Daihatsu Cuore

Kleinstwagen von Daihatsu
Daihatsu Cuore
Produktionszeitraum: 1980–2018
Klasse: Kleinstwagen
Karosserieversionen: Kombilimousine
Vorgängermodell: Daihatsu Fellow Max

Der Daihatsu Cuore (ital. cuore für Herz) ist ein Kleinstwagen-Modell des japanischen Herstellers Daihatsu. Er ist der Nachfolger des Daihatsu Fellow Max. Im Heimatmarkt Japan heißt das Modell Mira, in anderen Märkten auch Charade.
Die Markteinführung als Cuore in Europa war 1981. Für europäische Verhältnisse war es ungewöhnlich, dass dieser Kleinstwagen von Anfang an sowohl als Dreitürer als auch als Fünftürer lieferbar war. Der Mira / Cuore galt damals als das kleinste fünftürige Auto der Welt. Motorisiert war er anfangs mit einem Zweizylindermotor.

MarktnamenBearbeiten

Im Heimatland Japan ist der Mira auch in einer Turbo-Version erhältlich. In Deutschland wurde er als Cuore schon immer mit nur jeweils einem Motor angeboten. Auf dem japanischen Markt gab es auch einen Mira Classic auf Basis des Mira L500, der in kleinen Stückzahlen auch nach Großbritannien exportiert wurde. Danach entstand der optisch an den Austin Mini angelehnte Mira Gino auf Basis des Mira L701, rein für den japanischen Markt. Der Nachfolger des Mira Gino entstand auf der Basis des L25x-Modells, erhielt aber nun die eigene Typennummer L650 bzw. L660. Im Gegensatz zur ersten Generation war dieses Modell auch in Deutschland als Daihatsu Trevis erhältlich. In Südafrika wurden Cuore-Modelle auch nach dem Daihatsu Charade benannt, ebenso im Vereinigten Königreich.

Anfang der 1990er Jahre entstand auf Plattform des Mira der Daihatsu Opti. In Deutschland wurden von 1981 bis 2005 103.221 Cuore verkauft.

ModellgeschichteBearbeiten

Der erste Modellwechsel fand 1985 (Modell L80) statt, die Karosserie wurde insgesamt kubischer und der Cuore bekam ein Steilheck. Im Jahr 1990 wurde die dritte Generation (L201) vorgestellt. Auch sie blieb im Prinzip den Vorgängern treu, allerdings wurde die Karosserie deutlich aerodynamischer. Dieser Modellwechsel war vor allem durch die Änderung des japanischen Kei-Car-Gesetzes bedingt, wonach ein höherer Hubraum sowie größere Karosseriemaße erlaubt wurden. Weitere Modellwechsel fanden 1995 (L501), 1999 (L701) und 2003 (L251) statt.

Der L251, der am 15. September 2007 (zur IAA) von einem neuen Cuore (L276) abgelöst wurde, verfügte mit dem 989-cm³-Dreizylindermotor über einen der kleinsten Motoren aller 2007 in Deutschland angebotenen Neufahrzeuge. Nachdem der Smart fortwo mit einem 999-cm³-Motor als Minimalmotorisierung ausgerüstet wurde, wurde das Cuore-Triebwerk nur noch vom 0,8-l-Aggregat des Chevrolet Matiz unterboten.

Der Cuore (L276) erhielt den bereits zuvor beim Sirion eingesetzten 998-cm³-Motor. Die Ottoeinheitsmotorisierung (998 cm³ und 70 PS; 4,4 l/100 km) für die von Citroën, Peugeot und Toyota gemeinsam entwickelten Kleinstwagen C1, 107 bzw. Aygo basiert auch auf diesem Daihatsu-Motor (Daihatsu wurde 1998 von Toyota mehrheitlich übernommen).

