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Die Conn Smythe Trophy in der Hockey Hall of Fame in Toronto

Die Conn Smythe Trophy ist eine bedeutende Eishockey-Trophäe in der National Hockey League (NHL). Sie wird jährlich im Anschluss an das letzte Spiel der Stanley-Cup-Finalserie an den wertvollsten Spieler der gesamten Play-offs vergeben. Dieser muss aber nicht zwangsläufig aus der Mannschaft des Stanley-Cup-Siegers stammen.

Die Trophäe wurde nach dem Eishockeyfunktionär Conn Smythe benannt, dem ehemaligen Besitzer und Trainer der Toronto Maple Leafs und Mitglied der Hockey Hall of Fame. Sie wurde 1964 von der Firma Maple Leaf Sports & Entertainment gestiftet und in der Saison 1964/65 erstmals vergeben.[1]

Mit drei Siegen ist der Torwart Patrick Roy Rekordgewinner der Trophäe. Er ist zudem der bisher einzige Spieler, der sie mit zwei unterschiedlichen Teams gewinnen konnte.

Vergabe und GeschichteBearbeiten

 
Jewgeni Malkin mit der Conn Smythe Trophy (2009)

Die Conn Smythe Trophy wird durch eine Abstimmung von zwölf bis 15 Mitgliedern der Professional Hockey Writers’ Association vergeben. Darunter sind jeweils drei Journalisten aus den beiden Städten der Teams in der Stanley-Cup-Finalserie. Bereits vor einem möglichen letzten Spiel müssen sich die Abstimmenden auf einen Sieger festlegen, allerdings wird die Abstimmung verworfen, wenn die Serie nach dem Spiel noch nicht beendet ist. Kommt es in der Best-of-Seven-Serie zum entscheidenden siebten Spiel, gibt jeder Abstimmende zwei Versionen an, die von der siegreichen Mannschaft abhängen.[2]

Die Trophäe wird direkt im Anschluss an das letzte Spiel der Stanley-Cup-Playoffs – noch vor der Übergabe des Stanley Cups – durch den NHL-Commissioner verliehen. Sie ist somit die einzige individuelle Trophäe, die nicht im Rahmen der NHL Awards vergeben wird. Außerdem wird im Gegensatz zu den meisten anderen Trophäen nur der Gewinner der Auszeichnung bekannt gegeben, und nicht zusätzlich die zweit- und drittplatzierten Spieler.[3]

Der Sieger der Trophäe muss nicht zwangsläufig aus der Mannschaft des Stanley-Cup-Siegers stammen.[2] So wurden bisher fünf Spieler (darunter vier Torhüter) ausgezeichnet, die nicht im selben Jahr den Stanley Cup gewannen, zuletzt Jean-Sébastien Giguère von den Mighty Ducks of Anaheim im Jahr 2003.[4] Alle Spieler standen aber zumindest mit ihrem Team in der Finalserie. Roger Crozier, der 1966 als erster Torhüter die Trophäe erhielt, ist zudem der einzige Gewinner der Conn Smythe Trophy, der nie einen Stanley Cup gewann. Auch Ron Hextall, der insgesamt dreimal im Stanley-Cup-Finale stand, blieb der Cup als Spieler verwehrt. Im Jahr 2012 gewann er ihn aber schließlich als Assistenz-General Manager mit den Los Angeles Kings.[5]

Bis jetzt gelang nur drei verschiedenen Spielern das „Double“ aus der Hart Memorial Trophy für den wertvollsten Spieler der regulären Saison und der Conn Smythe Trophy für den wertvollsten Spieler der Play-offs: Wayne Gretzky in der Saison 1984/85, Guy Lafleur in der Saison 1976/77 und Bobby Orr in den Saisons 1971/72 und 1969/70. Orr ist somit der einzige Spieler, dem dieses Kunststück zweimal gelang.[6]

Gewinner seit 1965Bearbeiten

Insgesamt wurden seit der Einführung der Trophäe 47 verschiedene Spieler in 54 Spielzeiten ausgezeichnet. Im Jahr 2005 wurde die Auszeichnung aufgrund des Lockouts und des damit verbundenen Ausfalls der gesamten Saison nicht vergeben.

Abkürzungen: Pos = Position, GP = Spiele, G = Tore, A = Assists, Pts = Punkte, PIM = Strafminuten
Torhüter-Statistiken: W = Siege, GAA = Gegentorschnitt, Sv% = Fangquote (ab der Saison 1985/86), SO = Shutouts
Alle Daten beziehen sich nur auf die betreffenden Play-offs.

