Hauptmenü öffnen

Christian Coleman

US-amerikanischer Sprinter
Christian Coleman Leichtathletik

Coleman (2018)
Coleman bei den Hallenweltmeisterschaften 2018

Nation Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Geburtstag 6. März 1996 (23 Jahre)
Geburtsort Atlanta, Vereinigte Staaten
Größe 175[1] cm
Gewicht 72[1] kg
Karriere
Disziplin Sprint
Bestleistung 6,34 s (60 m) Aktueller Weltrekord
9,76 s (100 m)
19,85 s (200 m)
Trainer Abigi Id-Deen
Status aktiv
Medaillenspiegel
Weltmeisterschaften 2 × Gold 2 × Silber 0 × Bronze
Hallen-Weltmeisterschaften 1 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
Logo der IAAF Weltmeisterschaften
0Silber0 London 2017 100 m
0Silber0 London 2017 4 × 100 m
0Gold0 Doha 2019 100 m
0Gold0 Doha 2019 4 × 100 m
Logo der IAAF Hallenweltmeisterschaften
0Gold0 Birmingham 2018 60 m
letzte Änderung: 5. Oktober 2019

Christian Coleman (* 6. März 1996 in Atlanta, Georgia) ist ein US-amerikanischer Sprinter, der 2019 Weltmeister über 100 Meter wurde.

Sportliche LaufbahnBearbeiten

2016 wurde Christian Coleman Sechster bei den Trials für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro und verpasste somit eine Einzelteilnahme. Er wurde aber für die Staffel nominiert und verhalf den Amerikanern zum Finaleinzug mit der 4-mal-100-Meter-Staffel. 2017 wurde Coleman amerikanischer Collegemeister und lief bei den Meisterschaften im Halbfinale eine Weltjahresbestzeit von 9,82 s.[2] Zudem wurde er in der Halle Doppelmeister über 60 und 200 Meter.

 
Coleman (rechts) im 100-Meter-Finale der Weltmeisterschaften 2017

Am 16. Juni 2017 unterzeichnete er einen Profivertrag mit Nike und verzichtete auf ein weiteres Jahr an der University of Tennessee.[3] Bei den US-amerikanischen Meisterschaften in Sacramento belegte er sowohl über 100 als auch 200 Meter den zweiten Platz, entschied sich aber, bei den Weltmeisterschaften nur über 100 Meter und mit der Staffel an den Start zu gehen. Bei den Weltmeisterschaften 2017 in London gewann er über 100 Meter die Silbermedaille hinter seinem Landsmann Justin Gatlin, dem er sich auch bei den Trials geschlagen geben musste, und vor Usain Bolt.

Am 19. Februar 2018 lief Coleman bei den USA Indoor Track and Field Championships in Albuquerque, New Mexico die 60-Meter-Distanz in 6,34 s und verbesserte damit den 20 Jahre alten Hallenweltrekord von Maurice Greene um fünf Hundertstelsekunden. Schon am 19. Januar 2018 war Coleman beim Clemson Invitational in 6,37 s unter dem alten Weltrekord von Greene geblieben, der Lauf war aber von der IAAF nicht als Weltrekord anerkannt worden, da beim Meeting keine elektronischen Startblöcke verwendet worden waren.[4] Bei den Hallenweltmeisterschaften in Birmingham gewann er kurz darauf mit neuem Meisterschaftsrekord von 6,37 s die Goldmedaille über 60 Meter. In der Freiluftsaison bestritt Coleman nur wenige Wettkämpfe, infolge einer Oberschenkelverletzung sagte er im Juni und Juli die Diamond-League-Meetings in Paris, Lausanne und London ab.[5][6] Dennoch konnte er sich für das 100-Meter-Finale der Diamond League in Brüssel qualifizieren. Dort siegte er mit einer Weltjahresbestzeit und neuer persönlicher Bestleistung von 9,79 s und gewann das Preisgeld von 50.000 US-Dollar.[7]

2019 verlor er beim Saisoneinstieg in Shanghai mit 9,86 s knapp gegen seinen Landsmann Noah Lyles. Bei darauf folgenden Siegen in Oslo und in Palo Alto verbesserte er die Weltjahresbestleistung auf 9,85 s und 9,81 s. Über die 200-Meter-Distanz blieb er in zwei Rennen in Ostrava und Székesfehérvár unter 20 Sekunden. Ende Juli siegte er in Abwesenheit des amtierenden Weltmeisters Gatlin und des sich auf 200 Meter konzentrierenden Lyles bei den US-Meisterschaften souverän in 9,99 s. Über 200 Meter gewann er hinter Noah Lyles mit 20,02 s die Silbermedaille. Bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2019 in Doha konnte er mit neuer persönlicher Bestzeit von 9,76 s im Finale über 100 Meter die Goldmedaille gewinnen.[8]

