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DWS Group GmbH & Co. KGaA

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Rechtsform GmbH & Co. KGaA
ISIN DE000DWS1007
Gründung 1956
Sitz Frankfurt am Main DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung Asoka Wöhrmann
Mitarbeiterzahl rund 3.965[1]
Branche Finanzdienstleistungen
Website www.dws.com
Stand: 25. Oktober 2018

Die DWS Group GmbH & Co. KGaA (DWS) ist ein deutscher Vermögensverwalter mit Sitz in Frankfurt am Main. Das Unternehmen verwaltet knapp 700 Mrd. Euro, wurde 1956 gegründet und gehörte von 2004 bis zu seinem Börsengang voll zur Deutschen Bank. Seit dem 23. März 2018 ist die DWS Group an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert und wurde im Juni 2018 in den SDAX aufgenommen.[2]

Inhaltsverzeichnis

UnternehmensprofilBearbeiten

Die DWS Group ist ein börsennotierter Vermögensverwalter mit Sitz in Frankfurt am Main. Weitere Standorte sind London, New York und Hongkong. Neben der globalen Dachmarke DWS, die zugleich das Geschäft mit aktiv gemanagten Investmentfonds bezeichnet, führt das Unternehmen die Marken RREEF für Immobilien- und alternative Investments sowie Xtrackers für passiv verwaltete, börsengehandelte Fonds (Exchange Traded Funds (ETF)). Zum Stichtag 31. März 2018 verwaltete die Gesellschaft ein Vermögen von 676 Mrd. Euro, für den gleichen Zeitraum meldete sie Netto-Mittelabflüsse in Höhe von 7,8 Mrd. Euro.[3] Hauptaktionär der DWS Group ist die Deutsche Bank.

Der Vermögensverwalter wurde am 22. Mai 1956 als Deutsche Gesellschaft für Wertpapiersparen (DWS) in Hamburg gegründet. Die Deutsche Bank war zunächst mit 30 Prozent beteiligt, die übrigen Anteile entfielen auf Institute wie Sal. Oppenheim, Georg Hauck & Sohn und das Bankhaus Metzler.[4]

Seit dem 5. Dezember 2017 wird die Marke DWS als globale Dachmarke verwendet.[5] Die Markenumstellung aller Einheiten und Produktlinien soll im Laufe des Jahres 2018 abgeschlossen sein. Zwischenzeitlich hatte die Gesellschaft als Geschäftsbereich der Deutschen Bank als Deutsche Asset Management, später als Deutsche Asset & Wealth Management und ab 2016 wieder als Deutsche Asset Management firmiert.[6]

Am 23. März 2018 wurde ein Teil der DWS-Anteile an die Börse gebracht. Der Ausgabepreis lag bei 32,50 Euro je Aktie.[7]

Die DWS Group firmiert als GmbH & Co. KGaA. Aufsichtsratsvorsitzender der KGaA ist Karl von Rohr. Komplementär der KGaA ist die DWS Management GmbH. Die Geschäftsführung besteht aus: Asoka Wöhrmann (Chief Executive Officer und Vorsitzender der Geschäftsführung), Claire Peel (Chief Financial Officer), Mark Cullen (Chief Operating Officer), Nikolaus von Tippelskirch (Chief Control Officer), Stefan Kreuzkamp (Chief Investment Officer und Co-Head, Investment Group), Pierre Cherki (Co-Head, Investment Group), Bob Kendall (Co-Head, Global Coverage Group) und Dirk Goergen (Head of EMEA Coverage).[8] Wöhrmann, von Tippelskirch, Kreuzkamp und Goergen sitzen in Frankfurt, Peel und Eilbeck in London, Cherki und Kendall in den USA. Wöhrmann folgte auf Nicolas Moreau, der das Mandat als CEO am 25. Oktober 2018 mit sofortiger Wirkung niederlegte.[9]

