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DRF Stiftung Luftrettung gAG

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Rechtsform gemeinnützige Aktiengesellschaft
Gründung 6. September 1972 (Satzung gem. Vereinsregister)
Sitz Filderstadt
Leitung
  • Peter Huber[1] (Vorstand)
Mitarbeiterzahl 577 (2017)[2]
Umsatz 121,74 Mio. Euro (2017)[2]
Branche Luftrettung
Website www.drf-luftrettung.de

MBB/Kawasaki BK 117 und Rettungswagen
MBB/Kawasaki BK 117 in der Luft
Eurocopter EC 135 P2+ beim Start
Learjet 35A der DRF

Die DRF Luftrettung (vormals Deutsche Rettungsflugwacht e. V.) mit Sitz in Filderstadt ist Teil des deutschen Rettungsdienstes auf dem Gebiet der Luftrettung.

GeschichteBearbeiten

In Deutschland wurde Anfang der 1970er Jahre durch den Unfalltod des Jungen Björn Steiger eine Verfügbarkeitslücke in der schnellen medizinischen Soforthilfe offenbar. Seine Eltern gründeten daraufhin die Rettungsdienst-Stiftung Björn Steiger e.V. (heute Björn-Steiger-Stiftung), deren Initiative im Jahr 1972 zur Gründung der „Deutschen Rettungsflugwacht German Air-Rescue (abgekürzt DRF)“ e. V.[3] führte. Am 19. März 1973 kam es zum ersten Rettungseinsatz per Hubschrauber.

Im Jahr 1999 erschütterte ein durch den Spiegel aufgedeckter Skandal sowohl DRF als auch Björn Steiger Stiftung.[4]

Nach ihrer Umorganisierung 2008 heißt sie heute DRF Luftrettung.[5] Sie besteht aus einem Förderverein, dessen Präsident Rudolf Böhmler ist, und einer Stiftung, die beide gemeinnützig sind. Zusammen betreiben sie die DRF Stiftung Luftrettung gemeinnützige Aktiengesellschaft, die den Betrieb der Rettungsstationen mit deren Hubschraubern durchführt. Zur DRF Luftrettung gehört außerdem in Österreich die ARA-Flugrettungs GmbH, in Dänemark die Falck DRF Luftambulance A/S.[6]

In Deutschland ist die DRF Luftrettung nach der ADAC Luftrettung der größte nicht kommerzielle Luftrettungsdienst.

Im Jahr 2014 leistete die DRF Luftrettung insgesamt 37.861 Einsätze, was einem Rückgang von 0,84 % gegenüber dem Vorjahr (38.180 Einsätze) entspricht, davon 35.368 Einsätze in Deutschland.[7]

Zum 1. Januar 2015 wurde die bisherige Tochtergesellschaft HSD Luftrettung gemeinnützige GmbH in die DRF Stiftung Luftrettung gemeinnützige AG eingebunden und aufgelöst.[8]

Am 15. September 2016 gab die DRF Luftrettung bekannt, dass die bis dahin bestehende Tochtergesellschaft HDM Luftrettung gemeinnützige GmbH rückwirkend zum 1. Januar 2016 in die DRF Stiftung Luftrettung gemeinnützige AG eingegliedert wurde. Damit gingen alle Stationen der HDM Luftrettung an die DRF über und werden auch von ihr betrieben.[9]

Am 23. Januar 2018 kam es zu einem Unglück mit einem Rettungshubschrauber der DRF, nachdem dieser vom Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden aus zu einem Übungsflug gestartet war. Nahe Oberhausen-Rheinhausen (Landkreis Karlsruhe) stieß der Hubschrauber in der Luft mit einem Kleinflugzeug aus ungeklärter Ursache zusammen. Bei dem Unglück gab es vier Tote. Jeweils zwei Personen befanden sich in den beiden Luftfahrzeugen. Das Kleinflugzeug kam aus Basel und war unterwegs nach Speyer.[10]

Im April 2019 hat die DRF Luftrettung rückwirkend zum 1. Januar 2019 die Gesellschafteranteile der Northern HeliCopter GmbH (NHC) in Emden von der AG Ems zu 100 % übernommen.[11]

AufgabenBearbeiten

Das Unternehmen verpflichtet sich seit ihrer Gründung am 19. März 1973[12] der schnellen Hilfe von Notfallpatienten. In den Anfängen betrieb die DRF Luftrettung in Deutschland zunächst nur Luftrettung mit Rettungshubschraubern. Seit den 1980er Jahren stellt sie zudem mehrere Intensivtransporthubschrauber, wie z. B. in München, Nürnberg, Regensburg, Halle, Hannover, Berlin, Stuttgart, Mannheim, Freiburg, Dortmund, Bremen, Bad Berka, die zum Teil auch nachts einsatzbereit sind. Insgesamt fliegen Hubschrauber an 31 Stationen der DRF Luftrettung.