Der Cuore 1.0 war jahrzehntelang unter den Top 10 beim VCD-Umweltranking. Damit schlug er viele Diesel- oder Gasfahrzeuge. 2007/2008 belegte er den 6. Platz. Der Nachfolger (L276) erreichte 2008/2009 zusammen mit dem Toyota Aygo, Citroën C1 und Peugeot 107 den geteilten 3. Platz. Auf der Liste 2009/10 belegt er trotz inzwischen heftiger Diesel- und Hybridkonkurrenz Platz 9. In der Liste 2010/11 landet der Cuore nur auf dem 12. Platz, weil er nur Euro 4 erreicht und außerdem andere Fahrzeuge weniger Lärm emittieren. Die Einstufung des VCD orientiert sich allerdings an den „Papierwerten“ der Hersteller. Beim Eco-Drive der Zeitschrift Auto Motor und Sport erweist sich der Cuore (L276) aber als der Benziner mit dem geringsten Realverbrauch und landet so auf Platz 1 bei den Minicars. Beim ADAC Eco Test wurde der L276 nicht gelistet. Der Vorgänger (L251) erreichte mit dem alten Motor Platz 14.

Zum 31. Januar 2013 wurde der Neuwagenvertrieb von Daihatsu in Europa eingestellt. Damit wird auch der Cuore in Deutschland nicht mehr verkauft.

Mira / Cuore L55/L60 (1980–1985)Bearbeiten

 
Cuore L55/L60
  • Motor: 2-Zylinder-Motor (L55: AB30, L60: AD10)[1]
  • Hubraum L55: 542 cm3, L60: 612 cm3[1]
  • Leistung in kW (PS) bei 1/min 20 (27) / 6000 (L60: 22 (30) / 5700)
  • Drehmoment (Nm) bei 1/min: 39 Nm / 3500 (L60: 45 Nm / 3500)
  • Durchschnittsverbrauch: ca. 6 l/100 km
  • Beschleunigung, 0–100 km/h: 18,5 s
  • Höchstgeschwindigkeit: 112[2]  km/h
  • Schaltung: 4-Gang-Schaltgetriebe
  • Erstzulassung: 03 / 1980 (L60: ab 1982)
  • Länge: 3195 mm[1]
  • Breite: 1400 mm[1]
  • Höhe: 1375/1380 mm[1]
  • Radstand: 2150 mm[1]
  • Leergewicht: 565–580 kg[1]
  • Kraftstoffaufbereitung: Vergaser
  • Bremsanlage: Vorne und hinten Trommelbremsen (L60: vorn Scheibenbremse)[3]
  • Bereifung: 145 SR10 (L60: 145/70SR12)[3]

Mira / Cuore L80 (1985–1990)Bearbeiten

 
Cuore L80
  • Hubraum: 838 cm³, Dreizylinder
  • Leistung: 32 kW/44 PS
  • Beschleunigung, 0–100 km/h: 15,7 s
  • Höchstgeschwindigkeit: 135 km/h
  • Normverbrauch: 5,7 l/100 km
  • L × B × H: 3200 mm × 1400 mm × 1410 mm
  • Radstand: 2250 mm
  • Leergewicht: 595 kg
  • zul. Gesamtgewicht: 970 kg
  • Wendekreis: 9,5 m
  • Tankinhalt: 28 l
  • Kofferraumvolumen: 130 l
  • Türen: 3/5
  • Sitze: 4
  • Neu: Katalysator, 2-Stufen-Automatik, sehr selten auch als Allrad (L81)

Mira / Cuore L201 (1990–1995)Bearbeiten

 
Cuore L201 (1991–1993)
 
Cuore L201 (1993–1995)
  • Hubraum: 847 cm³, Dreizylinder
  • Leistung: 41 PS (30 kW)
  • Beschleunigung, 0–100 km/h: 15,6 s
  • Höchstgeschwindigkeit: 135 km/h
  • Normverbrauch: 5,4 l/100 km
  • L × B × H: 3250 mm × 1395 mm × 1415 mm
  • Radstand: 2280 mm
  • Leergewicht: 640 kg
  • zul. Gesamtgewicht: 1040 kg
  • Tankinhalt: 32 l (davon 28 l nutzbar)
  • Kofferraumvolumen: 140 l
  • Türen: 3/5
  • Sitze: 4
  • Neu: Geregelter Dreiwege-Katalysator, Seitenaufprallschutz.

