Chiang Mai

Großstadt in Thailand

Nicht zu verwechseln mit Chiang Mai (Provinz), Amphoe Mueang Chiang Mai, Chiang Rai

เชียงใหม่
ᨩ᩠ᨿᨦᩉ᩠ᨾᩲ᩵
Chiang Mai
Chiang Mai (Thailand)
Koordinaten 18° 47′ 25″ N, 98° 59′ 5″ OKoordinaten: 18° 47′ 25″ N, 98° 59′ 5″ O
Basisdaten
Staat Thailand

Provinz

Chiang Mai
Höhe 310 m
Fläche 40,2 km²
Metropolregion 2905 km²
Einwohner 127.400 (2019)
Metropolregion 1.197.931 (2022)Vorlage:Infobox Ort/Wartung/Zahl
Dichte 3.167,9 Ew./km²
Vorlage:Infobox Ort/Wartung/Dichte
Postleitzahl 50000
Politik
Bürgermeister Tatsanai Puranupakorn[1]
Kultur
Partnerstädte Uozu, Japan
Saitama, Japan
Kunming, China
Harbin, China
Da Lat, Lam Dong, Vietnam
Blick auf Chiang Mai vom Doi Suthep aus
Blick auf Chiang Mai vom Doi Suthep aus

Chiang Mai (thailändisch เชียงใหม่ Aussprache: [tɕʰīəŋ màj], anhören?/i, Lanna: ᨩ᩠ᨿᨦ ᩲᩉ᩠ᨾ᩵ [t͡ɕīəŋ.màj; manchmal auch Chiengmai oder Chiangmai geschrieben) ist eine Großstadt in der thailändischen Provinz Chiang Mai, größte Stadt in Nordthailand und die zweitgrößte Stadt Thailands.

Die Großstadt-Kommune (thesaban nakhon / เทศบาลนครเชียงใหม่) im Zentrum des Landkreises (Amphoe) Mueang Chiang Mai bildet seit 1983 bis heute das offizielle Stadtgebiet mit rund 127.400 Einwohnern[2] und einer Fläche von 40,2 km², entspricht jedoch nicht mehr der Ausdehnung des heutigen Stadtgebietes.[3] Dieses erstreckt sich heutzutage mit einer Fläche von 2 905 km² von Hang Dong im Süden, bis Mae Rim im Norden und von Suthep (Text auf Englisch) im Westen, bis San Kamphaeng im Osten. In diesem erweiterten Stadtgebiet leben rund 1,19 Millionen Einwohner und damit mehr als 66 Prozent der Gesamtbevölkerung der Provinz Chiang Mai (1,8 Millionen).[4]

Rund 5 km von der Innenstadt entfernt, befindet sich der internationale Flughafen Chiang Mai International Airport (Thai: ท่าอากาศยานเชียงใหม่). Nach Bangkoks Suvarnabhumi, Bangkoks Don Mueang und Phukets internationalem Flughafen ist Chiang Mai International Airport der viert verkehrsreichste Flughafen Thailands.[5]

Chiang Mai wird wegen der landschaftlich schönen Lage und der verbliebenen buddhistischen Klöster im Lanna Stil immer noch Rose des Nordens genannt.

Stadtgebiet und EinwohnerzahlBearbeiten

Seitdem im Jahr 1983 Chiang Mais Großstadt-Kommune (thesaban nakhon in Thai, "Municipality" im Englischen) offiziell mit 40,2 km² angegeben wurde, hat man keinerlei Aktualisierungen der Daten vorgenommen, obwohl die Bevölkerung in der Folgezeit stark angewachsen ist.[3] 1983 hatte das gesamte Stadtgebiet mit 127.000 Einwohnern bereits die Grenzen des kommunalen Gebiets überschritten und ist seitdem auf über eine Million Menschen angewachsen (2022).[4]

Was einst den Großteil des Stadtgebiets von Chiang Mai ausmachte, ist nun zu einem kleinen Teil des ausgedehnten Stadtbildes geworden und umfasst nur noch die meisten Teile des Landkreises Mueang Chiang Mai im Inneren der Stadt.

