Challenger (Raumfähre)

Raumfähre der NASA
Landung der Raumfähre Challenger nach der Mission STS-6 im April 1983
Die Challenger während der STS-7-Mission, Juni 1983
Die Challenger während des Transports durch ein Shuttle Carrier Aircraft (SCA), eine spezielle Boeing 747 (April 1984)
Aufnahme, kurz nachdem die Challenger explodiert ist

Das Space Shuttle Challenger (englisch für Herausforderer) war die dritte Raumfähre der NASA nach dem flugtauglichen Prototyp Enterprise und der ersten voll weltraumtauglichen Columbia. Im Oktober 1982 fertiggestellt, erfolgte der Jungfernflug im April 1983 (STS-6). Die interne Bezeichnung lautet OV-099.

Die Challenger wurde nach dem britischen Forschungsschiff HMS Challenger benannt, das von 1872 bis 1876 die Weltmeere befuhr. Schon die Mondlandefähre von Apollo 17 trug diesen Namen.

Der Hersteller der Space Shuttles, Rockwell International (inzwischen Teil von Boeing), hatte im Februar 1972 den Auftrag zum Bau von zunächst zwei Orbitern, Enterprise und Challenger, erhalten, die nicht für den Einsatz im All gedacht waren. Ursprünglich als Test-Orbiter für das Shuttle-Programm gebaut, wurde dann die Challenger nach ihrer Fertigstellung im Mai 1977 zunächst fast ein Jahr lang als STA-099 – STA steht für Structural Test Article – für Schwingungstests verwendet. Ab 1979 wurde sie dann nachträglich anstelle der Enterprise (OV-101), des ersten Structural Test Article, mit dem Abwurf- und Landetests durchgeführt wurden, zu einer vollwertigen und raumflugfähigen Raumfähre mit der Bezeichnung OV-99 ausgebaut.

Die Challenger absolvierte neun vollständige Flüge mit insgesamt 987 Erdumkreisungen. Sie war insgesamt 69 Tage im Weltraum.

Am 28. Januar 1986, 73 Sekunden nach dem Start der Mission STS-51-L, explodierte die Raumfähre in etwa 15 Kilometer Höhe[1] (siehe Challenger-Katastrophe). Dabei starben alle sieben Astronauten. Als Grund wurde das Versagen eines oder mehrerer Dichtungsringe in einer der seitlichen Feststoffraketen ermittelt. Es war der bis dahin schwerste Unfall in der Raumfahrtgeschichte der USA.

Die aufgefundenen Wrackteile der Challenger sind in einem ehemaligen Raketensilo im Startkomplex 31 der Cape Canaveral Air Force Station eingelagert.

Im Jahr 2013 wurde der Spielfilm The Challenger veröffentlicht, der die Untersuchung des Unfalls thematisiert.

MissionenBearbeiten

Nr. Start Bezeichnung Emblem Besatzung
1 4. April 1983 STS-6   Paul Weitz, Karol Bobko, Donald Peterson, Story Musgrave
2 18. Juni 1983 STS-7   Robert Crippen, Frederick Hauck, John Fabian, Sally Ride, Norman Thagard
3 30. August 1983 STS-8   Richard Truly, Daniel Brandenstein, Dale Gardner, Guion Bluford, William Thornton
4 3. Februar 1984 STS-41-B   Vance Brand, Robert Gibson, Bruce McCandless, Ronald McNair, Robert Stewart
5 6. April 1984 STS-41-C   Robert Crippen, Francis Scobee, Terry Hart, James van Hoften, George Nelson
6 5. Oktober 1984 STS-41-G   Robert Crippen, Jon McBride, Kathryn Sullivan, Sally Ride, David Leestma, Marc Garneau, Paul Scully-Power
7 29. April 1985 STS-51-B   Robert Overmyer, Frederick Gregory, Don Lind, Norman Thagard, William Thornton, Lodewijk van den Berg, Taylor Wang
8 29. Juli 1985 STS-51-F   Gordon Fullerton, Roy Bridges, Story Musgrave, Anthony England, Karl Henize, Loren Acton, John-David Bartoe
9 30. Oktober 1985 STS-61-A   Henry Hartsfield, Steven Nagel, James Buchli, Guion Bluford, Bonnie Dunbar, Reinhard Furrer, Ernst Messerschmid, Wubbo Ockels
10 28. Januar 1986 STS-51-L   Francis Scobee, Michael Smith, Judith Resnik, Ellison Onizuka, Ronald McNair, Gregory Jarvis, Christa McAuliffe

WeblinksBearbeiten

 Commons: Space Shuttle Challenger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Martin Holland: 30 Jahre Challenger-Unglück: die erste große Katastrophe der US-Raumfahrt. In: heise online. 28. Januar 2016, abgerufen am 10. Dezember 2019.