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Christian Gryphius

Pädagoge und Schuldramatiker

Christian Gryphius (* 29. September 1649 in Fraustadt, heute Wschowa; † 6. März 1706 in Breslau) war ein deutscher Pädagoge und Schuldramatiker.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Kurz nach Ende des Dreißigjährigen Krieges kam Christian als ältester Sohn des großen Barockdichters Andreas Gryphius und seiner Frau Rosina, geborene Deutschländer, in Fraustadt zur Welt. Im Gegensatz zu anderen Söhnen großer Väter vermied er es, in des Vaters Fußstapfen zu treten, sondern schuf sich eine eigene Laufbahn, in der er laut Erdmann Neumeister „noch höher aufstieg als sein erhabener Vater“. Er absolvierte ein philologisches Studium in Gotha, Jena und Straßburg und wurde 1674 als Professor für griechische und lateinische Sprache an das Breslauer Elisabethgymnasium berufen, wo er in zwölf Jahren einen hohen Ruf als Pädagoge errang 1686 folgte er einem Ruf als Rektor des Maria-Magdalenen-Gymnasiums, wo er ab 1699 auch die Leitung der Bibliothek mitübernahm.

Neben Gelegenheitsdichtungen entstanden hier eine Reihe umfangreicher gelehrter Werke sowie Schuldramen. Als Herausgeber bearbeitete er eine vermehrte Neuausgabe der Werke seines Vaters Andreas Gryphius sowie die erste Gesamtausgabe der Werke des Barockdichters Hans Aßmann Freiherr von Abschatz. Ein weitreichender Briefwechsel verband ihn mit vielen Gelehrten seiner Zeit. Bis zuletzt im Amt verstarb er 1706 in Breslau.

Werke (Auswahl)Bearbeiten

  • Kurtzer Entwurff der geistlichen und weltlichen Ritter-Orden. Leipzig 1697
  • Poetische Wälder. Breslau 1698
  • Der Deutschen Sprache unterschiedene Alter und nach und nach zunehmendes Wachsthum. Breslau 1708

LiteraturBearbeiten

  • Gerhard Dünnhaupt: Christian Gryphius (1649-1706). In: Personalbibliographien zu den Drucken des Barock. Band 3. Hiersemann, Stuttgart 1990, ISBN 3-7772-9105-6, S. 1884–1912 (Werk- und Literaturverzeichnis)
  • Dietrich Eggers: Die Bewertung deutscher Sprache und Literatur in den deutschen Schulactus von Christian Gryphius. Meisenheim 1967
  • Paul Moser: Christian Gryphius. Würzburg 1936
  • Hermann Palm: Gryphius, Christian. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 10, Duncker & Humblot, Leipzig 1879, S. 81.
  • [Eintrag] Christian Gryphius. In:"Heinz Ludwig Arnold (Hrsg.): "Kindlers Literatur Lexikon. "3., völlig neu bearbeitete Auflage. 18 Bde. Metzler, Stuttgart/ Weimar 2009, ISBN 978-3-476-04000-8, Bd. 6, S. 578–679.
  • Dietmar Peil: Das Sprichwort im Schulactus des Christian Gryphius. Proverbium 30: 227-253, 2013.

WeblinksBearbeiten