In offiziellen Stadtplänen der Chiang Mai Provincial Administrative Organization, die in der Royal Thai Government Gazette veröffentlicht wurden, wird jedoch das neue und aktuelle Stadtgebiet dargestellt, welches das alte Stadtgebiet im Landkreis Mueang Chiang Mai bis nach Mae Rim im Norden, San Kamphaeng im Osten, Hang Dong im Süden und Suthep im Westen erweitert.[6] Diese neue Ausdehnung bildet nicht nur das gesamte Stadtgebiet von Chiang Mai, sondern ist auch ungefähr so groß wie die Metropolregion Chiang Mai.

Das gesamte Gebiet hat eine Bevölkerung von 1.197.931 Einwohnern, was Chiang Mai zur zweitgrößten Stadt Thailands nach Bangkok (10,7 Millionen Einwohner) macht. Mit ungefähr 500.000 Einwohnern folgt an dritter Stelle Nakhon Ratchasima im Nordosten Thailands.

Aufgrund der veralteten Zählung registrierter Einwohner wird die eigentliche Größe von Chiang Mai oft fehlerhaft und ungenau dargestellt, wodurch die eigentliche Bedeutung der Stadt unbeabsichtigt geschmälert wird.

 
Stadtgrenze von Chiang Mai basierend auf Stadtplänen der Chiang Mai Provincial Administrative Organization[6]

LageBearbeiten

Der Ort liegt in einem windgeschützten Flusstal des Mae Nam Ping, am Fuß des Berges Doi Pui (1685 m über Meereshöhe).

Die Provinzhauptstadt bildet das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Nordens. Die frühere Beschaulichkeit ist einer westlichen Hektik gewichen, viele alte Teakholzhäuser sind durch Betonbauten ersetzt. Dadurch wird der enorme Gegensatz zu den außerhalb der Stadt in traditioneller Art siedelnden Angehörigen der Bergvölker (unter anderen Akha, Meo, Lisu, Karen) überdeutlich.

Es gibt ungefähr 200 buddhistische Tempel (Wat), viele davon liegen in der Altstadt. Diese wird von einem Viereck aus der antiken Stadtmauer (Reste davon sind noch erhalten) und einem parallel dazu verlaufenden Wassergraben umschlossen, der auf zahlreichen Brücken überquert werden kann. Das Zentrum der modernen Stadt hingegen liegt östlich außerhalb der ehemaligen Stadtmauern zum Ufer des Mae Nam Ping hin.

WirtschaftBearbeiten

 
Der Ping-Fluss in Chiang Mai
 
Blick auf Doi Pui und Doi Suthep

Chiang Mai ist das Zentrum des thailändischen Kunsthandwerks. Insbesondere die Holzverarbeitung, die Textilherstellung und die Bearbeitung von Jadeschmuck sind wichtige Zweige der Wirtschaft. Chinnaraje, ein Hersteller für Autorikschas (Tuk-Tuk), hatte in der Stadt seinen Sitz. Daneben ist der Tourismus eine wichtige Erwerbsquelle vieler Menschen.

VerkehrBearbeiten

Am westlichen Stadtrand befindet sich der internationale Flughafen Chiang Mai. Von hier aus werden täglich Ziele in Thailand und Südostasien, sowie verschiedene chinesische Städte angeflogen.

Regelmäßige Zugverbindungen bestehen in Richtung Bangkok. Außerdem gibt es zahlreiche Busverbindungen aus dem südlichen, zentralen und nördlichen Thailand nach Chiang Mai.

Vor Ort gehören Songthaeos zu den wichtigsten Verkehrsmitteln. Die roten Sammeltaxis sind im Stadtbild von Chiang Mai allgegenwärtig.