StrukturBearbeiten

Die DWS Group bietet aktiv und passiv gemanagte Fondsprodukte sowie alternative Anlagen für private und institutionelle Kunden. Die öffentlich angebotenen Produkte werden unter den Markennamen DWS (aktiv gemanagte Wertpapierfonds) und Xtrackers (ETFs) sowie RREEF (alternative Anlagen, beispielsweise Immobilien- und Infrastrukturfonds) vertrieben. Seit Oktober 2017 werden alle Produkte von einer gemeinsamen Plattform aus gemanagt.[10] Zeitgleich strukturierte die Gesellschaft ihre oberste Führungsriege neu. Das Investmentteam und der Vertrieb (unternehmensintern „Coverage“ genannt) werden jeweils von einer Doppelspitze geführt.[11] Die so genannte Investment Group wird geleitet von Kreuzkamp und Cherki. Die Coverage Group wird von Goergen und Kendall geführt.[12] Die vier Manager berichten an Wöhrmann, der im Unterschied zu Moreau aber nicht mehr Mitglied des Vorstands der Deutschen Bank ist, sondern Generalbevollmächtigter für das Vermögensverwaltungsgeschäft.[13]

KennzahlenBearbeiten

Im Jahr 2017 erwirtschaftete die DWS Group einen Umsatz in Höhe von 2,5 Mrd. Euro. Die Netto-Mittelzuflüsse erreichten 16 Mrd. Euro. Das Vorsteuer-Ergebnis 2017 belief sich auf 621 Mio. Euro. Das verwaltete Vermögen summierte sich zum Jahresende 2017 auf 702 Mrd. Euro.[14]

Das erste Quartal 2018 schloss die DWS Group nach eigenen Angaben mit einem bereinigten Vorsteuergewinn von 136 Mio. Euro ab. Die bereinigten Erträge beliefen sich auf 561 Mio. Euro. Das Aufwands-Ertrags-Verhältnis (Cost-Income-Ratio, kurz: CIR) lag im ersten Quartal im Vergleich zum vierten Quartal unverändert bei 76 Prozent.[15] Das verwaltete Vermögen nahm gegenüber dem vierten Quartal 2017 um drei Prozent auf 676 Mrd. Euro ab. Die Netto-Mittelabflüsse im ersten Quartal 2018 betrugen 7,8 Mrd. Euro, wobei die Gesellschaft von Netto-Zuflüssen im Passiv-Bereich berichtete.[16]

GeschäftsfelderBearbeiten

Im Geschäft mit aktiv gemanagten Wertpapierfonds verwaltete die DWS Group zum Ende des ersten Quartals 2018 493 Mrd. Euro.[17] Die Publikums- und Spezialfonds investieren in Anleihen, Aktien, Multi-Asset und Liquidität. Nach Volumen größter Aktienfonds ist der DWS Top Dividende LD (DE0009848119). Zu den weiteren bekannten Fonds gehören der DWS Concept Kaldemorgen (LU0599947198), der DWS Aktien Strategie Deutschland (DE000DWS2D82), der DWS Deutschland (DE0008490962) und der DWS Investa (DE0008474008). Letztgenannter hat den DAX über seine gesamte 30-jährige Geschichte hinweg übertroffen; von den sechs Fonds, die das erreichten, war er der mit der besten Wertentwicklung.[18] Den DWS Aktien Strategie Deutschland empfahl Finanztest als einen der Top-Fonds für deutsche Aktien.[19]

Im Geschäft mit passiv gemanagten Fonds bietet die DWS Group börsengehandelte Produkte (Exchange Traded Funds und Exchange-traded Commodity (ETC)s), systematische Fonds sowie institutionelle, passive Mandate an. Das verwaltete Vermögen summierte sich zum Ende des ersten Quartals 2018 auf 113 Mrd.[20] Euro. Xtrackers gehört in Europa zu den größten Anbietern von börsengehandelten Fonds.[21]

Hierzu zählen auch die ETF- und ETC-Produkte, die unter dem Namen Xtrackers vertrieben werden. Das ETF-Geschäft der DWS Group begann 2007 unter dem Dach der Deutschen Bank mit einer Palette von synthetisch replizierenden ETFs. Mittlerweile wird der Großteil des ETF-Vermögens physisch repliziert.[22] Die größten Xtrackers-ETFs bilden den EuroStoxx 50 und den DAX ab.