Mira / Cuore L501 (1995–2000)Bearbeiten

 
Cuore L501
  • Hubraum: 847 cm³, Dreizylinder
  • Leistung: 31 kW/42 PS
  • Beschleunigung, 0–100 km/h: 15,6 s (18,1 s Automatik)
  • Höchstgeschwindigkeit: 135 km/h (129 km/h Automatik)
  • Normverbrauch: 5,3 l/100 km (6,6 l/100 km Automatik)
  • Schadstoffnorm: E2 Schl-Nr 14 (1995–1997) Euro2 (1998–1999)
  • L × B × H: 3310 mm × 1395 mm × 1430 mm
  • Radstand: 2300 mm
  • Leergewicht: 630 kg (3 Türer ohne Fahrer), 705 kg
  • zul. Gesamtgewicht: 1040 kg
  • Wendekreis: 9,8 m
  • Tankinhalt: 32 l (davon 28 l nutzbar)
  • Kofferraumvolumen: 186 l – 400 l (VDA)
  • Türen: 3/5
  • Sitze: 4
  • Neu: Elektronische Einspritzung mit Kennfeldzündung. Zusätzliche Verstärkungen für Front- und Seitenaufprall, ab 1997 Sondermodelle mit Fahrerairbag, elektrischen Fensterhebern, elektrischen Spiegeln, Zentralverriegelung, auch 3-Stufen-Automatikgetriebe.

Mira / Cuore L7 (1999–2004)Bearbeiten

 
Cuore L7 (1999–2001)
 
Cuore L7 (2001–2003)
  • Hubraum: 989 cm³, Dreizylinder (EJ-DE)
  • Leistung: 41 kW/56 PS
  • Beschleunigung, 0–100 km/h: 12,8 s
  • Höchstgeschwindigkeit: 140 km/h
  • Normverbrauch: 5,0 l/100 km
  • Schadstoffnorm: Euro 3/D4
  • L × B × H: 3410 mm × 1475 mm × 1420 mm
  • Radstand: 2345 mm
  • Leergewicht: 720 kg
  • zul. Gesamtgewicht: 1200 kg
  • Wendekreis: 8,6 m
  • Tankinhalt: 40 l
  • Kofferraumvolumen: 155 l/428 l
  • Türen: 3/5
  • Sitze: 4
  • Neu: Fahrer- und Beifahrerairbag, Gurtstraffer. Gegen Aufpreis: ABS, Servolenkung, Klimaanlage, elektrische Fensterheber und Spiegelverstellung

Mira / Cuore L251 (2003–2007)Bearbeiten

 
Cuore L251
 
Cuore L251, Heckansicht
  • Hubraum: 989 cm³, Dreizylinder (EJ-VE)
  • Leistung: 43 kW/58 PS
  • Beschleunigung, 0–100 km/h: 12,2 s
  • Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h
  • Normverbrauch: 4,4–4,8 l/100 km
  • Schadstoffnorm: Euro 4
  • L × B × H: 3410 mm × 1475 mm × 1500 mm
  • Radstand: 2375 mm
  • Leergewicht: 725 kg
  • zul. Gesamtgewicht: 1200 kg
  • Wendekreis: 8,4 m
  • Tankinhalt: 36 l
  • Kofferraumvolumen: 157 l/421 l
  • Türen: 3/5
  • Sitze: 4
  • Neu: Höhenverstellbares Lenkrad. Gegen Aufpreis: Seitenairbags, höhenverstellbarer Fahrersitz und Kopfstützen hinten, Zentralverriegelung, auf Wunsch mit Funkfernbedienung.

