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Cyriopagopus lividum

Art der Gattung Haplopelma
Cyriopagopus lividum
Cyriopagopus lividus, Weibchen

Cyriopagopus lividus, Weibchen

Systematik
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
Unterfamilie: Ornithoctoninae
Gattung: Cyriopagopus
Art: Cyriopagopus lividum
Wissenschaftlicher Name
Cyriopagopus lividus
Smith, 1996
Paarung, (links: Weibchen, rechts: Männchen)

Cyriopagopus lividus (Syn.: Haplopelma lividum Smith, 1996), manchmal auch „Blaue Burma-Vogelspinne“, „Blaue Thai“ oder „Kobaltblaue Vogelspinne“ genannt, ist eine Spinnenart aus der Gattung Cyriopagopus innerhalb der Familie der Vogelspinnen (Theraphosidae), die hauptsächlich in Myanmar, dem früheren Burma, sowie in Thailand beheimatet ist.

Inhaltsverzeichnis

LebensraumBearbeiten

Sie lebt in den feuchten Wäldern ihres Verbreitungsgebiets, ist dort aber auch in Plantagen anzutreffen.

BeschreibungBearbeiten

Cyriopagopus lividum ist eine eher kleine bis mittelgroße Vogelspinnenart mit maximal fünf Zentimetern Körperlänge. Sie hat einen langgestreckten, grauen Carapax. Das Abdomen hat einen Farbverlauf von grau an der Basis bis zu bläulich bei den Spinnwarzen. Das Abdomen hat zusätzlich eine schwarze Längslinie. Das Femur ist schwarz mit einem bläulichen Schimmer. Von den Patellen bis zu den Tarsen hat die Spinne eine dunkelblaue Färbung. Die Körperbehaarung ist sehr kurz und die Körperform ist allgemein sehr schlank.

LebensweiseBearbeiten

Cyriopagopus lividum ist eine röhrenbewohnende Spinne, d. h., sie lebt in selbst gegrabenen, bis zu >50 Zentimeter tiefen Wohnröhren, welche sie nur selten verlässt.

Sie ernährt sich hauptsächlich von Insekten, je nach Größe z. B. Grillen, Heuschrecken und Schaben. Sobald sie Beute in der Nähe ihrer Röhre wahrnimmt, schnellt sie blitzartig hervor, überwältigt die Beute und zieht sich zum Fressen wieder in ihren Unterschlupf zurück.

Auf eine Bedrohung reagiert diese Spinnenart meist defensiv, indem sie sich in ihrer Wohnröhre versteckt. Falls ihr jedoch kein Unterschlupf zur Verfügung steht, wird sie aggressiv, schnell und unberechenbar und setzt sich mit Giftbissen zur Wehr.

Sie kann in einem Terrarium gepflegt werden.

Systematik und TaxonomieBearbeiten

Früher wurde sie wegen ihrer Färbung häufig mit der seltenen Lampropelma violaceopes verwechselt und kam unter diesem Artnamen in den Zoofachhandel. Diese Art gehört zwar auch zu den Ornithoctoninae, kommt jedoch in Malaysia und Singapur vor und lebt im Gegensatz zu der röhrenbewohnenden Cyriopagopus lividum auf Bäumen. Diese Ungereimtheiten veranlassten Andrew Smith im Jahr 1996, die seit 1988 in Europa im Handel eingeführte „Blaue Vogelspinne“ als neue Art zu beschreiben und der damaligen Gattung Haplopelma zuzuordnen. Später wurde sie zusammen mit allen übrigen Haplopelma-Arten bei einer Revision der Unterfamilie von Andrew M. Smith und Michael A. Jacobi in die Gattung Cyriopagopus überführt.[1]

2010 wurden die damaligen Haplopelma-Arten mit Ausnahme der Typusart Haplopelma doriae, welche in die Gattung Ornithoctonus, gestellt wurde, von Günter E. W. Schmidt unter dem wieder errichteten Synonym Melopoeus Pocock, 1895 zusammengefasst.[2] Der wissenschaftliche Name der Blauen Burma-Vogelspinne wäre daher nach dieser Revision Melopoeus lividum.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Cyriopagopus lividum – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

LiteraturBearbeiten

  • Peter Klaas: Vogelspinnen: Herkunft, Pflege, Arten. Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart 2003 ISBN 3-8001-3696-1
  • Günter Schmidt: Vogelspinnen, Lebensweise - Bestimmungsschlüssel - Haltung - Zucht. Landbuch Verlag, Hannover 1993, S. 77–82 ISBN 3-7842-0484-8
  • Volker von Wirth und Martin Huber: Einige Praxis-Tipps zur Haltung von Haplopelma-Arten und anderen Röhren bewohnenden Vogelspinnen. In: DeArGe Mitteilungen 7, 11, S. 14–23, 2002 (Inhaltsverzeichnis).

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Smith, A. M. & Jacobi, M. A.: Revision of the genus Phormingochilus with the description of three new species from Sulawesi and Sarawak and notes on the placement of the genera Cyriopagopus, Lampropelma and Omothymus. British Tarantula Society Journal 30(3), 2015, S. 25–48.
  2. Günter Schmidt: Anmerkungen zu Haplopelma SIMON, 1892, Melopoeus POCOCK, 1895 und Ornithoctonus POCOCK, 1892 (Araneae: Theraphosidae: Ornithoctoninae). Tarantulas of the World, Sonderausgabe 142, S. 30-34, Juli 2010