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Dä kölsche Boor en Iser

Kölner Kriegswahrzeichen und eines der künstlerisch ambitioniertesten Nagelbilder des Ersten Weltkriegs
Unterer Teil des Dä kölsche Boor en Iser im Kölnischen Stadtmuseum

Dä Kölsche Boor en Iser (kölsch für: Der Kölnische Bauer in Eisen) ist das Kölner Kriegswahrzeichen und eines der künstlerisch ambitioniertesten Nagelbilder des Ersten Weltkriegs. Der Boor entstand für die Kriegsnagelung im Ersten Weltkrieg und wurde am 20. Juni 1915 vor dem Gürzenich aufgestellt. Heute befindet er sich im Kölnischen Stadtmuseum.

Inhaltsverzeichnis

EntwurfBearbeiten

Die Idee zur Nagelfigur stammte von dem Kölner Unternehmer Max von Guilleaume. Die Figur wurde von dem Professor – an der Kunst(hoch)schule Kölner Werkschulen – dem Bildhauer Wolfgang Wallner, nach dem Vorbild des Kölner Bauer entworfen. Der Kuppelbau, unter dem der Boor bis Januar 1919 ausgestellt wurde, stammte von dem Kölner Baukünstler Franz Brantzky.

Benagelung und Verbleib, BedeutungBearbeiten

Bereits nach einem Jahr hatte der Boor mit 707.000 Mark das höchste Spendenaufkommen einer Nagelfigur in Deutschland erzielt. Bis 1919 wurden offenbar 1,5 Millionen M. eingenommen. Am 28. Januar 1919 wurde die Figur in den Gürzenich verbracht. Bis in die Mitte der 1950er Jahre befand sich der Boor im Haus der Rheinischen Heimat. Seit 1984 ist er im Stadtmuseum untergebracht und ist Teil der Dauerausstellung.

1915 dichtete und komponierte der populäre Kölner Sänger Willi Ostermann das Marschlied Dä kölsche Boor en Iser. Vom 20. Februar 1916 bis zum 29. Juni 1919 erschien die wöchentlich erscheinende Zeitschrift Der Kölschen Boor, in der die neuesten Spendenergebnisse veröffentlicht wurden. Unter den hunderten von Nagelfiguren, die während des Krieges in Deutschland beschlagen wurden, nahm der Boor eine herausragende Stellung ein. Der Kölsche Boor ist nach oder neben dem Eisernen Hindenburg von Berlin das während des Ersten Weltkriegs am häufigsten auch in der überregionalen Presse beschriebene Kriegswahrzeichen.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Der Kölschen Boor : Wochenschrift des "Kölschen Boor" in Eisen, 1916–1919 (online)
  • Willi Ostermann: Dä kölsche Boor en Iser, Köln (Verlag Kölsche Boor) 1915.
  • Gerhard Schneider: In eiserner Zeit. Kriegswahrzeichen im Ersten Weltkrieg, Schwabach im Taunus 2013, S. 308ff. ISBN 978-3-94126413-7
  • Ders.: Zur Mobilisierung der "Heimatfront": Das Nageln sogenannter Kriegswahrzeichen im Ersten Weltkrieg, in: Zeitschrift für Volkskunde, 95. Jg., 1999, S. 32–62.
  • Kriegs-Wahrzeichen zum Benageln. 69 Entwürfe aus einem Preiswettbewerb des Deutschen Werkbundes, München 1915.
  • Michael Diers: Nagelmänner. Propaganda mit ephemeren Denkmälern im Ersten Weltkrieg, in: Ders. (Hg.): Mo(nu)mente. Formen und Funktionen ephemerer Denkmäler, Berlin 1993, S. 113–35.

WeblinksBearbeiten