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Carsten Meyer-Heder

Deutscher Politiker (CDU) und IT-Unternehmer
Carsten Meyer-Heder (2019)

Carsten Meyer-Heder (* 30. März 1961 in Bremen) ist ein deutscher Politiker (CDU) und IT-Unternehmer. Bei der Bürgerschaftswahl 2019 in der Hansestadt Bremen kandidierte er als Spitzenkandidat der CDU Bremen für das Amt des Bremer Bürgermeisters und löste mit den Christdemokraten erstmals in der Stadtgeschichte die SPD als stärkste Fraktion in der Bürgerschaft ab. Seit 27. Juni 2019 ist er zudem Landesvorsitzender seiner Partei als Nachfolger des verstorbenen Jörg Kastendiek.

Er war Geschäftsführer von team neusta, bis er sich wegen seines Einstiegs in die Berufspolitik als geschäftsführender Gesellschafter aus dem operativen Geschäft der von ihm aufgebauten Unternehmensgruppe zurückzog.

LebenBearbeiten

In den 1970er Jahren war Meyer-Heder nach eigenen Angaben ein Hippie mit langen Haaren, lebte in einer 10er Wohngemeinschaft und war ein Kriegsdienstverweigerer und Kapitalismus-Gegner.[1][2][3][4] 1979 schloss Meyer-Heder im Schulzentrum Im Holter Feld im Bremer Stadtteil Hemelingen seine Schulbildung mit dem Abitur ab. Nachdem er seinen Zivildienst beim Deutschen Roten Kreuz absolviert hatte, begann Meyer-Heder 1982 an der Universität Bremen ein Studium der Wirtschaftswissenschaften, das er 1986 ohne Abschluss beendete. Während seiner Studienzeit machte er lediglich vier Scheine.[5]

Anfang der 1990er-Jahre absolvierte er eine Umschulung zum Softwareentwickler.[6][7]

Meyer-Heder stieg 1993 bei der im Vorjahr gegründeten Neusta GmbH ein und übernahm daraufhin die alleinige Führung des Unternehmens. Nachdem er den Betrieb zunächst als Einzelunternehmer weiterführte, ging daraus in den folgenden Jahren die von Meyer-Heder gegründete Unternehmensgruppe team neusta hervor.[8] Im Jahr 2014 wurde Meyer-Heder vom Landesverband Bremen der Verbände Die Familienunternehmer und Die Jungen Unternehmer als Bremer Unternehmer des Jahres ausgezeichnet.[9]

Vor seinem Einstieg in die Landespolitik erklärte Carsten Meyer-Heder, dass er bereits damit begonnen habe, seine Nachfolge bei team neusta zu regeln. Deshalb habe er unter anderem sein Amt als Geschäftsführer der Holding abgegeben[8] und sich als geschäftsführender Gesellschafter aus dem operativen Geschäft zurückgezogen.[10]

PolitikBearbeiten

Einstieg in die Politik mit CDU-Spitzenkandidatur im Land Bremen 2019Bearbeiten

Im Januar 2018 unterbreitete der CDU-Landesvorsitzende Jörg Kastendiek dem Landesvorstand der CDU Bremen in einem Brief den Vorschlag, Carsten Meyer-Heder als Spitzenkandidaten für die Bürgerschaftswahl 2019 und somit als Herausforderer des bisherigen Bürgermeisters Carsten Sieling (SPD) zu nominieren.[11] Daraufhin beschloss der CDU-Landesvorstand einstimmig, Meyer-Heder offiziell dem Landesparteitag als Spitzenkandidat zu empfehlen.[12] Meyer-Heder wurde im März 2018 CDU-Mitglied.[13][14]

Am 26. Mai 2018 wurde Meyer-Heder mit 198 von 201 Stimmen zum Spitzenkandidaten der Bremer CDU für die Bürgerschaftswahl 2019 gewählt.[13] Bei der Delegiertenversammlung am 27. Oktober 2018 wurde er einstimmig auf den ersten Platz der CDU-Liste für die Bürgerschaftswahl gewählt.[15] Meyer-Heder gelang bei der Bürgerschaftswahl in Bremen 2019 mit 104.589 Personenstimmen der Einzug als Abgeordneter in die Bürgerschaft Bremen. Insgesamt erreichte die CDU mit Meyer-Heder als Spitzenkandidat bei der Bürgerschaftswahl 26,7 Prozent der Stimmen und löste dadurch erstmals in der Geschichte des Landes die SPD als stärkste Fraktion ab.

Opposition als CDU-Landesvorsitzender seit 2019Bearbeiten

Im Anschluss an die Bürgerschaftswahl 2019 führte Meyer-Heder mit den Grünen und der FDP Sondierungsgespräche über eine Jamaika-Koalition. Weil die Grünen sich daraufhin jedoch für eine rot-grün-rote Koalition entschieden hatten, begann Meyer-Heders Mandat in der Bürgerschaft in der Opposition. Am 27. Juni 2019 wählten 149 von 153 Delegierten Meyer-Heder auf dem Landesparteitag der CDU Bremen mit einer Mehrheit von 98 Prozent zum neuen Landesvorsitzenden.[16]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Der Paradiesvogel von Karl Doemens, Frankfurter Rundschau 28. April 2019
  2. Bremer CDU will die große Wende Parteiloser als Spitzenkandidat? Der Tagesspiegel 22. Januar 2018
  3. Die rote Bastion Bremen fällt, von Peter Burghardt, Süddeutsche Zeitung 27. Mai 2019
  4. Wird ein CDU-Hippie Bremens neuer Bürgermeister? Augsburger Allgemeine 26. Mai 2019
  5. Carsten Meyer-Heder: Der Soft-Rocker der CDU
  6. Angriff auf den roten Erbhof in Bremen weser-kurier.de 26. Mai 2018
  7. Jürgen Theiner: „Ich glaube: Ich kann’s“. (weser-kurier.de [abgerufen am 2. Februar 2018]).
  8. a b Carsten Meyer-Heder: Ein Politik-Neuling will an die Spitze butenunbinnen.de 17. Januar 2018
  9. Ehrung für Team-Neusta-Chef weser-kurier.de 15. Mai 2014
  10. Neuer Geschäftsführer für die team neusta GmbH team neusta 3. Juli 2018
  11. Carsten Meyer-Heder: Aufbruch mit Seiteneinsteiger. In: Kreiszeitung. 17. Januar 2018 (kreiszeitung.de [abgerufen am 2. Februar 2018]).
  12. Meyer-Heder wird Bürgermeisterkandidat der CDU weser-kurier.de 22. Januar 2018
  13. a b [1], Buten un Binnen, 26. Mai 2018, angerufen 6. Juni 2018
  14. Hubertus Volmer: "Ich war ja früher ganz links". Abgerufen am 24. April 2019.
  15. Sieling und Meyer-Heder auf den ersten Listenplätzen Die Welt 27. Oktober 2018
  16. 98 Prozent: Carsten Meyer-Heder führt die CDU in Bremen Süddeutsche Zeitung 27. Juni 2019