  • Spieler gewann nicht den Stanley Cup
  • Spieler-Statistiken Torhüter-Statistiken
    Jahr Name Pos Team GP G A Pts PIM W GAA Sv% SO
    2019 Ryan O’Reilly Kanada  C St. Louis Blues 26 8 15 23 4
    2018 Alexander Owetschkin Russland  LW Washington Capitals 24 15 12 27 8
    2017 Sidney Crosby Kanada  C Pittsburgh Penguins 24 8 19 27 10
    2016 Sidney Crosby Kanada  C Pittsburgh Penguins 24 6 13 19 4
    2015 Duncan Keith Kanada  D Chicago Blackhawks 23 3 18 21 16
    2014 Justin Williams Kanada  RW Los Angeles Kings 26 9 16 25 35
    2013 Patrick Kane Vereinigte Staaten  RW Chicago Blackhawks 23 9 10 19 8
    2012 Jonathan Quick Vereinigte Staaten  G Los Angeles Kings 20 16 1,41 94,6 % 3
    2011 Tim Thomas Vereinigte Staaten  G Boston Bruins 25 16 1,98 94,0 % 4
    2010 Jonathan Toews Kanada  C Chicago Blackhawks 22 7 22 29 4
    2009 Jewgeni Malkin Russland  C Pittsburgh Penguins 24 14 22 36 51
    2008 Henrik Zetterberg Schweden  C Detroit Red Wings 22 13 14 27 16
    2007 Scott Niedermayer Kanada  D Anaheim Ducks 21 3 8 11 26
    2006 Cam Ward Kanada  G Carolina Hurricanes 23 15 2,14 92,0 % 2
    2004 Brad Richards Kanada  C Tampa Bay Lightning 23 12 14 26 4
    2003 Jean-Sébastien Giguère Kanada  G Mighty Ducks of Anaheim 21 15 1,62 94,5 % 5
    2002 Nicklas Lidström Schweden  D Detroit Red Wings 23 5 11 16 2
    2001 Patrick Roy Kanada  G Colorado Avalanche 23 16 1,70 93,4 % 4
    2000 Scott Stevens Kanada  D New Jersey Devils 23 3 8 11 6
    1999 Joe Nieuwendyk Kanada  C Dallas Stars 23 11 10 21 19
    1998 Steve Yzerman Kanada  C Detroit Red Wings 22 6 18 24 22
    1997 Mike Vernon Kanada  G Detroit Red Wings 20 16 1,76 92,7 % 1
    1996 Joe Sakic Kanada  C Colorado Avalanche 22 18 16 34 14
    1995 Claude Lemieux Kanada  RW New Jersey Devils 20 13 3 16 20
    1994 Brian Leetch Vereinigte Staaten  D New York Rangers 23 11 23 34 6
    1993 Patrick Roy Kanada  G Montréal Canadiens 20 16 2,13 92,9 % 0
    1992 Mario Lemieux Kanada  C Pittsburgh Penguins 15 16 18 34 2
    1991 Mario Lemieux Kanada  C Pittsburgh Penguins 23 16 28 44 16
    1990 Bill Ranford Kanada  G Edmonton Oilers 22 16 2,53 91,2 % 1
    1989 Al MacInnis Kanada  D Calgary Flames 22 7 24 31 46
    1988 Wayne Gretzky Kanada  C Edmonton Oilers 19 12 31 43 16
    1987 Ron Hextall Kanada  G Philadelphia Flyers 26 15 2,77 90,8 % 2
    1986 Patrick Roy Kanada  G Montréal Canadiens 20 15 1,92 92,3 % 1
    1985 Wayne Gretzky Kanada  C Edmonton Oilers 18 17 30 47 4
    1984 Mark Messier Kanada  C Edmonton Oilers 19 8 18 26 19
    1983 Billy Smith Kanada  G New York Islanders 17 13 2,68 2
    1982 Mike Bossy Kanada  RW New York Islanders 19 17 10 27 0
    1981 Butch Goring Kanada  C New York Islanders 18 10 10 20 6
    1980 Bryan Trottier Kanada  C New York Islanders 21 12 17 29 16
    1979 Bob Gainey Kanada  LW Montréal Canadiens 16 6 10 16 10
    1978 Larry Robinson Kanada  D Montréal Canadiens 15 4 17 21 6
    1977 Guy Lafleur Kanada  RW Montréal Canadiens 14 9 17 26 6
    1976 Reggie Leach Kanada  RW Philadelphia Flyers 16 19 5 24 8
    1975 Bernie Parent Kanada  G Philadelphia Flyers 15 10 1,89 4
    1974 Bernie Parent Kanada  G Philadelphia Flyers 17 12 2,02 2
    1973 Yvan Cournoyer Kanada  RW Montréal Canadiens 17 15 10 25 2
    1972 Bobby Orr Kanada  D Boston Bruins 15 5 19 24 19
    1971 Ken Dryden Kanada  G Montréal Canadiens 20 12 3,00 0
    1970 Bobby Orr Kanada  D Boston Bruins 14 9 11 20 14
    1969 Serge Savard Kanada  D Montréal Canadiens 14 4 6 10 24
    1968 Glenn Hall Kanada  G St. Louis Blues 18 8 2,43 1
    1967 Dave Keon Kanada  C Toronto Maple Leafs 12 3 5 8 0
    1966 Roger Crozier Kanada  G Detroit Red Wings 12 6 2,34 1
    1965 Jean Béliveau Kanada  C Montréal Canadiens 13 8 8 16 34