Am 22. August 2019 berichtete die britische Zeitung Daily Mail, Coleman habe innerhalb von zwölf Monaten drei Dopingkontrollen verpasst, was eine Sperre von bis zu zwei Jahren zur Folge haben könne.[9] Am 24. August gab die US-amerikanische Anti-Doping-Agentur USADA eine Erklärung ab, in der die Ermittlungen bestätigt wurden und eine Anhörung Colemans für den 4. September angekündigt wurde. Es gehe um drei verpasste Tests binnen eines Jahres, bei denen Coleman jeweils seinen Aufenthaltsort nicht so wie erforderlich angegeben habe.[10] Für zwei der drei fraglichen Tests seien die Kontrolleure der USADA zuständig gewesen, für den dritten die unabhängige Integritätskommission AIU des Leichtathletik-Weltverbands IAAF. Coleman bestritt in einer eigenen Stellungnahme einen derartigen Verstoß.[10] Am 2. September stellte die USADA das Verfahren mit Einverständnis der WADA ein, nachdem Coleman sich erfolgreich gegen die Datierung einer der drei Kontrollen gewandt hatte.[11] Art. 2.4 des Welt-Anti-Doping-Codes sieht die Möglichkeit einer Sperre nur vor, wenn drei sogenannte Whereabout Failures – die bei verpassten Tests, aber auch bei ungenügenden Aufenthaltsinformationen gegeben sind – innerhalb von zwölf Monaten vorliegen. Das erste der in Frage stehenden Vergehen wurde aber auf den 1. April 2018 als ersten Tag des zweiten Quartals, bis zu dem Coleman vollständige Aufenthaltsangaben hätten machen müssen, korrigiert statt dem 6. Juli 2018, an dem der Test verpasst wurde, und liegt damit mehr als ein Jahr vor dem dritten Test vom 26. April 2019.[12]

StatistikenBearbeiten

Persönliche BestleistungenBearbeiten

Event Zeit (s) Ort Datum
60 Meter 6,34 Albuquerque 18. Februar 2018
100 Meter 9,76 Doha 28. September 2019
200 Meter 19,85 Lexington 27. Mai 2017

WeblinksBearbeiten

  Commons: Christian Coleman – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Christian Coleman. In: TeamUSA.org. United States Olympic Committee, abgerufen am 19. Februar 2018 (englisch).
  2. Tennessee’s Christian Coleman runs record 9.82 in 100 at NCAA track championships. In: usatoday.com. USA Today, 8. Juni 2017, abgerufen am 19. Februar 2018 (englisch).
  3. Christian Coleman. In: utsports.com. University of Tennessee, abgerufen am 8. August 2017 (englisch).
  4. Coleman sprintet zum Weltrekord. In: sport1.de. Constantin Medien AG, 19. Februar 2018, abgerufen am 19. Februar 2018.
  5. Sprinter Christian Coleman slow to recover from hamstring injury In: cbc.ca, 20. Juni 2018, abgerufen am 3. September 2019 (englisch).
  6. Ronnie Baker wins 100 meters; Tom Bosworth sets walking world record In: espn.com, 21. Juli 2018, abgerufen am 3. September 2019 (englisch).
  7. Diamond League 2018: Das sind die Sieger In: leichtathletik.de, 1. September 2018, abgerufen am 3. September 2019.
  8. In 9,76 Sekunden: Coleman sprintet zu WM-Gold | NZZ. 28. September 2019, ISSN 0376-6829 (nzz.ch [abgerufen am 28. September 2019]).
  9. EXCLUSIVE: World's fastest man Christian Coleman 'has missed THREE drugs tests' to leave Usain Bolt's successor fighting for his reputation In: dailymail.co.uk., 22. August 2019, abgerufen am 3. September 2019 (englisch).
  10. a b Drei verpasste Dopingtests - Coleman wird von Anti-Doping-Agentur angehört In: spiegel.de, 25. August 2019, abgerufen am 3. September 2019.
  11. USADA stellt Doping-Ermittlungen gegen Christian Coleman ein In: Leichtathletik.de, 2. September 2019, abgerufen am 3. September 2019.
  12. Whereabouts Violation Case Against U.S. Track & Field Athlete Christian Coleman Withdrawn In: usada.org, 2. September 2019, abgerufen am 4. September 2019 (englisch).