Carsten Eggers

deutscher Maler und Bildhauer

Carsten Eggers (* 18. Mai 1957 in Stade) ist ein deutscher Bildhauer und Maler. Er ist mit rund 20 realistischen Bronzeplastiken im norddeutschen Raum und in den Niederlanden vertreten. Die bekanntesten Arbeiten des Künstlers sind die Bronze-Büste von Rudi Carrell und das überlebensgroße Denkmal der Box-Legende Max Schmeling.

LebenBearbeiten

Carsten Eggers wuchs im Alten Land (Jork) als Sohn des Malers Richard Eggers auf, entschied sich gegen eine akademische Laufbahn und studierte Malerei bei seinem Vater. Eggers verweigerte sich konsequent dem Kunst-Establishment, ist in keinem Künstlerbund vertreten, agiert als Einzelgänger. Bereits mit 17 Jahren entwarf er das Wappen für die Gemeinde Jork. 1980 erweiterte er die Malerei um das Bildhauerfach bei Franz Rotter († 1989) in Cuxhaven, schloss 1983 ein Bildhauerstudium bei Karl Heinz Türk in der Freien Kunstakademie Nürtingen an. Seit 1991 lebt und arbeitet Carsten Eggers auf einem Resthof in Nottensdorf im Kreis Stade.

WerkeBearbeiten

Eine seine ersten großen Plastiken ist die überlebensgroße Bronze (Die Wachenden – 1986), eine Auftragsarbeit der Stadt Stade. Alle weiteren Bronzen im öffentlichen Raum sind vom Realismus geprägt. Eggers modelliert seine Plastiken aus Ton. Die jeweiligen Formen werden in Gips und anschließend in Bronze gegossen. Auftraggeber sind Städte, Gemeinden und Kunstförderer aus der freien Wirtschaft. In seinen Werken stellt er stets den Menschen in den Mittelpunkt. Viele seiner Plastiken zeigen Figuren in Alltagssituationen, die ausschließlich nach lebenden Modellen entstehen. Von historischer Bedeutung ist die überlebensgroße Bronzesplastik „Mönch Heinrich“, dem Begründer des Alten Landes und als Symbolfigur für Völkerverständigung gedeutet, die seit 1992 in Steinkirchen (Altes Land) und Rijnsaterwoude (Niederlande) seit 2001 aufgestellt sind.

Kennzeichen der BronzeplastikenBearbeiten

Typisch für Eggers Plastiken sind deren lässige Posen und eine minimale Übertreibung. „Sein Realismus scheint darin zu bestehen, dass man zu erkennen glaubt, was die Figuren darstellen. Aber sie sind weder Abbilder noch Karikaturen. Eggers zeichnet Begriffe zu Bildern. Mimik, Gestik, Haltung – nichts ist Zufall.“[1] Ein leicht überzeichneter Bauch, ein paar Falten mehr im Gesicht, die Nase eine Spur länger: All das zusammen hat einen verblüffenden Effekt. Am Ende wirkt das Bronze-Spiegelbild ähnlicher als das Original.[2] Kunstkritiker bezeichnen Eggers Werke als „Ganzkörper-Portraits“. Kunsthistoriker Hanns Theodor Flemming († 2005) über den Künstler: „Carsten Eggers Plastiken sind das Ergebnis künstlerischer Gestaltung, die jeder herkömmlichen Gegenständlichkeit trotzen und durch Lebendigkeit aufmerksam machen. Seine Stärke ist es, die menschlichen Stärken und Schwächen einzufangen. Ein Künstler, der völlig losgelöst von jeweiligen Trends seinen Weg geht.“[3] Der Künstler selbst sieht seine Arbeiten als Mahnmale der Gelassenheit, die konträr zu einer kurzlebigen und hektischen Zeit stehen und damit einen Gegenpol bilden.

