besitz dieser Familie.

Im Jahre 1784 hatte Dammen ein Vorwerk, einen Prediger, einen Küster, sieben Bauern, fünf Kossäten, einen Gasthof, eine Schmiede, eine Wassermühle und die Schäferei namens Gloddow (heute polnisch: Głodowo) bei insgesamt 29 Feuerstellen (Haushalten).[1] 1800 gehörte Dammen der Familie von Mitzlaff.

Im Jahre 1905 zählten die Landgemeinde und der Gutsbezirk Dammen zusammen 435 Einwohner. Ihre Zahl stieg bis 190 auf 440, betrug 1933 schon 531 und fiel bis 1939 auf 498. Im Jahre 1938 war das Rittergut Dammen mit dem Vorwerk Gloddow 870 Hektar groß, davon 745 Hektar Ackerland. Damals gab es außer dem Gut noch 19 landwirtschaftliche Betriebe.

Bis 1945 war Dammen eine Gemeinde im Landkreis Stolp im Regierungsbezirk Köslin der preußischen Provinz Pommern. Die Gemeinde gehörte mit fünf anderen Gemeinden zum Amts- und zum Standesamtsbezirk Bewersdorf (heute polnisch: Bobrowniki).

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Dammen in der Nacht zum 9. März 1945 kampflos von der Roten Armee besetzt. Im Sommer 1945 wurde Dammen zusammen mit ganz Hinterpommern unter polnische Verwaltung gestellt. Es begann nun die Zuwanderung polnischer Zivilisten. Zahlreiche deutsche Männer wurden in Arbeitslager – größtenteils nach Kolberg (Kołobrzeg) – verbracht. Dammen erhielt den polnischen Ortsnamen Damno. Im Sommer 1946 wurden die einheimischen Dorfbewohner aus Dammen vertrieben.

Das heutige Damno ist ein Teil der Gmina Damnica im Powiat Słupski in der Woiwodschaft Pommern (1975–1998 Woiwodschaft Słupsk). Damno zählte im Jahr 2010 über 600 Einwohner.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohner Anmerkungen
1852 405 [2]
1867 436 153 in der Landgemeinde,[3] 383 im Gutsbezirk[4]
1871 441 160 in der Landgemeinde; 281 im Gutsbezirk, davon 438 Evangelische und drei Juden[3][4]
1905 435 152 in der Landgemeinde; 283 im Gutsbezirk[5]
1925 567 darunter 551 Evangelische, acht Katholiken und vier Juden[6]
1933 531 [7]
1939 498 [7]
2010 ca. 600

KircheBearbeiten

PfarrkircheBearbeiten

Eine Matrikel von 1590 bekundet das Vorhandensein einer Kirche in Dammen. Die alte Kirche musste jedoch 1879 einem Neubau weichen.

Der Altar dieser Kirche war ein Werk aus dem Jahre 1708. Der Sockel des Altaraufsatzes enthielt eine geschnitzte Darstellung des Abendmahls. Von besonderem Wert waren zwei kastenförmige Altarleuchter aus Messing oder Rotguss für je zwölf Lichter in spätgotischen Formen. In das Taufbecken aus Messing in Nürnberger Art war um das Mittelrelief die „Verkündigung“ eine doppelreihige Zierumschrift eingraviert. Der Abendmahlskelch trug die Jahreszahl 1622.

Kirchspiel/PfarreiBearbeiten

Das evangelische Kirchspiel Dammen war bis 1945 seinem Umfang nach und zahlenmäßig eines der größten im Kirchenkreis Stolp-Altstadt im Ostsprengel der Kirchenprovinz Pommern der Kirche der Altpreußischen Union. Im Jahre 1940 zählte es 4900 Gemeindeglieder, die in Dammen sowie 14 eingepfarrten Orten lebten:

Kirchenpatrone waren zuletzt die Gutsbesitzer von Livonius (Dammen) und von Kleist (Labehn) mit je einer Stimme. Der letzte deutsche Geistliche, Pfarrer Magnus Erdmann, wurde im März 1945 von sowjetischen Truppen verschleppt.

Seit 1945 ist die Bevölkerung von Damno überwiegend katholisch. Der Ort ist weiterhin Sitz eines Pfarramtes, der Pfarrei der „Hl. Apostel Simon und Judas Thaddäus“ und gehört zum Dekanat Główczyce (Glowitz) im Bistum Pelplin der Katholischen Kirche in Polen. Zur Pfarrei gehören neben Damno jetzt die Orte:

.

In Damno lebende evangelische Kirchenglieder sind heute in das Kirchspiel der Kreuzkirche in Słupsk (Stolp) in der Diözese Pommern-Großpolen der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen eingepfarrt.

SchuleBearbeiten

Zum ersten Mal wurde in Dammen im Jahre 1708 eine Schule genannt. Der Küsterlehrer erteilte den Unterricht. Seit 1819 kamen auch die Kinder aus Vieschen (heute polnisch: Wiszno) zur Schule nach Dammen – bis 1914, als Vieschen wieder eine eigene Schule bekam.

In der 1932 dreistufigen Volksschule in Dammen unterrichteten zwei Lehrer in drei Klassen 83 Schulkinder. Die letzten deutschen Lehrer waren Johannes Rubach und Ernst Zombronner.

LiteraturBearbeiten

  • Karl-Heinz Pagel: Der Landkreis Stolp in Pommern. Zeugnisse seiner deutschen Vergangenheit. Lübeck 1989.
  • Ernst Müller: Die Evangelischen Geistlichen Pommerns von der Reformation bis zur Gegenwart. Teil 2, Stettin 1912.
  • Hans Glaeser: Das Evangelische Pommern. Teil 2, Stettin 1940.
  • Dammen. Dorfgeschichte in Stichworten. In: Die Pommersche Zeitung, 7. Mai 1966
  • Aus der Geschichte des Dorfes Dammen. In: Ostpommersche Heimat, 1934, Nr. 23–24

WeblinksBearbeiten

  Commons: Damno – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ludwig Wilhelm Brüggemann, Hrsg.: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königlich-Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, 2. Band, Stettin 1784, S. 957–958, Nr. 29.
  2. Kraatz (Hrsg.): Topographisch-statistische Handbuch des Preußischen Staats . Berlin 1865, S. 110.
  3. a b Preußisches Statistisches Landesamt: Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preußischen Staates und Ihre Bewohner (Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Pommern). Berlin 1873, S. 150–151, Nr. 27.
  4. a b Preußisches Statistisches Landesamt: Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preußischen Staates und Ihre Bewohner (Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Pommern), Berlin 1873, S. 156–157, Nr. 197.
  5. Ostpommern e.V. (Memento des Originals vom 19. November 2010 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ostpommern.de
  6. Die Gemeinde Dammen im ehemaligen Kreis Stolp (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011).
  7. a b Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. stolp.html#ew39stlpdammen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).