BildungBearbeiten

Die Universität Chiang Mai (Thai: มหาวิทยาลัยเชียงใหม่, Engl.: Chiang Mai University), die wichtigste öffentliche Universität in Nord-Thailand, liegt etwa fünf Kilometer westlich des Stadtzentrums von Chiang Mai unterhalb des Berges Doi Suthep. In Chiang Mai gibt es noch die folgenden Universitäten mit einer Vielzahl von Unterabteilungen:

In der Nähe von Chiang Mai befinden sich außerdem:

An der Christlichen Deutschen Schule Chiang Mai (CDSC) besteht in Nordthailand die Möglichkeit, ein deutschsprachiges internationales Abitur (DIAP) zu erlangen. Die Schule trägt das Gütesiegel "Exzellente Deutsche Auslandsschule". Sie ist eine der zurzeit 140 weltweit von der Bundesrepublik Deutschland geförderten Deutschen Auslandsschulen (DAS). Im Herbst 2019 wurde das Projekt #CDSCWald gestartet, um im Juni 2020 1/2 Hektar Wald als #BäumefürdieZukunft zu pflanzen. Die zu pflanzenden Bäumchen werden in einer dafür errichteten kleinen eigenen Baumschule von den Schülern selbst gezogen. Eine modellhafte Verbindung von Bildung und praktiziertem Klimaschutz.[7]

GeschichteBearbeiten

 
Traditionelles Holzhaus in Chiang Mai
 
Antike Stadtmauer mit Stadttor Chang Phueak
 
Auf dem Nachtbasar von Chiang Mai
 
Der Graben der alten Stadtbefestigung

Chiang Mai wurde 1296 durch Mangrai als Hauptstadt seines Reiches Lan Na („Land der Millionen Reisfelder“) gegründet. Nach der Unterwerfung des Mon-Reiches Haripunchai wurde Chiang Mai Hauptstadt von Lan Na. 1556 konnten die Burmesen Lan Na zu ihrem Vasallen machen und erst 1775 kam Chiang Mai unter General Taksin zu Siam, behielt jedoch bis 1932 einen quasi autonomen Status. 1933 erhielt Chiang Mai „Provinz“ Status unter Siam und die Stadt wurde 1935 zur Stadt-Kommune (thesaban nakhon) erhoben.[8]

StädtepartnerschaftenBearbeiten

SehenswürdigkeitenBearbeiten

2015 wurden die Denkmale, die Fundstätten und die Kulturlandschaft von Chiang Mai in die thailändische Vorschlagsliste für das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen.[10]

Buddhistische TempelBearbeiten

  • Wat Phra That Doi Suthep – gegründet wahrscheinlich 1371, heutiges Aussehen seit 1805, hoch am Doi Suthep über Chiang Mai gelegen (die Straße dorthin wurde erst 1935 gebaut), mit großartiger Aussicht über das ganze Tal.
  • Wat Phra Singh – buddhistische Tempelanlage (Wat), erbaut 1345 unter König Pha Yo, mit der Buddhafigur Phra Sihingh, Holzschnitzereien der Portale, edelsteinbesetzte Bronzestatue, kleiner Bibliotheksbau aus dem 14. Jahrhundert.
  • Wat Chiang Man – mit dem sog. „Kristall-Buddha“ aus Bergkristall, aus dem 7. Jahrhundert, von König Mangrai bei der Eroberung von Haripunchai erbeutet.
  • Wat Chiang Yuen – National-Tempel des Königreiches von Chiang Mai, nördlich der von Mauer und Wassergraben eingefassten Altstadt.
  • Wat Chedi Luang – mit der Ruine einer riesigen Chedi, die 1545 durch ein Erdbeben zerstört wurde. Im nördlichen Teil kleiner Viharn, erbaut zu Ehren des Meditationsmeisters Ajahn Mun Bhuridatta, der hier lebte und lehrte.
  • Wat Lok Mo Li – renovierter buddhistischer Tempel aus dem 14. Jahrhundert.
  • Wat Buppharam – an der Tha Pae Road gelegener Tempel vom Ende des 15. Jahrhunderts, im 19. Jahrhundert mit einem ungewöhnlichen Viharn im burmesischen Stil erneuert.
  • Wat Suan Dok – Tempel aus dem 14. Jahrhundert westlich der Altstadt.
  • Wat Chet Yot – Tempel mit ungewöhnlichem Viharn aus dem 15. Jahrhundert.
  • Wat Umong – im Wald liegender Tempel aus dem 14. Jahrhundert, am Rande der Stadt, mit großem Weiher (Fische füttern).