GemäldeBearbeiten

Die Gemälde von Carsten Eggers sind thematisch weit gestreut. Als Maler ist er ein Eklektiker, der sich in unterschiedlichen Stilrichtungen versuchte. Die frühen Werke des Malers sind vom Expressionismus geprägt. Nach einer impressionistischen Phase kombinierte er in seinen späteren, expressiven und starkfarbigen Bildern realistische Stilelemente mit denen der Pop-Art. Seine Malerei ist von seinen monatelangen Studienreisen nach Amerika, China, Brasilien, Frankreich, Madeira, Portugal, Spanien und Tunesien geprägt. Mit veränderter Stilrichtung wechselte er zu Pastellfarben, erweiterte seine Motive um Porträts, Aktmalerei und aufwendige Kompositionen. So entstanden großformatige Pastelle, die teilweise eine Breite bis zu vier Metern haben.

Werke im öffentlichen RaumBearbeiten

 
Der Künstler und das Max-Schmeling-Denkmal
  • Die Wachenden (Stade, Innenstadt) 1986, Bronze, überlebensgroß
  • Flethenkieker (Buxtehude, Innenstadt) 1989, Bronze, lebensgroß
  • De ole Schipper (Estebrügge, Ortskern) 1989, Bronze, lebensgroß
  • Drei Generationen (Rotenburg, Innenstadt) 1995, Bronze, lebensgroß
  • Mönch Heinrich (Steinkirchen, St. Martini-et-Nicolai-Kirche) 1992, Bronze, überlebensgroß
  • Priester Hendrik (Holland, Rijnsaterwoude) 2001, Bronze, überlebensgroß
  • Deichgraf (Elbinsel Krautsand, Elbdeich) 2000, Bronze überlebensgroß
  • Liborius (Bremervörde, Ortskern) 1993, Bronze, lebensgroß
  • Lesender Mönch (Stade, Innenstadt) 1987, Bronze, lebensgroß
  • Erkennender Petrus (Hamburg, Innenstadt) 1999, Bronze, lebensgroß
  • Büste Friedrich Huth (Harsefeld, Ortskern) 1998, Bronze, überlebensgroß
  • Feldarbeiterin (Deinste, Ortskern) 1993, Bronze, überlebensgroß
  • Johannis (Neuenkirchen, Kirche) 1993, Bronze, lebensgroß
  • Büste Hermann Rauhe (Hamburg, Hochschule für Musik und darstellende Kunst) 1993, Bronze lebensgroß
  • Skuld (Horneburg, Ortskern) 2005, Bronze, lebensgroß
  • Rudi-Carrell-Büste (Holland, Alkmaar, Rudi Carrellplaats) 2007, Bronze, überlebensgroß
  • Erz-Abt zu Harsefeld (Harsefeld) 2009, Bronze, lebensgroß
  • Max-Schmeling-Denkmal (Hollenstedt) 2010, Bronze-Büste, überlebensgroß
  • Schipper Jonny (Hamburg-Rothenburgsort, Marktplatz) Bronze, lebensgroß

AusstellungenBearbeiten

  • Internationaler Hansetag, Rathaus Braunschweig, 1986
  • Gesichter und Ansichten – Museum Altes Land, Jork, 1991
  • Todesmutig – Museum für Sepulkralkultur, Kassel, September 2006 bis Februar 2007

WeblinksBearbeiten

Commons: Carsten Eggers – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Zitate Kulturwissenschaftler und Kunstkritiker Klaus Frerichs im Zeitungs-Bericht Eggers überlässt nichts dem Zufall (Kreiszeitung Wochenblatt)
  2. Am Ende ist das Spiegelbild ähnlicher als das Original – Kunstband Kunst braucht Gunst (Maren Wulf)
  3. Auszug Laudatio Kunstkritiker Hanns Theodor Flemming anlässlich der Ausstellungseröffnung Gesichter und Ansichten von Carsten Eggers im Museum Altes Land, Jork, 1991