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Clemens Heitmann (Historiker)

deutscher Historiker und Archivar

Clemens Heitmann (* 1969 in Hamburg[1]) ist ein deutscher Offizier, Historiker und Archivar.

LebenBearbeiten

Heitmann absolvierte nach seinem Schulabschluss in Hamburg eine Berufsausbildung. 1992 wurde er Offiziersanwärter bei den Feldjägern in seiner Heimatstadt. Im Range eines Hauptmanns schied Heitmann aus dem Heeresdienst der Bundeswehr aus und studierte von 1994 bis 1998 Geschichts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie Staatsrecht an der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr in Hamburg und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Er schloss mit dem Magister Artium ab. 2000 wurde er wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Forschung des Militärgeschichtlichen Forschungsamts in Potsdam. Zugleich war er geschäftsführender Redakteur der Zeitschrift Militärgeschichte. Im Jahre 2005 wurde er bei Manfred Görtemaker an der Philosophischen Fakultät der Universität Potsdam mit einer Dissertation über Luftschutz und Zivilverteidigung in der DDR zum Dr. phil. promoviert.

Danach war er Archivreferendar des Freistaates Sachsen. Er besuchte die Archivschule Marburg, den praktischen Teil absolvierte er am Hauptstaatsarchiv Dresden. Nach dem Abschluss als Diplom-Archivar war Heitmann als Archivar, zuletzt im Sächsischen Staatsarchiv als stellvertretender Leiter der Abteilung Bergarchiv Freiberg tätig. 2010 übernahm er als Nachfolger von Martin Böttger die Leitung der Außenstelle Chemnitz des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU).[2] Nach dreijähriger Tätigkeit ließ Heitmann sein Beschäftigungsverhältnis mit der BStU im Herbst 2013 aus familiären Gründen ruhen. Holm-Henning Freier wurde zu seinem befristeten Nachfolger ernannt.[3] Später löste Heitmann sein Arbeitsverhältnis mit der BStU auf. Seit 2017 ist er am Sorbischen Institut tätig.[4]

Im November 2011 war Heitmann Gründungsmitglied des Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis e.V. Als erster Vorsitzender des Vereins engagierte er sich für die Einrichtung eines Erinnerungsortes auf dem Areal der vom Freistaat Sachsen zum Verkauf ausgeschriebenen ehemaligen Justizvollzugsanstalt Chemnitz, die auch von der Staatssicherheit genutzt worden war.[5] Nach Ende seiner Amtszeit als Vorsitzender des Lern- und Gedenkorts schied Heitmann 2014 aus dem Vereinsvorstand aus.[6]

Heitmann ist Autor mehrerer Veröffentlichungen zur deutschen Politik- und Gesellschaftsgeschichte des 20. Jahrhunderts.

Er ist Vater von zwei Töchtern.

Publikationen (Auswahl)Bearbeiten

  • Schützen und helfen?. Luftschutz und Zivilverteidigung in der DDR 1955 bis 1989/90 (= Militärgeschichte der DDR. Bd. 12). Links, Berlin 2006, ISBN 3-86153-400-2 (= zugl. Dissertation, Universität Potsdam, 2005).
  • mit Thomas Schubert (Hrsg.): Der 17. Juni 1953 in Sachsen. Ursachen, Ereignis, Wirkung und Rezeption. Links, Berlin 2013, ISBN 978-3-86153-747-2.
  • mit Nancy Aris (Hrsg.): Via Knast in den Westen. Das Kaßberg-Gefängnis und seine Geschichte (= Schriftenreihe des Sächsischen Landesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der Ehemaligen DDR. Bd. 12). Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2013, ISBN 978-3-374-03010-1.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten