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Damgarten

Ortsteil von Ribnitz-Damgarten
Wappen von Damgarten mit dem Bildnis des Fürsten Jaromar II.

Damgarten ist ein Stadtteil von Ribnitz-Damgarten und war bis 1950 eine selbständige Grenzstadt in Pommern. Damgarten bildet den östlichen Teil von Ribnitz-Damgarten und liegt östlich des Flusses Recknitz an dessen Mündung in den Ribnitzer See.

GeschichteBearbeiten

 
Damgarten mit Jaromarsturm und Grenzpaß 1615
 
Grenzpaß bei Damgarten 1630
 
Damgarten im Jahr 1760

Entstanden ist die Stadt aus einer Grenzburg und der daneben entstehenden Ortschaft „Damgor“ („Dam“ bedeutet „Eiche“, „Gora“ heißt „Berg“, Damgarten bedeutet also Eichenberg), die östlich der sumpfigen Recknitzniederung lagen. Als Damgartener Stadtgründer gilt der Fürst Jaromar II. von Rügen. Der Übergang über die Recknitz nach Ribnitz in Mecklenburg wurde auch Mecklenburger Pass bzw. Pass genannt, da sich dort die Passbrücke befindet.

Damgarten erhielt sein Lübisches Recht 1258 vom Rügenfürsten Jaromar II.[1]

Wiederholt wurde Damgarten eingenommen und (teilweise) zerstört, so u. a. 1271, 1295, 1368, 1628, 1638 und 1759. Den Zweiten Weltkrieg überstand Damgarten so gut wie unbeschadet. Mindestens zweimal ist die Stadt fast komplett abgebrannt: 1571 und 1695.

Bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges im Jahre 1648 bildet die Recknitz zwischen Ribnitz und Damgarten die Grenze zwischen dem Herzogtum Pommern und dem Herzogtum Mecklenburg. Danach bis zum Jahre 1815 zwischen Schwedisch-Pommern und Mecklenburg. 1809 kam es beim Durchzug der Freischärler unter Major Ferdinand von Schill zu vereinzelten Scharmützeln mit den napoleontreuen mecklenburgischen Regimentern. Nach 1815 fiel Schwedisch-Pommern mit Damgarten an das Königreich Preußen und gehört zur Provinz Pommern.

Seit 1888 verfügt Damgarten über einen Bahnanschluss an der Bahnstrecke Stralsund–Rostock.

Zwischen 1895 und 1965 fuhren vom Bahnhof Damgarten (heute Ribnitz-Damgarten Ost) die Züge der schmalspurigen Franzburger Kreisbahnen über Barth nach Stralsund. Weitere Bahnhöfe in Damgarten lagen am Hafen und am Stadtwald. Die ehemalige Bahntrasse parallel zum Templer Bach und im Norden von Damgarten neben der Saaler Chaussee wird heute als Radweg benutzt und ist noch gut erkennbar.

Im Jahr 1935 wurde im Rahmen der Aufrüstung der Wehrmacht bei Damgarten der Fliegerhorst Pütnitz errichtet. Der Flugplatz Pütnitz war nach dem Zweiten Weltkrieg einer der bedeutendsten Standorte der in der DDR stationierten sowjetischen Luftstreitkräfte. Bis 1994 war die 16. Jagdfliegerdivision der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland in Damgarten stationiert.

Damgarten wurde am 1. Juli 1950 mit dem benachbarten Ribnitz gegen die Voten der Vertretungen beider Städte zur Stadt Ribnitz-Damgarten zusammengelegt.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Evangelische Kirche Bartholomäuskirche in Damgarten: Der Chor stammt aus dem 13. Jahrhundert, das Kirchenschiff aus dem 15. Jahrhundert und der Kirchturm von 1886/87.
  • Küsterhaus an der Kirche
  • Bernsteinmanufaktur
  • Rathaus von 1930
  • Das älteste profane Haus der Stadt steht neben dem Rathaus in der Schillstraße 7; es wurde um 1700 erbaut.
  • Fachwerkhaus von 1769 in der Stralsunder Straße 29 (Matheus).
  • Technik-Museum Pütnitz
  • Turmhügel Damgarten, FlN „Jaromarsturm“, abgegangenes Bodendenkmal

PersönlichkeitenBearbeiten

Persönlichkeiten nach Zusammenschluss der Städte von 1950 siehe unter Ribnitz-Damgarten#Persönlichkeiten

In Damgarten geborenBearbeiten

Mit Damgarten verbundenBearbeiten

  • Egon Krenz, SED-Politiker, kam als Flüchtling aus Kolberg nach Damgarten und ging hier zur Schule

LiteraturBearbeiten

  • Karl Anklam: Chronik der Stadt Damgarten: vom Werden und vom Wesen unserer Stadt. Ribnitz-Damgarten 2008 [bearb. v. Ursula Fehling].
  • Gustav Kratz: Die Städte der Provinz Pommern – Abriß ihrer Geschichte, zumeist nach Urkunden. Berlin 1965, S. 105–107 (Volltext).

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Heinrich Gottfried Philipp Gengler: Regesten und Urkunden zur Verfassungs- und Rechtsgeschichte der deutschen Städte im Mittelalter, Erlangen 1863, S. 695–698.

Koordinaten: 54° 15′ N, 12° 28′ O