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Caroline Fetscher

deutsche Journalistin und Publizistin
Caroline Fetscher in Hinterzarten, Mai 2017

Caroline Fetscher (geboren 1958 in Tübingen) ist eine deutsche Journalistin und Publizistin.

LebenBearbeiten

Caroline Fetscher ist eine Tochter von Iring Fetscher. Sie besuchte von 1964 bis 1966 die Volksschule Dornholzhausen/Taunus, 1967–1968 die Elementary School in Greenwich/Connecticut, USA, 1968–1969 die Frankfurt International School, 1970–1971 die Deutsche Schule in Den Haag, Niederlande, 1971–1975 das Gymnasium Ziehenschule, Frankfurt/Main, 1975 bis zum Abitur 1977 das Internat Birklehof, Südschwarzwald.

Sie studierte von 1977 bis 1978 Germanistik, Geschichte und Psychologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und von 1980 bis 1986 Literaturwissenschaft und Psychologie an der Universität Hamburg mit dem Abschluss M. A.

Von 1979 bis 1980 absolvierte Fetscher bis zum Berufsabschluss die Ausbildung zur Redakteurin an der Journalistenschule von Gruner + Jahr (heute: „Henri-Nannen-Schule“) in Hamburg.

Berufliche TätigkeitenBearbeiten

Von 1981 bis 1982 war Fetscher in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für Greenpeace Deutschland in Hamburg, tätig, von 1983 bis 1990 als Chefredakteurin des Greenpeace Magazins für Deutschland, die Schweiz und Österreich (Auflage 1990 circa 250.000). Sie beteiligte sich an der Öffentlichkeitsarbeit für mehrere Greenpeace-Kampagnen (u. a. zu Atomwaffentests, Klimawandel, Schutz der Antarktis). 1990–1991 war Fetscher Sonderberaterin bei Greenpeace Deutschland für den Aufbau der Greenpeace-Kampagne zum Schutz tropischer Regenwälder.

Von 1991 bis 1995 arbeitete Fetscher als Kampagnenberaterin und Lobbyistin für Nichtregierungsorganisationen, unter anderem für „Rettet den Regenwald“ in Hamburg und London. Sie war Lobbyistin auf der Ersten Weltbank-Konferenz zum Schutz der Regenwälder in West- and Zentralafrika (Banque Mondial de Développement, Abidjan, Cote d’Ivoire), auf der CITES-Konferenz in Fort Lauderdale/USA und bei der Gründungskonferenz des Forest Stewardship Council (FSC) in Toronto.

1995 war Fetscher federführende Co-Redakteurin von „Die Macht der Mutigen – Greenpeace, Amnesty & Co“ im Spiegel Special, 11/1995.[1] Als Lehrbeauftragte für Deutsch als Fremdsprache unterrichtete Fetscher 1995–1996 am King’s College London.

Seit 1997 arbeitet sie als Redakteurin und Autorin bei „Der Tagesspiegel“ in Berlin. Ihre Themenschwerpunkte sind, unter anderem: Menschenrechte, Psychologie, Psychoanalyse, Genderthematik, Konflikte in Südosteuropa der 1990er Jahre, Internationaler Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag (ICTY). Sie verfasst Reportagen, Berichte, Rezensionen, Essays, Kolumnen.

KritikBearbeiten

Fetscher befürwortete in einem Artikel das umstrittene Leistungsschutzrecht für Presseverleger, das heute geltendes Recht ist.[2] Der Journalist Stefan Niggemeier, ein Gegner des Leistungsschutzrechts, kritisierte anhand einzelner Passagen diesen Artikel, in dem sie für die Einführung des Leistungsschutzrechtes auf EU-Ebene warb. Beim „politischen Kampf um ein Leistungsschutzrecht“ gehe „als erstes die Wahrheit über den Jordan“, so Niggemeier. Er kommt zu dem Fazit, es sei „ironisch, aber nicht untypisch, dass ihr Bericht, der so leidenschaftlich für die Rettung des guten, gründlichen, sorgfältigen Journalismus plädiert, selbst kein Beispiel dafür ist.“[3]

Schriften (Auswahl)Bearbeiten

  • Die Tropen als Text. Alberts Schweitzers „Zwischen Wasser und Urwald“. Europäische Verlagsanstalt, Hamburg 1993, ISBN 3-434-50019-7 (sprachkritische Studie zu kolonialen Klischees).
  • Der Tropenkoffer (Hrsg., Vorwort). Anthologie mit Texten aus zwei Jahrhunderten Prosa zu Regenwäldern. dtv, München 1994. ISBN 3-630-71136-7
  • Srebrenica. Ein Prozess. Dokumente aus dem Verfahren gegen General Radislav Krstic vor dem Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag (Hrsg., Vorwort. Mit Julija Bogoeva). Suhrkamp, Frankfurt am Main 2002. ISBN 3-518-12275-4

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. SPIEGEL Special. 11/1995 (spiegel.de [abgerufen am 23. Juni 2018]).
  2. Caroline Fetscher: Leistungsschutzrecht. „Eine Frage von Leben und Tod“. In: tagesspiegel.de. 22. August 2018, abgerufen am 24. August 2018.
  3. Stefan Niggemeier: Reporter gegen „Netzriesen“. Sterben fürs Leistungsschutzrecht. In: uebermedien.de. 24. August 2018, abgerufen am 24. August 2018.