Cheb Hamid

algerischer Raï-Interpret

Cheb Hamid (* 1964 in Aïn Defla, Algerien) ist ein algerischer Musiker. Er war ein bedeutender Raï-Interpret der 1980er Jahre.

Cheb Hamid (1986).jpg

LebenBearbeiten

Hamid wurde 1964 in Ain Defla im äußersten Norden des Landes geboren. Seine ersten Kassetten veröffentlichte er 1981, produziert vom stilprägenden Produzenten Rachid Baba Ali Ahmed.[1] Hamid war der erste von Rachid aufgenommene Raï-Künstler, die Aufnahmen fanden im Haus der Jugend in Tlemcen statt.[2]

Seinen Durchbruch erlebte Hamid 1986 durch ein Duett mit Chaba Zahouania. Das von ihnen gemeinsam gesungene Stück „Khali ya Khali“ („Mein Onkel, mein Onkel“) war nicht nur ein kommerzieller Erfolg, sondern auch eine Provokation, weil darin die inzestuöse Liebe einer jungen Frau zu ihrem weißhaarigen Onkel besungen wurde.[3] Im selben Jahr trat Hamid auf dem ersten großen Raï-Festival Europas in Bobigny auf, durch dass der Raï seinen Durchbruch in Frankreich und in der Folge auch in ganz Europa erlebte.[4] Einer seiner größten Solo-Hits war „Khadidja“.

Hamids weiterer Lebenslauf ist schlecht dokumentiert. Bis 1988 lassen sich kontinuierlich Veröffentlichungen und Konzerte nachweisen.[5] Anscheinend zog er sich danach in seinen bürgerlichen Beruf als Krankenhaustechniker zurück.[6] Zeitweise lebte er auch in Marseille.[7]

MusikBearbeiten

Hamid war stark beeinflusst vom spanischen Flamenco. Er setzte seine kraftvolle, geschmeidige Stimme für einen leidenschaftlichen Gesang ein, wofür er besonders beim weiblichen Publikum geschätzt wurde.[1] Dies brachte ihm den Spitznamen „Le rossignol du raï“ (=Die Nachtigall des Raï) ein.[7] Stilistisch bestanden Ähnlichkeiten zu Houari Blaoui.[1]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Frank Tenaille: Die Musik des Rai. 2003, ISBN 3-930378-49-3, S. 145
  2. Trevor Herman, Yves Thibord: Liner Notes zu Pop-Rai And Rachid Style. Rai Rebels Volume Two. CD, 1990, Virgin Records
  3. Frank Tenaille: Die Musik des Rai. 2003, ISBN 3-930378-49-3, S. 42–44
  4. Frank Tenaille: Die Musik des Rai. 2003, ISBN 3-930378-49-3, S. 55–59
  5. So zum Beispiel beim „Festival du Raï“ im Théâtre De Verdure in Oran, 1988, Video. Youtube; abgerufen am 5. Oktober 2013
  6. Simon Broughton, Mark Ellingham, Richard Trillo: World Music: Africa, Europe and the Middle East. 1999, ISBN 1-85828-635-2, S. 420
  7. a b Cheb Hamid. (Memento des Originals vom 6. Oktober 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.mondomix.com mondomix.com; abgerufen am 5. Oktober 2013