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Corps Friso-Cheruskia Karlsruhe

farbentragende Studentenverbindung mit Sitz in Karlsruhe

Das Corps Friso-Cheruskia Karlsruhe ist eine Karlsruher Studentenverbindung im Weinheimer Senioren-Convent (WSC). Das Corps ist farbentragend und pflichtschlagend, seine Mitglieder nennt man Karlsruher Friesen. Es vereint Studenten und Absolventen des Karlsruher Institut für Technologie und anderen Karlsruher Hochschulen. Friso-Cheruskia bildet zusammen mit den Weinheimer Corps Franconia, Saxonia und Alemannia den Karlsruher Seniorenconvent.

Corps Friso-Cheruskia

Wappen Zirkel
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Basisdaten
Hochschulort: Karlsruhe
Hochschule/n: Karlsruher Institut für Technologie
Gründung: 14. Dezember 1860
Korporationsverband: Weinheimer Senioren-Convent
Farbenstatus: farbentragend
Farben:
Fuchsenfarben:
Art des Bundes: Männerbund
Stellung zur Mensur: pflichtschlagend
Wahlspruch: Virtus unius, fors omnium
Website: www.friso-cheruskia.de

GeschichteBearbeiten

Das Corps Friso-Cheruskia zu Karlsruhe entstand 1950 aus einem Zusammenschluss dreier Verbindungen und ist Mitglied im Weinheimer Senioren-Convent (WSC). Die älteste davon, die Landsmannschaft Teutonia, wurde am 14. Dezember 1860[1] in Zürich gegründet. Beim Umzug im Jahre 1865 nach Karlsruhe wurde sie wegen einer Namensgleichheit in Frisia umbenannt.

Die zweite Verbindung, das Corps Cheruskia, ging aus einer Schülerverbindung gleichen Namens hervor, die sich 1870 in Karlsruhe gründete und dann über eine Akademische Verbindung zu einem Corps entwickelte.

Den dritten Part übernahm das Corps Cheruscia zu Danzig, dass am 17. Juli 1925 auf Initiative einiger Alter Herren der schwarzen Verbindung Cheruskia Karlsruhe von drei WSC-Mitgliedern (Radulf Schmidt, Ostfaliae Hannover; Georg Mössmer, Normanniae München; Wolfgang Heckmann, Germaniae München) als WSC-Corps gegründet wurde. Cheruskia Karlsruhe stellte am 28. Juli 1925 ein Aufnahmegesuch beim WSC, und nannte sich fortan Corps Cheruscia zu Danzig. Nach einer sogenannten Renonce-Zeit als nicht Vollmitglied wurde Cheruscia auf der Weinheimtagung am 17. Mai 1926 als vollgültiges Corps in den WSC aufgenommen.

Diese drei Verbindungen schlossen sich 1950 zum Corps Friso-Cheruskia mit den Farben hellblau-weiß-dunkelblau zusammen.[2]

 
Corpshaus des Corps Friso-Cheruskia zu Karlsruhe

Frisenhaus GmbHBearbeiten

Die Frisenhaus GmbH ist Badens älteste Gesellschaft mit beschränkter Haftung (Deutschland). Gründungszweck sind der Betrieb und die Erhaltung des Corpshauses in Karlsruhe. Mit ihrer Gründung konnte sich das Corps Frisia erfolgreich vor einer Enteignung im Nationalsozialismus schützen. Das Frisenhaus steht heute unter Denkmalschutz.

1993/94 stellte Friso-Cheruskia mit dem türkischstämmigen Aydin Karaduman den ersten Vorortsprecher des WSC und damit nach Angaben des Corps den ersten Vorsitzenden eines deutschen Korporationsverbandes mit ausländischer Staatsangehörigkeit[3], siehe auch Geschichte der Studentenverbindungen.

Stefan Eberlein und Manuel Fenn drehten Ende der 90er Jahre eine Dokumentation über die Fuchsenzeit und begleiteten die Aktivitas des Corps ein Semester. Der Film wurde 1999 unter dem Titel Keine Schonzeit für Füchse veröffentlicht.[4]

Alljährlich im Frühjahr verleihen das Corps und die Universität Karlsruhe den Hermann-Billing-Preis für herausragende Diplom- oder Doktorarbeiten. Der Preis ist nach dem Karlsruher Corpsstudenten Hermann Billing benannt, der bei Cheruskia aktiv war und später als Professor an der Fridericiana und an der Kunstakademie Karlsruhe lehrte.