Außerdem werden mit Ambulanzflugzeugen Rückholungsflüge aus dem Ausland durchgeführt. Die Flugzeuge sind am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden beheimatet. Diese Leistungen werden den Fördermitgliedern der DRF gewährt, die für ihre Mitgliedschaft jährliche Beiträge leisten müssen und im Rahmen dieser Fördermitgliedschaft entsprechend versichert werden, jedoch können auch Urlauber, Geschäftsleute und andere diese Leistung in Anspruch nehmen. Koordiniert werden die Einsätze von der DRF eigenen Einsatzzentrale, welche am Flughafen Karlsruhe/Baden beheimatet ist.[13][14]

AusstattungBearbeiten

 
MBB/Kawasaki BK 117

Es gibt über 50 Hubschrauber im In- und Ausland, die in den Farben Rot und Weiß gehalten sind. Ein einheitliches Design der Flotte wird angestrebt.

Zum Einsatz kommen Hubschrauber der Typen MBB/Kawasaki BK 117/EC 145, EC 135. Die Hubschrauber des Musters Bell 412 wurden Ende 2015 ausgemustert. Die DRF Luftrettung übernahm 2014 als weltweit erster Betreiber einen Eurocopter EC 145 T2 die an der Station in München in Betrieb ging. Weitere Maschinen diesen Typs folgten an den Stationen in Nürnberg und Regensburg. Eine Umstellung der BK117 Flotte auf H145 ist mittelfristig geplant.

Für weltweite Repatriierungen von erkrankten und verletzten Personen werden außerdem zwei Flugzeuge des Typs Learjet 35A eingesetzt. Die Maschinen wurden hierfür speziell umgebaut und mit intensivmedizinischer Ausstattung aufgerüstet. Die zwei Jets sind am Flughafen Karlsruhe-Baden stationiert. Weiterhin befindet sich am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden das Operationcenter, von dem aus die Ambulanzflüge koordiniert, sowie die Hubschrauberflotte überwacht wird. Ebenfalls befindet sich in unmittelbarer Nähe die 2013 eröffnete Hubschrauberwerft, in der an elf Helikoptern gleichzeitig Wartungsarbeiten durchgeführt werden können.

StationenBearbeiten

Die 30 Standorte der DRF Luftrettung
(In Halle und Nürnberg sind jeweils 2 Hubschrauber stationiert)
Rufname Stadt Betreiber Internet Einsatzbereitschaft Hubschraubermuster
Christoph 11 Villingen-Schwenningen DRF Luftrettung Datenblatt Tag und Nacht, ITH Airbus Helicopters H145
Christoph 27 Nürnberg DRF Luftrettung Datenblatt Tagstation, Rettungswinde Eurocopter EC135
Christoph 36 Magdeburg DRF Luftrettung Datenblatt Tagstation Eurocopter EC135
Christoph 37 Nordhausen DRF Luftrettung Datenblatt Tagstation Eurocopter EC135
Christoph 38 Dresden DRF Luftrettung Datenblatt Tagstation Eurocopter EC135
Christoph 41 Leonberg DRF Luftrettung Datenblatt Tagstation Eurocopter EC135
Christoph 42 Rendsburg DRF Luftrettung Datenblatt Tag und Nacht Eurocopter EC145
Christoph 43 Karlsruhe DRF Luftrettung Datenblatt Tagstation Eurocopter EC135
Christoph 44 Göttingen DRF Luftrettung Datenblatt Tagstation Eurocopter EC135
Christoph 45 Friedrichshafen DRF Luftrettung Datenblatt Tagstation Airbus Helicopters H135
Christoph 47 Greifswald DRF Luftrettung Datenblatt Tagstation Eurocopter EC145
Christoph 49 Bad Saarow DRF Luftrettung Datenblatt Tagstation Eurocopter EC135
Christoph 51 Stuttgart DRF Luftrettung Datenblatt Tagstation, ITH Eurocopter EC145
Christoph 53 Mannheim DRF Luftrettung Datenblatt Tagstation, ITH Eurocopter EC135
Christoph 54 Freiburg im Breisgau DRF Luftrettung Datenblatt Tagstation, ITH MBB/Kamasaki BK117
Christoph 60 Suhl DRF Luftrettung Datenblatt Tagstation Eurocopter EC135
Christoph 62 Bautzen DRF Luftrettung Datenblatt Tag und Nacht, ITH, Rettungswinde Airbus Helicopters H145
Christoph 64 Angermünde DRF Luftrettung Datenblatt Tagstation Eurocopter EC135
Christoph 80 Weiden in der Oberpfalz DRF Luftrettung Datenblatt Tagstation Eurocopter EC135
Christoph Berlin Berlin DRF Luftrettung Datenblatt Tag und Nacht, ITH Airbus Helicopters H145
Christoph Europa 5 Niebüll DRF Luftrettung Datenblatt Tagstation Eurocopter EC145
Christoph Halle Halle (Saale) DRF Luftrettung Datenblatt Tagstation Airbus Helicopters H135
Christoph München München-Großhadern DRF Luftrettung Datenblatt Tag und Nacht, ITH Airbus Helicopters H145
Christoph Niedersachsen Hannover DRF Luftrettung Datenblatt Tag und Nacht, ITH Airbus Helicopters H145
Christoph Nürnberg Nürnberg DRF Luftrettung Datenblatt Tag und Nacht, ITH Airbus Helicopters H145
Christoph Regensburg Regensburg DRF Luftrettung Datenblatt Tag und Nacht, ITH Airbus Helicopters H145
Christoph Sachsen-Anhalt Halle (Saale) DRF Luftrettung Datenblatt Tag und Nacht, ITH Airbus Helicopters H145
Christoph Thüringen Bad Berka DRF Luftrettung Datenblatt Tag und Nacht, ITH Airbus Helicopters H145
Christoph Dortmund Dortmund-Wickede DRF Luftrettung Datenblatt Tagstation, ITH MBB/Kamasaki BK117
Christoph Weser Bremen DRF Luftrettung Datenblatt Tagstation, ITH MBB/Kamasaki BK117
RK 1 Fresach ARA Luftrettung Datenblatt Tagstation, Rettungswinde Airbus Helicopters H145
RK 2 Reutte ARA Luftrettung Datenblatt Tagstation, Rettungswinde Airbus Helicopters H145
Christoph Liechtenstein Balzers AP³ Luftrettung Datenblatt Tag und Nacht Eurocopter EC135
Air Ambulance Baden Airpark DRF Luftrettung Datenblatt Tag und Nacht Lear Jet 35

TochtergesellschaftenBearbeiten

Ehemalige TochtergesellschaftenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

QuellenBearbeiten

  1. a b c Leitung und Struktur der DRF Luftrettung. DRF Luftrettung, abgerufen am 22. Juni 2015.
  2. a b Bundesanzeiger: Jahresabschluss zum 31. 12. 2017, abgerufen am 28. Oktober 2019
  3. „Deutsche Rettungsflugwacht German Air-Rescue e. V. (abgekürzt DRF)“: Amtsgericht Nürtingen, Vereinsregister, VR 325, ehem.; nach Umwandlung 2008, Amtsgericht Stuttgart, HRB 727649, DRF Stiftung Luftrettung gemeinnützige AG, Filderstadt; Gemeinsames Registerportal der Länder
  4. Jürgen Dahlkamp, Udo Ludwig: Hilfsorganisationen. Eine ehrenwerte Gesellschaft. In: Der Spiegel. Nr. 20-1999. Hamburg 1999, und 21-1999. [1] [2]
  5. Team DRF wird zu DRF Luftrettung. RTH Info. 23. August 2008. Abgerufen am 30. April 2010.
  6. Struktur. DRF Luftrettung. 2010. Abgerufen am 4. Mai 2010.
  7. Zahlen und Fakten. DRF Luftrettung. 2014. Abgerufen am 27. Februar 2015.
  8. Tochtergesellschaft HSD Luftrettung gemeinnützige GmbH in DRF Stiftung Luftrettung gemeinnützige AG integriert, Website der DRF Luftrettung, abgerufen am 9. Juli 2015
  9. HDM Luftrettung geht vollständig in DRF Luftrettung auf, rth.info
  10. Flugunglück mit vier Toten: Ermittlungen am Absturzort abgeschlossen. Augsburger Allgemeine. 25. Januar 2017. Abgerufen am 4. Februar 2017.
  11. DRF Luftrettung neue Gesellschafterin von NHC, 11. April 2019, abgerufen 23. Mai 2019
  12. Über uns. Abgerufen am 18. Oktober 2019.
  13. Allgemeine Bedingungen für die Versicherung von Rettungs-, Rückhol- und Verlegungsflügen für Fördermitglieder des DRF e. V. (60 KB; PDF) DRF Luftrettung. 15. September 2008. Abgerufen am 30. April 2010.@1@2Vorlage:Toter Link/www.drf-luftrettung.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  14. Internationale Ambulanzflüge. DRF Luftrettung. 2010. Abgerufen am 30. April 2010.