Dörnhof (Kulmbach)

Gemeindeteil der Großen Kreisstadt Kulmbach

Dörnhof (umgangssprachlich: Döʳnhūf[1]) ist ein Gemeindeteil der Großen Kreisstadt Kulmbach im Landkreis Kulmbach (Oberfranken, Bayern).

Dörnhof
Große Kreisstadt Kulmbach
Koordinaten: 50° 7′ 13″ N, 11° 28′ 55″ O
Höhe: 406 m ü. NHN
Postleitzahl: 95326
Vorwahl: 09221

GeografieBearbeiten

Der Weiler liegt am Rande des Biegigsberg (424 m ü. NHN, 0,4 km südwestlich). Gegen Westen fällt das Gelände ins Tal des Kesselbachs ab. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Kauernburg (0,7 km südlich) bzw. nach Eggenreuth (0,8 km nördlich).[2]

GeschichteBearbeiten

Der Ort wurde 1531 als „Durnhof“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist wahrscheinlich dorn (mhd. für Dornstrauch). Demnach dürfte eben ein solcher die Namensgebung des Ortes beeinflusst haben.[3] 1554 wurde der „Durrenhof“ im Zweiten Markgrafenkrieges bei der Belagerung von Kulmbach und der Plassenburg durch die Bundesständischen niedergebrannt.[4]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Dörnhof aus einem Anwesen. Das Hochgericht übte das bayreuthische Stadtvogteiamt Kulmbach. Das Rittergut Kirchleus war Grundherr des Dreiviertelhofes.[5]

Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Kulmbach. Mit dem Gemeindeedikt wurde Dörnhof dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Kauerndorf und der 1812 gebildeten gleichnamigen Ruralgemeinde zugewiesen. 1818 erfolgte die Überweisung an die neu gebildete Ruralgemeinde Kauernburg. Am 1. April 1946 wurde Dörnhof nach Kulmbach eingegliedert.[6]

BaudenkmälerBearbeiten

  • Dörnhof 1: Wohnstallhaus

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr 001818 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 7 9 8 6 7 8 23 8 18 *
Häuser[7] 2 2 2 1 2 2 *
Quelle [6] [8] [9] [10] [11] [12] [13] [14] [15] [16]
* Ort wird zu Kulmbach gerechnet.

ReligionBearbeiten

Dörnhof ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach St. Oswald (Untersteinach) gepfarrt.[5] Seit dem 19. Jahrhundert sind die Protestanten nach St. Petrus (Kulmbach) gepfarrt.[8]

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. E. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 199.
  2. Dörnhof im BayernAtlas. Entfernungsangaben jeweils Luftlinie.
  3. E. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 23.
  4. O. Knopf: Thüringer Schiefergebirge, Frankenwald, Obermainisches Bruchschollenland, Sp. 83.
  5. a b R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 589.
  6. a b R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 745f.
  7. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.
  8. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 895, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  9. Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1067, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  10. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1016 (Digitalisat).
  11. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1063 (Digitalisat).
  12. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1097 (Digitalisat).
  13. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, Abschnitt II, Sp. 869 (Digitalisat).
  14. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 639 (Digitalisat).
  15. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, S. 161 (Digitalisat).
  16. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 314 (Digitalisat).