Bekannte MitgliederBearbeiten

In alphabetischer Reihenfolge

  • Hermann Billing (1867–1946), Architekt, Designer und Hochschullehrer, Mitglied der Cheruskia Karlsruhe
  • Alfred Friedrich Bluntschli (1842–1930), Architekt, Mitglied der Teutonia in Zürich
  • Friedrich Blochmann (1858–1931), Professor für Zoologie, Mitglied der Cheruskia Karlsruhe
  • Hugo Borbeck (1881–1956), Vorstandsmitglied der Vereinigten Deutschen Metallwerke, Mitglied der Cheruskia Karlsruhe
  • Otto Gruber (1883–1957), Professor für Baukonstruktionslehre, Baugefügelehre und Baustofflehre, Rektor der RWTH Aachen, Mitglied der Frisia
  • Ernst Heller (1848–1909), Industrieller, Generaldirektor der Hanomag, Mitglied der Frisia
  • Johann Mathias von Holst (1839–1905), baltisch-deutscher Architekt, Mitglied der Frisia
  • A. J. Georg Howaldt (1870–1937), Schiffbauer und Unternehmer, Mitglied der Frisia
  • Georg Howaldt (1841–1909), Schiffbauer, Mitglied der Landsmannschaft Teutonia in Zürich
  • Wilhelm Keppler (1882–1960), Ingenieur, Manager, 1938–1945 Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Aufsichtsratsvorsitzender der BRABAG, Initiator des Keppler-Kreises, Mitglied der Frisia
  • Reinhold Krohn (1852–1932), Ingenieur, Professor für Brückenbau, Rektor der TH Danzig, Mitglied der Frisia
  • Werner Leins (1912–1994), Leiter des Autobahnamtes Baden-Württemberg, Professor für Straßenwesen, Erd- und Tunnelbau
  • Wilhelm Platz (1866–1929), Schriftsteller
  • Julius Pohlig jun. (1870–1942), Direktor und Aufsichtsratsmitglied der Pohlig AG, Wegbereiter des Seilbahnbaus, Mitglied der Cheruskia Karlsruhe
  • Ernst Schiele (1865–1933), Industrieller des Heizungs- und Lüftungsanlagenbaus, Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft, Mitglied der Cheruskia Karlsruhe
  • Rudolf Schmick (1858–1934), Bauingenieur, Wasserkraftpionier, Mitglied der Cheruskia Karlsruhe
  • Otto Stromeyer (1881–1943), Tabakfabrikant, Zeitungsverleger, Aufsichtsratsvorsitzender der Bayerischen Flugzeugwerke AG und der Süddeutschen Terrain AG, Mitglied der Frisia

VerhältniscorpsBearbeiten

  • Corps Hubertia Freiburg im KSCV, Traditionsverhältnis seit 1920
  • Corps Bavaria Stuttgart, Freundschaftsverhältnis seit dem 21. Januar 2017 (davor Vorstellungsverhältnis seit 2013)

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Hans Schüler: Weinheimer S.C.-Chronik, Darmstadt 1927
  • Michael Doeberl (Hg.): Das akademische Deutschland, Band 2: Die deutschen Hochschulen und ihre akademischen Bürger, Berlin 1931, S. 717, 882.
  • K. Geisinger: Chronik des Corps Friso-Cheruskia: Chronik des Corps "Frisia" Karlsruhe (ehemals Teutonia, Zürich), Karlsruhe 1974.
  • H. Schüler, Enno Hüchting: Chronik des Corps Friso-Cheruskia: Chronik des Corps Frisia, 1860-1900, Hamburg 1974.
  • K. Geisinger: Chronik des Corps Friso-Cheruskia: Chronik des Corps Cheruskia Karlsruhe, Karlsruhe, ca. 1981.
  • Paulgerhard Gladen: Geschichte der studentischen Korporationsverbände, Band 1, S. 49–63, Würzburg 1981.
  • Paulgerhard Gladen: Die Kösener und Weinheimer Corps. Ihre Darstellung in Einzelchroniken. WJK-Verlag, Hilden 2007. ISBN=978-3-933892-24-9, S. 209–211, 226–227.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. E. H. Eberhard: Handbuch des studentischen Verbindungswesens. Leipzig, 1924/25, S. 141.
  2. Geschichte des Corps Friso-Cheruskia (Memento des Originals vom 14. April 2017 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.friso-cheruskia.de.
  3. Badische Neueste Nachrichten (BNN) 28. Juni 1993, Nr. 145, S. 4.
  4. Füchse. (Nicht mehr online verfügbar.) In: www.filmbuero-sued.de. Archiviert vom Original am 4. April 2016; abgerufen am 4. April 2016.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.filmbuero-sued.de

Koordinaten: 49° 0′ 42,6″ N, 8° 25′ 23,8″ O