Christian Lange (Politiker, 1972)

deutscher Kirchenhistoriker und Politiker (CSU)

Christian Lange (* 13. April 1972 in Bamberg) ist ein deutscher Kirchenhistoriker am Bayerischen Zentrum für Interreligiöse Diskurse in Erlangen. Daneben ist er Kommunalpolitiker (CSU). Lange war von 2014 bis 2020 Bürgermeister seiner Heimatstadt.

LebenslaufBearbeiten

Wissenschaftlicher WerdegangBearbeiten

Christian Lange wuchs in Bamberg auf. Nach dem Abitur am Franz-Ludwig-Gymnasium studierte er Katholische Theologie, Latinistik, Alte Geschichte und Sprachen und Kulturen des christlichen Orients an den Universitäten Bamberg, Tübingen, Oxford und Salzburg. 2001 wurde Christian Lange am Wolfson College Oxford zum Doctor of Philosophy promoviert[1]. Von 2002 bis 2008 arbeitete er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, von 2008 bis 2014 als Akademischer Rat und Oberrat im Department Fachdidaktiken an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg[1]. 2011 habilitierte er sich an der Universität Salzburg für Kirchengeschichte und Patrologie.[2] unter der Betreuung von Dietmar W. Winkler für das wissenschaftliche Fach „Kirchengeschichte und Patrologie[1]. Nachdem Christian Lange beurlaubt war, um von 2014 bis 2020 als Referent für Bildung, Kultur und Sport der Stadt Bamberg tätig zu sein[1], kehrte er mit Wirkung vom 1. Mai 2020 in den wissenschaftlichen Dienst der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg zurück[1]. Dort ist er am Bayerischen Zentrum für Interreligiöse Diskurse tätig, das von Georges Nicolas Tamer geleitet wird. Lange ist für den Bereich Geschichte, Kultur und Theologie des syrischsprachigen Christentums verantwortlich[1].

Forschungsschwerpunkte und Interessensgebiete sind Patristik, Alte Kirchengeschichte und dem Christentum des Orients, insbesondere das syrischsprachige Christentum. Einen weiteren Schwerpunkt bilden die frühen Synoden und Konzilien und deren Christologie[1].

Politische LaufbahnBearbeiten

Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit ist Christian Lange kommunalpolitisch tätig. Dem Bamberger Stadtrat gehört Lange seit Mai 2002 an. Er war in dieser Zeit unter anderem Stellvertretender Vorsitzender der CSU-Stadtratsfraktion und Sprecher seiner Fraktion im Senat für Bildung, Kultur und Sport. Am 7. Mai 2014 wählte ihn der Bamberger Stadtrat zum Zweiten Bürgermeister[3]. In diesem Amt war Lange bis 6. Mai 2020 Bildungs-, Kultur- und Sportreferent der Stadt Bamberg.

MitgliedschaftenBearbeiten

Ehrenamtlich engagiert sich Lange unter anderem im Bürgerverein Bamberg-Ost, dem Verein der Freunde der Museen um den Bamberger Dom[4], dem Stadtverband für Sport oder dem Kreisausschuss des Bayerischen Beamtenbundes. Darüber hinaus unterstützt er verschiedene Fördervereine, beispielsweise den des Zelts der Religionen in Bamberg oder der Freiwilligen Feuerwehr Bamberg. Er ist Mitglied der katholischen Studentenverbindung WKStV Unitas Henricia Bamberg.

AuszeichnungenBearbeiten

  • 2013: Habilitationspreis der Gesellschaft zum Studium des Christlichen Ostens für seine Habilitationsschrift „Mia Energeia“ (Tübingen 2012)[5].

WerkeBearbeiten

Monographien

  • Christian Lange: Mia Energeia. Untersuchungen zur Einigungspolitik des Kaisers Heraclius und des Patriarchen Sergius von Constantinopel (= Studien und Texte zu Antike und Christentum. Nr. 66). Mohr Siebeck, Tübingen 2012, ISBN 978-3-16-150967-4.
  • Christian Lange: Eine kleine Geschichte des Christentums. Ausbreitung und Entwicklung im ersten Jahrtausend. Lambert Schneider, Darmstadt 2012, ISBN 978-3-650-24261-7.
  • Christian Lange: Einführung in die allgemeinen Konzilien. WBG (Wissenschaftliche Buchgesellschaft), Darmstadt 2012, ISBN 978-3-534-25059-2.
  • Christian Lange: The portrayal of Christ in the Syriac commentary on the Diatessaron (= Corpus scriptorum Christianorum orientalium. Band 616). Peeters, Louvain 2005, ISBN 90-429-1569-2 (englisch, Zugl.: Oxford, Univ., Diss., 2001).

Herausgeberschaften

  • Christian Lange, Clemens Leonhard, Ralph Ollbrich (Hrsg.): Die Taufe: Einführung in Geschichte und Praxis. WBG (Wissenschaftliche Buchgesellschaft), Darmstadt 2008, ISBN 978-3-534-20782-4.
  • Christian Lange, Karl Pinggéra: Die altorientalischen Kirchen: Glaube und Geschichte. 2., durchgesehene Auflage. WBG (Wissenschaftliche Buchgesellschaft), Darmstadt 2011, ISBN 978-3-534-72525-0.
  • Ephraem der Syrer: Kommentar zum Diatessaron: [deutsch]. Übersetzt und eingeleitet von Christian Lange (= Fontes Christiani. Band 54). Brepols, Turnhout 2008 (altsyrisch: Commentarius in evangelium concordans (dt.).).
  • Christian Lange: Missionierung und Christianisierung im Regnitz- und Obermaingebiet. Hrsg.: Rolf Bergmann, Günter Dippold, Jochen Haberstroh, Christian Lange, Wolfgang Weiß (= Schriftenreihe des Historischen Vereins Bamberg für die Pflege der Geschichte des Ehemaligen Fürstbistums. Band 41). 2., verbesserte Auflage. Historischer Verein Bamberg für die Pflege der Geschichte des Ehemaligen Fürstbistums, Bamberg 2008, ISBN 978-3-87735-193-2.

PrivatesBearbeiten

Lange ist römisch-katholisch, Familienvater[6] und verheiratet[6].

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e f g PD. Dr. Christian Lange - Lehrstuhl für Orientalische Philologie und Islamwissenschaft. Abgerufen am 22. September 2020.
  2. Meldung der Universität Salzburg. Abgerufen am 22. September 2020..
  3. Stadt Bamberg (Hrsg.): Der Bamberger Stadtrat: Amtsperiode 2014-2020. Tim-Niklas Kubach, Steffen Schützwohl, Ulrike Siebenhaar, Pressestelle Stadt Bamberg. Bamberg Mai 2014, S. 18 (bamberg.de [PDF]).
  4. Museen brauchen Freunde - Freundeskreis der Museen um den Bamberger Dom e.V. Abgerufen am 22. September 2020.
  5. Liste der Preisträger der GSCO, aufgerufen am 22. September 2020
  6. a b Internetauftritt der CSU Bamberg, abgerufen am 28. März 2019