Hauptmenü öffnen

Castiglione di Garfagnana

italienische Gemeinde

Castiglione di Garfagnana ist eine italienische Gemeinde mit 1783 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2017) in der Provinz Lucca in der Toskana und ist Mitglied der Vereinigung I borghi più belli d’Italia[2] (Die schönsten Orte Italiens).

Castiglione di Garfagnana
Wappen
Castiglione di Garfagnana (Italien)
Castiglione di Garfagnana
Staat Italien
Region Toskana
Provinz Lucca (LU)
Koordinaten 44° 9′ N, 10° 25′ OKoordinaten: 44° 9′ 3″ N, 10° 24′ 42″ O
Höhe 545 m s.l.m.
Fläche 48,63 km²
Einwohner 1.783 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte 37 Einw./km²
Postleitzahl 55033
Vorwahl 0583
ISTAT-Nummer 046010
Volksbezeichnung Castiglionesi
Schutzpatron Madonna del Carmine (16. Juli)
Website Castiglione di Garfagnana
Panorama von Castiglione di Garfagnana
Panorama von Castiglione di Garfagnana

GeographieBearbeiten

 
Lage der Gemeinde Castiglione di Garfagnana in der Provinz Lucca

Castiglione di Garfagnana liegt etwa 35 km nördlich der Provinzhauptstadt Lucca und rund 80 km nordwestlich der Regionalhauptstadt Florenz in der Landschaft der Garfagnana im oberen Serchiotal. Es liegt in der klimatischen Einordnung italienischer Gemeinden in der Zone E, 2 784 GG[3]. Wichtige Gewässer im Gemeindegebiet sind die Torrenti Corfino (2 von 12 km im Gemeindegebiet), Torrente di Castiglione (14 von 15 km im Gemeindegebiet) und Sillico (5 von 13 km im Gemeindegebiet), allesamt linke Nebenflüsse des Serchio.[4]

Zu den Ortsteilen gehören die Fraktionen Boccaia, Borghetto (ca. 90 Einwohner), Campori (421 m, ca. 150 Einwohner), Casone di Profecchia (1314 m, ca. 35 Einwohner), Cerageto (837 m, ca. 150 Einwohner), Chiozza (925 m, ca. 100 Einwohner), Col d’Arciana, Filippe, Isola (611 m, ca. 30 Einwohner), Mozzanella (436 m, ca. 15 Einwohner), Pagaia, Passo Radici, Pian di Cerreto (421 m, ca. 80 Einwohner), Pozzatelle, Prunecchio (757 m, ca. 80 Einwohner), San Pellegrino in Alpe (1524 m, 3 Einwohner) und Valbona (672 m, ca. 25 Einwohner). Der Hauptort Castiglione hat ca. 500 Einwohner.[5]

Die Nachbargemeinden sind Frassinoro (MO), Pieve Fosciana, Pievepelago (MO), Villa Collemandina und Villa Minozzo (RE).

GeschichteBearbeiten

 
Lage von Castiglione im Norden der Republik Lucca an der Grenze zu Modena, auf einer Karte von Nicolas Sanson aus dem 17. Jahrhundert