Das dritte Geschäftsfeld der DWS Group sind die alternativen Anlagen, die unter der Marke RREEF vertrieben werden. Hierzu gehören vor allem Immobilien- sowie Infrastrukturfonds. Das verwaltete Vermögen belief sich zum Ende des ersten Quartals 2018 auf 70 Mrd. Euro.[23] Zu den bekanntesten Produkten zählen die offenen Immobilienfonds grundbesitz Fokus Deutschland RC (DE0009807081) und grundbesitz Europa RC (DE0009807008).[24]

BörsengangBearbeiten

Der am 5. März 2017 von der Deutschen Bank angekündigte Börsengang der DWS Group erfolgte am 23. März 2018.[25][26] Das Emissionsvolumen wurde vorab in Medienberichten auf rund 2 Mrd. Euro geschätzt.[27] In einem Gespräch mit dem Handelsblatt[28] im September 2017 stellte der seinerzeitige CEO Moreau die Profitabilität, die Ertragsstärke und die Mittelzuflüsse des Vermögensverwalters heraus. Dennoch konnte die Deutsche Bank lediglich 22,25 % statt der geplanten 25 %[29] der Aktien am Markt platzieren. Der Emissionspreis lag bei 32,50 Euro je Aktie; zur Börsennotierung bedeutete dies eine Marktkapitalisierung von 6,5 Mrd. Euro. Dieser Kurs wurde bislang nicht wieder erreicht. Bis Ende September 2018 verlor die Aktie bei Kursen von 24 Euro ein Viertel ihres Wertes.

Die Aktie der DWS Group ist im Prime Standard der Deutschen Börse gestartet. Am 20. Juni 2018 erfolgte die Aufnahme in den Nebenwerte-Index SDAX. Eine Aufnahme in den MDAX wäre aufgrund der Marktkapitalisierung möglich. Der Streubesitz ist hierfür wegen des großen Anteils, den die Deutsche Bank noch hält, zu gering.[30]

GeschichteBearbeiten

22.5.1956 Gründung der Deutsche Gesellschaft für Wertpapiersparen (DWS) in Hamburg mit aktiv gemanagtem Fondsangebot.[31] Dem Gründungskonsortium gehörten an: Die Deutsche Bank mit 30 %, Brinckmann, Wirtz & Co., Metallgesellschaft, Sal. Oppenheim jr. & Cie mit je 8 %, Badische Bank, Delbrück Schickler & Co. mit je 7 % und die Berliner Disconto Bank, Deutsche Unionbank, Conrad Hinrich Donner, Georg Hauck & Sohn, B. Metzler, Schröder Gebrüder & Co., Alwin Steffan sowie August Thyssen-Bank mit je 4 %.[32]
2004 Ausscheiden des Bankhauses Hauck & Aufhäuser Privatbankiers. DWS vollständig im Besitz der Deutschen Bank.[33]
10.01.2007 Launch der ETF-Plattform db X-trackers innerhalb der Deutschen Bank.[34]
07.04.2009 Die DWS übernimmt die Fondsverwaltung von RREEF.[35]
12.09.2012 Die Deutsche Bank kündigt Schaffung der Division „Deutsche Asset & Wealth Management“ und vollständige Integration der DWS an. Gleichzeitig wird das Geschäft mit passiv gemanagten Produkten und Mandaten (X-trackers) von der Deutschen Bank auf die neue Einheit übertragen. DWS wird als Name für das deutsche Retail-Geschäft weiter genutzt.[36] Das Geldinstitut ist Miteigentümerin der DWS seit ihrer Gründung 1956.
17.03.2016 Die Einheiten Asset & Wealth Management werden voneinander getrennt. Die Vermögensverwaltung firmiert nun unter dem Namen Deutsche Asset Management.[37]
05.03.2017 Die Deutsche Bank kündigt den Börsengang ihres Vermögensverwalters innerhalb von 24 Monaten an.[38]
05.12.2017 Die Deutsche Asset Management kündigt die Einführung der Marke DWS als globale Dachmarke an (ab Ende Q1 2018).[39]
23.03.2018 Börsengang der DWS an der Frankfurter Wertpapierbörse, fast genau ein Jahr nach der Ankündigung durch die Deutsche Bank.