    RanglistenBearbeiten

     
    Patrick Roy gewann die Trophäe dreimal

    Bisher konnten erst sechs Spieler die Conn Smythe Trophy mehrfach gewinnen: Der Torhüter Bernie Parent, der Verteidiger Bobby Orr und die Center Mario Lemieux, Wayne Gretzky und Sidney Crosby wurden je zweimal ausgezeichnet. Patrick Roy, der die Trophäe zweimal mit den Canadiens de Montréal und einmal mit der Colorado Avalanche gewann, war als bisher einziger Spieler dreimal erfolgreich.

    Mit einem Anteil von ca. 85 % stammt ein Großteil der Gewinner aus Kanada. Erst im Jahr 1994 konnte mit Brian Leetch aus den Vereinigten Staaten erstmals ein Nicht-Kanadier die Auszeichnung gewinnen. Der Schwede Nicklas Lidström wurde 2002 als erster Europäer ausgezeichnet. Am häufigsten wurde die Trophäe bisher mit 19 Auszeichnungen an Mittelstürmer (Center) vergeben, gefolgt von Torhütern mit 16 Trophäen. Außerdem waren Verteidiger mit neun Titeln bisher häufiger erfolgreich als Außenstürmer. So konnten erst sieben rechte und zwei linke Außenstürmer die Trophäe gewinnen.

    Am häufigsten wurde die Auszeichnung bisher an Spieler der Canadiens de Montréal verliehen, die insgesamt neun Mal erfolgreich waren. Danach folgen die Detroit Red Wings und die Pittsburgh Penguins mit je fünf ausgezeichneten Spielern sowie die New York Islanders, Edmonton Oilers und Philadelphia Flyers mit je vier. Die Philadelphia Flyers sind zudem das einzige Team, aus dem zwei Spieler mit der Conn Smythe Trophy ausgezeichnet wurden, obwohl sie in der jeweiligen Finalserie unterlagen. Die Toronto Maple Leafs, deren Betreiberorganisation die Trophäe gestiftet hatte, konnten sie seitdem nur ein einziges Mal gewinnen, als sie 1967 ihren bis heute letzten Stanley Cup errangen.

    Die St. Louis Blues, deren Torwart Glenn Hall 1968 mit der Trophäe ausgezeichnet wurde, waren lange das einzige Team, das bereits eine Conn Smythe Trophy, aber noch keinen Stanley Cup gewinnen konnte; dies änderte sich im Jahre 2019.

    Spieler nach Nationalität
    Nationalität Anzahl
    1. Kanada  Kanada 46
    2. Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten 4
    3. Schweden  Schweden 2
    4. Russland  Russland 2
    Spieler nach Position
    Position Anzahl
    1. Center (C) 19
    2. Torhüter (G) 16
    3. Verteidiger (D) 10
    4. Rechter Flügelspieler (RW) 7
    5. Linker Flügelspieler (LW) 2
    Spieler nach Mannschaft
    Mannschaft Anzahl
    1. Canadiens de Montréal 9
    2. Detroit Red Wings 5
    Pittsburgh Penguins 5
    4. New York Islanders 4
    Edmonton Oilers 4
    Philadelphia Flyers 4
    7. Boston Bruins 3
    Chicago Blackhawks 3

    WeblinksBearbeiten

    EinzelnachweiseBearbeiten

    1. Conn Smythe Trophy auf der Website der NHL Awards (abgerufen am 24. Januar 2013)
    2. a b Eric Duhatschek: How the Conn Smythe voting shakes down, The Globe and Mail, 15. Juni 2011 (abgerufen am 24. Januar 2013)
    3. Eric Duhatschek: Toews takes Conn Smythe trophy, The Globe and Mail 9. Juni 2010 (abgerufen am 24. Januar 2013)
    4. Conn Smythe Trophy Winners, Associated Press via NHL.com, 11. Juni 2012 (abgerufen am 24. Januar 2013)
    5. Dan Rosen: Hextall finally gets pleasure of winning the Cup, NHL.com, 12. Juni 2012 (abgerufen am 24. Januar 2013)
    6. Hart Memorial Trophy auf der Website der NHL Awards (abgerufen am 24. Januar 2013)
      Diese Seite wurde am 10. Februar 2013 in dieser Version in die Auswahl der informativen Listen und Portale aufgenommen.