Erstmals erwähnt wurde der Ort und die Kirche San Pietro im 8. Jahrhundert, als die Langobarden über den Ort herrschten.[6] Zwischen 1149 und 1168 nahm der Ort mehrfach an den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Lucca und Pisa teil und stand dabei auf der Seite von Pisa. Der Ort wurde 1168 nach längerer Belagerung von Lucca eingenommen und der Anführer aus Castiglione, Veltro da Corvaia, ermordet. Zwei Jahre später gab Lucca die Erlaubnis, die Burg wieder aufbauen zu dürfen. Als sich Castiglione um 1226 wieder Pisa annäherte, wurde die Burg von Lucca abermals zerstört und 1230 wieder aufgebaut. 1356 gehörte der Ort zu Pisa und wurde erfolglos von den Söhnen des Castruccio Castracani belagert. Zu Lucca gelangte der Ort 1371. Die heutige, 750 m lange und mit vier Stadttoren ausgestattete Befestigung des Ortes mit den fünf Wehrtürmen (Brunella, dell’Orologio, del Fattori, di San Michele und di San Pietro) stammt aus dieser Zeit.[7] Von 1429 bis 1433 beherrschte Florenz den Ort, danach ging die Herrschaft wieder an Lucca zurück. Am Anfang des 17. Jahrhunderts wurde Castiglione mehrfach von den Este belagert (1602, 1603 und 1613[7]), blieb aber bei Lucca.[8]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Platz mit Rathaus und Brunnen
  • Rocca di Castiglione, Burg im Ortskern. Sie ist mit den drei zylindrischen Wehrtürmen del Mastio (Hauptturm), del Castellano und della Campanella ausgestattet.[7]
  • Chiesa di San Pietro, Kirche im Ortskern, die bereits im 8. Jahrhundert erwähnt wurde.[6]
  • Chiesa di San Michele, Kirche im Ortskern, die bereits 1168 erwähnt wurde.[8] Enthält ein Tafelbild von Giuliano di Simone da Lucca (Madonna col Bambino, auch Madonna delle Tosse genannt, 1389 datiert).[7]
  • Chiesa della Corba (Santa Maria della Corba), Kirche kurz außerhalb des Ortskerns von Castiglione di Garfagnana, die erstmals 1621 erwähnt wurde und über einem älteren Oratorium erbaut wurde.[9]
  • Chiesa di San Bartolomeo, Kirche im Ortsteil Chiozza, die bereits 1168 erwähnt wurde.[10]
  • Chiesa di San Martino, Kirche im Ortsteil Cerageto. Wurde bereits 1168 erwähnt.[11]
  • Ponte Medievale dei Molini, mittelalterliche Brücke in der Località Mulino am antiken Weg zum Ortsteil Chiozza, der durch Spinetta Malaspina am Anfang des 14. Jahrhunderts entstand.[12]

GemeindepartnerschaftenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Castiglione di Garfagnana – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2017.
  2. I borghi più belli d’Italia. Borghipiubelliditalia.it, abgerufen am 6. August 2017 (italienisch).
  3. Webseite der Agenzia nazionale per le nuove tecnologie, l’energia e lo sviluppo economico sostenibile (ENEA), abgerufen am 9. Februar 2016 (italienisch) (PDF; 330 kB)
  4. Offizielle Webseite des Sistema Informativo Ambientale della Regione Toscana (SIRA) zu den Flüssen in Castiglione di Garfagnana, abgerufen am 9. Februar 2016 (italienisch)
  5. Comune di Castiglione di Garfagnana mit den Einwohnerzahlen von 2011, abgerufen am 16. Juli 2019 (italienisch)
  6. a b Emanuele Repetti: CASTIGLION DI GARFAGNANA in Val di Serchio.
  7. a b c d Andrea Santoro: Fortezze, Rocche e Castelli in Lucchesia e in Garfagnana.
  8. a b Contado Lucchese
  9. Samuele Cecchi : SANTA MARIA DELLA CORBA. In: Castiglione News, 2004
  10. Arcidiocesi di Lucca (Memento des Originals vom 9. Februar 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.diocesilucca.it, Webseite des Erzbistum Lucca zur Kirche San Bartolomeo in Chiozza, abgerufen am 9. Februar 2016 (italienisch)
  11. Arcidiocesi di Lucca (Memento des Originals vom 9. Februar 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.diocesilucca.it, Webseite des Erzbistum Lucca zur Kirche San Martino in Cerageto, abgerufen am 9. Februar 2016 (italienisch)
  12. In Garfagnana zur Ponte Medievale, abgerufen am 9. Februar 2016 (italienisch)
  13. Webseite des Pro Loco Castiglione di Garfagnana zur Gemeindepartnerschaft mit Isola, abgerufen am 9. Februar 2016 (italienisch)