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Christian Görke

deutscher Politiker (Die Linke), Landtagsabgeordneter in Brandenburg
Christian Görke 2016

Christian Görke (* 17. März 1962 in Rathenow) ist ein deutscher Politiker (Die Linke). Von Dezember 2003 bis Januar 2014 sowie kurzzeitig von 2014 bis 2015 war er Mitglied des Landtages von Brandenburg und von 2012 bis 2014 Fraktionsvorsitzender. Er war von Januar 2014 bis November 2019 Finanzminister des Landes Brandenburg und außerdem infolge der Landtagswahl 2014, bei der er Spitzenkandidat war, seit November 2014 bis November 2019 stellvertretender Ministerpräsident. Er ist Mitglied des Landtages.[1][2]

LebenBearbeiten

Görke wuchs mit einer Schwester als Sohn eines Lehrers auf. Er besuchte seit 1968 in Rathenow die Schule, machte 1980 sein Abitur und absolvierte im Anschluss bis 1983 den Wehrdienst bei der Bereitschaftspolizei. Ab 1983 studierte er an der Pädagogischen Hochschule Dresden Geschichte. Das Studium beendete er 1988 als Diplomlehrer. Ab diesem Jahr bis 2003 arbeitete er als Lehrer in Rathenow und ist seit 1996 verbeamtet. Von 1991 bis 1993 folgte ein externes Studium an der Universität Potsdam im Fach Sport, das mit der Zuerkennung des Lehramtes für die Sekundarstufe I abschloss.

Er ist geschieden und hat zwei Kinder.

Sein Vater Hans-Günter Görke (CDU) war von 1990 bis 1994 Dezernent für Bildung, Gesundheit und Kultur in der Kreisverwaltung Rathenow. Seine Schwester ist auch Lehrerin und ist Mitglied der CDU.

PolitikBearbeiten

 
Christian Görke im Bundesrat, 2019

Görke trat 1985 der SED bei und blieb der Partei in deren Nachfolgeorganisationen treu. Von 1990 bis 1994 war er Mitglied des Kreistages Rathenow und von 1994 bis 2014 Mitglied des Kreistages Havelland. Von 1998 bis 2014 war er auch Mitglied der Stadtverordnetenversammlung in Rathenow.

In der dritten Wahlperiode rückte er am 1. Dezember 2003 für die Abgeordnete Hannelore Birkholz in den Landtag von Brandenburg nach, in welchen er auch in der vierten (2004–2009), fünften Wahlperiode (2009–2014) und sechsten Wahlperiode (seit 2014), immer durch ein Direktmandat im Wahlkreis 04 Ostprignitz-Ruppin III/Havelland III, gewählt wurde. Bis zu ihrer Wahl in den Bundestag war Diana Golze Mitarbeiterin in seinem Wahlkreisbüro in Rathenow.

Er war in der dritten und vierten Wahlperiode von 2003 bis 2007 Mitglied im Ausschuss für Bildung, Jugend und Sport und von 2006 bis 2007 auch noch im Ausschuss für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Familie vertreten. Von 2009 bis 2014 war er Mitglied im Hauptausschuss und im Ausschuss für Haushalt und Finanzen.

Von September 2007 bis August 2012 war Görke Parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion DIE LINKE. Seit Oktober 2007 war er Mitglied des Präsidiums des Landtages. Am 20. August 2012 wurde er zum Fraktionsvorsitzenden der Partei Die Linke gewählt, was er bis Januar 2014 war. Nachdem am 16. Dezember 2013 bekannt geworden war, dass Görke im Rahmen einer Kabinettsumbildung als Nachfolger des neuen Justizministers Helmuth Markov im Finanzministerium vorgesehen war, wurde er am 21. Januar 2014 vom Ministerpräsidenten ernannt und legte am Folgetag vor dem Landtag seinen Amtseid ab. Sein Landtagsmandat legte er im selben Monat nieder.

Am 25. Januar 2014 wurde er zum Landesvorsitzenden der Partei Die Linke in Brandenburg gewählt; außerdem war er Spitzenkandidat bei der Landtagswahl in diesem Jahr. Während der Sommertour vor der gab es Kritik aus der Opposition, dass er diese für Wahlkampfzwecke missbrauche, da er gleichzeitig Spitzenkandidat seiner Partei ist. Die Kritik bezog sich insbesondere auf die Begleitung der Sommertour durch den Potsdamer Landtagskandidaten und Kreisvorsitzenden der Partei Die Linke Sascha Krämer, der im Rahmen eines Honorarvertrages mit dem Finanzministerium auch die Aufgabe hatte, „auf der Sommertour des Ministers Fotos für die Internetseite des Finanzministeriums zu machen“.[3]

Nach einer enttäuschend ausgegangenen Wahl, bei der die Linke deutliche Verluste hatte und zum ersten Mal seit 2004 nicht mehr den zweiten Platz belegte, reichte es dennoch für eine Fortsetzung der rot-roten Regierungskoalition mit der SPD: Im Kabinett Woidke II wurde er am 5. November 2014 zum stellvertretenden Ministerpräsidenten und Finanzminister ernannt. Sein im Oktober 2014 errungenes Landtagsmandat legte er im Januar 2015 wegen der Trennung von Amt und Mandat in seinem Linken-Landesverband nieder. Da Görke 2016 nur mit etwa 69 % zum Landesvorsitzenden wiedergewählt worden war, schlug er für 2018 erfolgreich die Landesministerin Diana Golze und die Landesgeschäftsführerin Anja Mayer als erste weibliche Doppelspitze der Landespartei zur Wahl vor.[4]

Siehe auch: Kabinett Woidke I und Kabinett Woidke II

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Redaktion des Landtages Brandenburg: Landtag Brandenburg. Abgerufen am 20. November 2019.
  2. Neue Landesregierung unter Leitung von Ministerpräsident Woidke konstituiert. Abgerufen am 20. November 2019.
  3. Berliner Morgenpost: Opposition wirft Minister Görke Amtsmissbrauch vor
  4. Brandenburgs Linke wird jetzt von Golze und Mayer geführt, Märkische Oderzeitung vom 17. März 2018, eingesehen am 18. März 2018