MuseenBearbeiten

VerschiedenesBearbeiten

  • Nachtbasar (Night Bazar) – in der Nähe des Ufers des Ping; allabendlich werden hier lokale Produkte, Viktualien und Textilien (insbesondere von den Angehörigen der Bergvölker) feilgeboten. Mehrere Food-Courts und zahlreiche Garküchen sorgen für das leibliche Wohl sowohl der Einheimischen wie auch der Touristen.
  • Wiang Kum Kam – historisches Ausgrabungsgebiet etwa fünf Kilometer südlich der Stadt. Hier lebte König Mengrai, bevor er Chiang Mai gründete.
  • Chiang Mai Night Safari – Zoo und Freizeitpark mit Restaurant und Wasser-Lichtspielen, teils mit Freigehegen, durch die man abends in kleinen Zügen gefahren wird. 10 km außerhalb der Stadt.
  • Royal Flora Expo (Thai: งานมหกรรมพืชสวนโลก2006 – [ŋaːn.má.hà.kam.pʰɯ̂ːt.sǔːan.lôːk.2006], auch: ราชพฤกษ์2549 – [râːt.tɕʰá.pʰrɯ́k.2549]) – Internationale Gartenschau, unter anderem riesige Hallen mit Orchideen, sehr aufwändig, sehr weitläufig, etwa 10 km südwestlich der Altstadt gelegen.
  • Am Bahnhof: Denkmal-Dampflok RSR Nr. 340, ex G 4/5 118 der Rhätischen Bahn (Graubünden, Schweiz), SLM 2208, 1912, in Thailand seit 1926 (Schwesterloks 107 und 108 bei der RhB betriebsfähig)[11]
  • Kawila Race Track: Galopprennbahn, auf der jeden Samstag ab 12:30 Uhr Pferderennen stattfinden und auf der das Wetten legal ist.
  • Elephant Nature Park: Nachhaltiger Elefantenpark als Elefantenrehabilitationszentrum
  • Stadtbefestigung von Chiang Mai – Vom Ursprung her aus dem späten 13., vom heutigen Erscheinungsbild her aus der Zeit um 1801 stammend. Alle Stadttore und Zitadellen sind erhalten bzw. rekonstruiert worden.

PersönlichkeitenBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Chiang Mai – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Chiang Mai – Reiseführer

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Website der Stadtverwaltung (auf Thai – abgerufen am 28. November 2015)
  2. "สถิติทางการทะเบียน" - Registrierungsstatistik, Department of Provincial Administration (DOPA), Stand Dezember 2019. Abgerufen am 17. März 2022.
  3. a b [Königliches Dekret zur Erweiterung des Stadt- und Verwaltungsgebiets von Chiang Mai, Provinz Chiang Mai, B.E.2526 (1983)]. In: Royal Thai Government Gazette. 53. Jahrgang, Nr. 100, 5. April 1983, S. 4–10 (PDF [abgerufen am 17. März 2022] Gebiet: 40.2 sq.km.).
  4. a b Chiang Mai, Thailand Metro Area Population 1950-2022. Abgerufen am 17. März 2022.
  5. Airports of Thailand Public Company Limited. Abgerufen am 17. März 2022.
  6. a b Chiang Mai Provincial Administrative Organization, Royal Gazette (21.05.2013).: "Ministerial Regulations that shall be incorporated into the Chiang Mai unified city plan, Seite 32 (in Thai)". Abgerufen am 17. März 2022.
  7. CDSC Baumschule eröffnet.
  8. [Königliches Dekret zur Gründung der Stadt-Kommune von Chiang Mai, Jahr 2478 B.E. (1935)]. In: Royal Thai Government Gazette. Band 52, 29. März 1935, S. 2136–2141 (PDF [abgerufen am 17. März 2022]).
  9. Chongqing Municipal Government
  10. Monuments, Sites and Cultural Landscape of Chiang Mai, Capital of Lanna auf der offiziellen Webpräsenz des UNESCO-Welterbes (englisch), abgerufen am 11. Mai 2017.
  11. Alfred Moser: Der Dampfbetrieb der Schweizerischen Eisenbahnen 1847–1966, S. 341 / 406 ISBN 3-7642-0742-0, aktuelle Foto (2009) von James Waite, England