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Die Chiyoda (jap. 千代田) war ein Leichter Flugzeugträger[1] der Chitose-Klasse der Kaiserlich Japanischen Marine, der ursprünglich als Seeflugzeugträger gebaut wurde.

Chiyoda
Das Schwesterschiff Chitose nach dem Umbau von 1943
Das Schwesterschiff Chitose nach dem Umbau von 1943
Schiffsdaten
Flagge JapanJapan (Seekriegsflagge) Japan
Schiffstyp Flugzeugträger
Klasse Chitose-Klasse
Bauwerft Marinewerft Kure
Kiellegung 14. Dezember 1936
Stapellauf 19. November 1937
Indienststellung 15. Dezember 1938
Verbleib am 25. Oktober 1944 versenkt
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
ab 1943: 201,45 m (Lüa)
Breite ab 1943: 20,08 m
Tiefgang max. ab 1943: 7,50 m
Verdrängung ab 1943:Standard: 11.200 ts
 
Besatzung 800
Maschinenanlage
Maschine 4 Kampon Dampfkessel
2 Dampfturbinen
Maschinen-
leistung
56.800 PS (41.776 kW)
Höchst-
geschwindigkeit
28,50 kn (53 km/h)
Propeller 2
Bewaffnung

Flugabwehrartillerie ab 1936:

Mittelartillerie und Flugabwehrwaffen ab 1943:

  • 4 × 2 Typ-89-12,7-cm-Kanone
  • 8 × 3 Typ-96-25-mm-Kanone
Ausstattung
Flugdeckabmessungen

ab 1943: 180 m × 23 m

Flugzeugkapazität

1943:
30

GeschichteBearbeiten

 
Chiyoda 1938 als Seeflugzeugträger

Die Chiyoda wurde ursprünglich als Seeflugzeugträger zur Unterstützung von Seeaufklärungsflugzeugen gebaut. Nach ihrer Fertigstellung im Dezember 1938 wurde sie zunächst in chinesischen Gewässern eingesetzt. 1940 erfolgte ein Umbau, der die Mitführung von zwölf Kleinst-U-Booten vom Typ A erlaubte. Dadurch sank die Anzahl der einsetzbaren Seeflugzeuge von 24 auf zwölf. Bei einem weiteren Umbau 1941 erhielt das Schiff ein Welldeck für die Kleinst-U-Boote.

Bei der Schlacht um Midway war die Chiyoda zusammen mit der Nisshin und der Hōshō Teil der Hauptflotte unter Admiral Yamamoto und blieb in Reserve. Das Schiff sollte für die Einnahme Midways auf dem westnordwestlich gelegenen Kure-Atoll stationiert werden. Im Anschluss an die verlorene Schlacht wurde die Chiyoda nach Kiska Island beordert, wo sie Kleinst-U-Boote absetzte. Im Oktober 1942 wurden weitere Kleinst-U-Boote auf die Shortland-Inseln gebracht.

Als den Japanern während des Pazifikkriegs die Bedeutung trägergestützter Flugzeuge bewusst wurde, baute man die Chiyoda wie ihr Schwesterschiff Chitose zwischen Januar und Dezember 1943 zu einem Leichten Flugzeugträger um. Anschließend wurde sie auf dem Truk-Atoll stationiert, von wo sie aber schon wenig später abgezogen werden musste. Im Juni 1944 nahm sie an der Schlacht in der Philippinensee teil, wo sie einen Bombentreffer erhielt.

Sie wurde am 25. Oktober 1944 in der See- und Luftschlacht im Golf von Leyte als Teil der „Köderflotte“ unter Admiral Ozawa vor Kap Engaño versenkt. Nachdem sie von vier Bomben getroffen und bewegungsunfähig geworden war, wurde sie durch Geschützfeuer der TG 38.3 versenkt. Vermutlich gab es keine Überlebenden. Sie gilt somit als das größte Schiff des Zweiten Weltkriegs, das mit der gesamten Besatzung sank.[2][3]

KommandantenBearbeiten

Name Dienstantritt
Als Flugzeugmutterschiff[2]
Oberster Ausrüstungsoffizier (艤装員長, gisō inchō)
Kpt. Mizui Seiji (水井 静治) 20. November 1937
Kommandant (艦長, kanchō)
Kpt. Mizui Seiji (水井 静治) 10. September 1938
Kpt. Kaku Tomeo (加来 止男) 15. Dezember 1938
Kpt. Yokoi Tadao (横井 忠雄) 15. November 1939
Kpt.[f 1] Harada Kaku (原田 覚) 20. August 1940
Als Leichter Flugzeugträger[3]
Kpt. Beppu Akitomo (別府 明朋) 9. Januar 1943
Kpt. Jō Eiichirō (城 英一郎) 15. Februar 1944
  1. Am 1. November 1942 zum Konteradmiral befördert.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Mark Stille und Tony Bryan: Imperial Japanese Navy Aircraft Carriers 1921–45. Osprey Publishing, Oxford 2005, ISBN 978-1-84176-853-3.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Chiyoda – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

FußnotenBearbeiten

  1. Mark Stille und Tony Bryan: Imperial Japanese Navy Aircraft Carriers 1921–45. 2005, S. 33.
  2. a b Hackett, Sander Kingsepp: IJN Seaplane/Midget Submarine Carrier CHIYODA: Tabular Record of Movement. In: Combined Fleet. 2006, abgerufen am 26. April 2011 (englisch).
  3. a b Anthony P. Tully: IJN Chiyoda: Tabular Record of Movement. In: Combined Fleet. 1998, abgerufen am 26. April 2011 (englisch).
  Japanischer Name: Wie in Japan üblich, steht in diesem Artikel der Familienname vor dem Vornamen. Somit ist Mizui der Familienname, Seiji der Vorname.