Mira / Cuore L276 (2007–2012)Bearbeiten

L276
Produktionszeitraum: 2007–2012
Motoren: 1,0-l-R3-Ottomotor
51 kW (70 PS)
Länge: 3460 mm
Breite: 1475 mm
Höhe: 1530 mm
Radstand: 2490 mm
Leergewicht: 765 – 840 kg
 
Cuore L276, Heckansicht
  • Hubraum: 998 cm³, Dreizylinder (1KR-FE)
  • Leistung: 51 kW/70 PS
  • Beschleunigung, 0–100 km/h: 11,1 s
  • Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h
  • Normverbrauch: 4,4 l/100 km (Automatik 5,5 l/100 km)
  • Schadstoffnorm: Euro 4
  • L × B × H: 3470 mm × 1475 mm × 1530 mm
  • Radstand: 2490 mm
  • Zuladung: 485 kg (Automatik 475 kg)
  • zul. Gesamtgewicht: 1250 kg
  • Wendekreis: ab 8,4 m (rechtsherum zwischen Bordsteinen)
  • Tankinhalt: 36 l
  • Kofferraumvolumen: 160 l/414 l
  • Türen: 5
  • Sitze: 4
  • Neu: Servolenkung, Zentralverriegelung, Drehzahlmesser, Multimeteranzeige (Verbrauch, Außentemp. etc.), Ablagefächer unter dem Kofferraumboden und ABS sind Serie, nur noch 5-türig erhältlich.
  • Seit 01/2010 gab es neben den Modellvarianten CUORE und Cuore TOP wieder ein Modell PUR, das auf hintere Kopfstützen, höhenverstellbares Lenkrad, CD-Radio und Klimaanlage verzichtet. Weitere Extras waren nicht bestellbar. Das Modell war nur in rot, weiß oder silber erhältlich.
  • CUORE: zusätzlich zu PUR – Klimaanlage, hintere Kopfstützen (höhenverstellbar), höhenverstellbares Lenkrad, CD-Radio mit MP3-Player-Anschluss,
  • Cuore TOP: zusätzlich zu CUORE – Seitenairbags, elektrische Außenspiegel und Fensterheber (vorn), höhenverstellbarer Fahrersitz, Leselampe für Beifahrer, Lautsprecher hinten, verschiebbare Rückbank mit 40:60 teilbaren und in der Neigung verstellbaren Rücklehnen, Funkfernbedienung zur ZV,
  • Für die TOP-Version war ein Paket mit VSC (ESP), Leichtmetallfelgen, Stabilisator vorn, leistungsfähigerer Bremsanlage und 7 Airbags (Fahrer und Beifahrerairbag, Seitenairbags in den Sitzen, Vorhangairbags auch für die Fondpassagiere sowie ein Knieairbag für den Fahrer) erhältlich. Außerdem war dann der Beifahrerairbag abschaltbar.
  • Ab 2012 gab es nur noch eine Ausstattung mit Euro 5 und nur noch 2 Airbags.

Der Cuore war auch mit Extras wie Tempomat und Ledersitzen etc. bestellbar.

KastenwagenBearbeiten

Den Mira gab es in den ersten vier Versionen auch als Kastenwagen.

LizenzmodelleBearbeiten

 
Daihatsu Ceria

Der malaysische Autokonzern Perodua fertigt den Daihatsu Cuore in Lizenz. Modellbezeichnungen dafür sind:

  • Perodua Kancil
  • Perodua Kelisa
  • Perodua Nippa
  • Perodua Viva

Neben diesen lizenzierten Nachbauten ähnelt der seit 1987 gebaute russische VAZ Oka weitestgehend den Modellen der frühen Generationen.

Die dritte, von Perodua in Malaysia hergestellte Generation des Mira wurde nach Indonesien importiert und zwischen 2001 und 2005 dort als Daihatsu Ceria verkauft.[4] Besonderes Unterscheidungsmerkmal war die abweichende Frontgestaltung, die 2004 erneut geändert wurde.

WeblinksBearbeiten

Commons: Daihatsu Cuore – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Daihatsu Mira – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e f g Katalog 1982 L55/L60
  2. Höchstgeschwindigkeit laut Angaben im Fahrzeugschein sowie maximal erreichbare Geschwindigkeit laut GPS
  3. a b Laut Katalog L55/L60 von 1982 und mein L60
  4. Daihatsu Ceria L201. In: mobilmotorlama.com. 12. Juni 2017, abgerufen am 1. April 2018.