LiteraturBearbeiten

  • Martin L. Müller: DWS Investments. Eine Erfolgsgeschichte 1956–2006. Piper, München/Zürich 2006, ISBN 3-492-04943-5.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Unternehmensangaben, Quartalsbericht veröffentlicht am 26. April 2018, Financial Data Supplement. Aufgerufen am 22. Juni 2018. Abgerufen am 22. Juni 2018.
  2. Mitteilung der Deutschen Börse vom 5. Juni 2018. Abgerufen am 5. Juni 2018.
  3. Unternehmensangaben, Medieninformation. veröffentlicht am 26. April 2018, abgerufen am 22. Juni 2018.
  4. Martin L. Müller: DWS-Investments: eine Erfolgsgeschichte 1956 – 2006. Pieper, München, S. 26.
  5. Unternehmensangaben. Medieninformation veröffentlicht am 5. Dezember 2017, abgerufen am 22. Juni 2018.
  6. Deutsche Bank Geschäftsbericht 2016. veröffentlicht am 20. März 2017, abgerufen am 22. Juni 2018.
  7. Der Aktionär. Bericht vom 23. März 2018, abgerufen am 22. Juni 2018.
  8. Unternehmensangaben. Abgerufen am 22. Juni 2018.
  9. Yasmin Osman: Deutsche Bank trennt sich von DWS-Chef Nicolas Moreau. In: Handelsblatt. Abgerufen am 29. Oktober 2018.
  10. Fondsprofessionell. Bericht vom 6. Oktober 2017, abgerufen am 22. Juni 2018.
  11. ebd.
  12. ebd.
  13. Deutsche Bank: Aufsichtsrat baut Vorstand um. Abgerufen am 29. Oktober 2018.
  14. Bericht Q4- und Jahreszahlen 2017 Deutsche Bank. 2. Februar 2018, abgerufen am 1. August 2018.
  15. Unternehmensangaben, Medieninformation veröffentlicht am 26. April 2018. Abgerufen am 22. Juni 2018.
  16. ebd.
  17. Unternehmensangaben. Quartalsbericht veröffentlicht am 26. April 2018, Financial Data Supplement, abgerufen am 5. Juli 2018.
  18. Das Investment. Bericht vom 16. Mai 2018, abgerufen am 5. Juli 2018.
  19. Finanztest: „Erfolgsstory Dax“. Artikel in 6/2018 Auflage. S. 40.
  20. Unternehmensangaben. Quartalsbericht veröffentlicht am 26. April 2018, Financial Data Supplement, abgerufen am 22. Juni 2018.
  21. Morningstar. Bericht vom 18. Mai 2018, abgerufen am 5. Juli 2018.
  22. Unternehmensangaben. Medieninformation veröffentlicht am 24. Mai 2017, abgerufen am 5. Juli 2018.
  23. Unternehmensangaben. Quartalsbericht veröffentlicht am 26. April 2018, Financial Data Supplement, abgerufen am 22. Juni 2018.
  24. Unternehmensangaben. Abgerufen am 22. Juni 2018.
  25. Deutsche Bank. Ad-Hoc-Meldung veröffentlicht am 5. März 2017, abgerufen am 22. Juni 2018.
  26. Der Aktionär. Bericht vom 23. März 2018, abgerufen am 22. Juni 2018.
  27. Börsen-Zeitung, Artikel vom 11. Oktober 2017, IPO-Markt schaut aufs nächste Jahr (S. 7).
  28. Handelsblatt, Artikel vom 6. September 2017, „So schnell wie möglich an die Börse“ (S. 28f.).
  29. Börsengang von DWS bringt weniger als erwartet. Finanz und Wirtschaft, abgerufen am 15. Oktober 2018.
  30. DWS-Aktie startet im SDAX. Fonds Professionell, abgerufen am 15. Oktober 2018.
  31. Martin L. Müller. (2006). DWS-Investments: eine Erfolgsgeschichte 1956 – 2006 (S. 22). Pieper, München.
  32. Martin L. Müller. (2006). DWS-Investments: eine Erfolgsgeschichte 1956 – 2006 (S. 26). Pieper, München.
  33. Martin L. Müller. (2006). DWS-Investments: eine Erfolgsgeschichte 1956 – 2006 (S. 234). Pieper, München.
  34. Unternehmensangaben. Medieninformation veröffentlicht am 3. April 2017, abgerufen am 22. Juni 2018.
  35. Fondsprofessionell. Bericht vom 7. April 2009, abgerufen am 22. Juni 2018.
  36. IPE Institutional Investor. Bericht vom 12. September 2012, abgerufen am 22. Juni 2018.
  37. Deutsche Bank Geschäftsbericht 2016. veröffentlicht am 20. März 2017, abgerufen am 22. Juni 2018.
  38. Deutsche Bank. Ad-Hoc-Meldung veröffentlicht am 5. März 2017, abgerufen am 22. Juni 2018.
  39. Unternehmensangaben. Medieninformation veröffentlicht am 5. Dezember 2017, abgerufen am 5. Juni 2018.