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Curt Liebmann

deutscher Offizier, zuletzt General der Infanterie im Zweiten Weltkrieg

Militärische Laufbahn vor 1933Bearbeiten

Curt war der Sohn des preußischen Generalmajors Konrad Liebmann und ergriff wie sein Vater die Offizierslaufbahn.

Im März 1899 trat er als Leutnant in das 2. Nassauische Infanterie-Regiment Nr. 88 in Mainz ein und wechselte später in das Großherzoglich Mecklenburgische Füsilier-Regiment „Kaiser Wilhelm“ Nr. 90 in Rostock. 1906 bis 1909 studierte er an der Kriegsakademie und war von 1910 bis 1913 als Hauptmann Mitglied des Großen Generalstabs. Während des Ersten Weltkrieges diente Liebmann in verschiedenen Generalstabsverwendungen und nahm unter anderem an der Schlacht bei Tannenberg teil.

Nach Kriegsende wurde Liebmann in die Reichswehr übernommen und zunächst in das Reichswehrministerium versetzt, wo er von 1924 bis 1928 Leiter der Statistischen Abteilung im Truppenamt war. Anschließend übernahm er das Kommando über das 5. (Preußisches) Infanterie-Regiment in Stettin, wo er 1929 zum Generalmajor befördert wurde. Es folgten eine mehrmonatige Verwendung als Chef des Generalstabes des Gruppenkommandos 2 in Kassel und schließlich 1931 die Berufung zum Kommandeur der 5. Division und Befehlshaber im Wehrkreis V (Stuttgart), verbunden mit der Beförderung zum Generalleutnant. Liebmann gehörte damit zum engeren Führungskreis der Reichswehr.

Liebmann-AufzeichnungBearbeiten

 
Curt Liebmann (1931)

Am 3. Februar 1933, vier Tage nach seiner Ernennung zum Reichskanzler, war Adolf Hitler eingeladen, anlässlich einer Befehlshaberbesprechung eine Rede vor der Führung der Reichswehr zu halten. Bei diesem Treffen in der Dienstwohnung des Chefs vom Oberkommando des Heeres, General der Infanterie Kurt von Hammerstein-Equord, sprach Hitler über seine mittel- und langfristigen Ziele. Anwesend waren unter anderem die sieben Wehrkreisbefehlshaber, darunter auch Liebmann, der sich wie üblich handschriftliche Notizen machte. Die persönlichen Originalaufzeichnungen Liebmanns befinden sich heute im Institut für Zeitgeschichte in München. Sie enthalten Notizen zu Befehlshaberbesprechungen aus den Jahren 1930 bis 1935 sowie seine persönlichen Erinnerungen. Die Notizen zu der Rede Hitlers am 3. Februar 1933 veröffentlichte das Institut erstmals 1954 in den Vierteljahrsheften für Zeitgeschichte. Sie sind relativ kurz gehalten und geben nur die wichtigsten Punkte von Hitlers Rede wieder.

Laufbahn in der WehrmachtBearbeiten

Nach dem Tode des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg und der Ernennung Hitlers zum Obersten Befehlshaber der Wehrmacht im Sommer 1934 verlor der bei den Nationalsozialisten als zu konservativ geltende Liebmann sein Kommando und blieb über ein Jahr lang ohne Verwendung. Erst im Oktober 1935 wurde er unter Beförderung zum General der Infanterie zum ersten Kommandeur der neu entstandenen Heereskriegsakademie in Berlin ernannt. Hier war er bis zum Frühjahr 1939 tätig, als er mit Wirkung vom 30. April mit 58 Jahren in den Ruhestand versetzt wurde.

Mit dem Beginn der Mobilmachung am 25. August 1939 wurde Liebmann reaktiviert und zum Oberbefehlshaber der 5. Armee ernannt, die als Teil der Heeresgruppe C des Generalobersten Wilhelm Ritter von Leeb am Westwall stationiert war. Doch bereits kurz nach dem Ende des Polenfeldzuges wurde er, angeblich auf eigenen Wunsch, von diesem Kommando entbunden und durch den führertreuen Generaloberst Walter von Reichenau ersetzt. Den Rest des Krieges verbrachte Liebmann formal in der Führerreserve, ohne jedoch noch einmal zu einer Verwendung herangezogen zu werden. Nach Kriegsende 1945 kam er in britische Kriegsgefangenschaft, aus der er 1947 entlassen wurde.

AuszeichnungenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

Dermot Bradley (Hrsg.), Markus Brockmann, Karl Friedrich Hildebrand: Die Generale des Heeres 1921–1945. Die militärischen Werdegänge der Generale, sowie der Ärzte, Veterninäre, Intendanten, Richter und Ministerialbeamten im Generalsrang, Band 7 Knabe-Luz, Biblio Verlag, Bissendorf 2004, S. 517f.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Curt Liebmann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e f g h i Rangliste des Deutschen Reichsheeres, Mittler & Sohn Verlag, Berlin, S. 108.