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Aktie über 1000 Mark der Felten & Guillaume Carlswerk AG vom 15. Januar 1900
Kupferhütte im Carlswerk
Innenansicht der Werkstatt (Gebäude 57)
Das Carlswerk im Jahre 1899

Das Carlswerk in Köln-Mülheim war eine Produktionsstätte für Fahrdrähte, Freileitungsseile, Leitungsdrähte und Starkstromkabel aus Kupfer und Aluminium. Eröffnet wurde es im Sommer 1874 von Franz Carl Guilleaume.

Im Carlswerk wurde 1904 das erste transatlantische Telefonkabel, welches Europa mit Nordamerika verband, von Felten & Guilleaume produziert.[1] 1929 wurden an diesem Ort die Tragseile der Kölner Mülheimer Brücke gefertigt, 1941 die Tragseile für die Rodenkirchener Brücke.

Im Krieg vergleichsweise wenig beschädigt, begann der Wiederaufbau im Carlswerk bereits ab Juni 1945. Im Laufe der Zeit wuchs das Werk weiter und bot in den 60er Jahren 23.560 Menschen einen Arbeitsplatz.

Nach zahlreichen Umstrukturierungen und Transaktionen verkaufte die Hauptaktionärin GEW Köln ihre Felten & Guilleaume Aktien an die Moeller GmbH, die 2008 von der irischen Eaton Corporation übernommen wurde. Im Dezember 2007 erwarb die Beos GmbH das 127000 m² große, brachliegende Werksgelände des Carlswerks an der Schanzenstraße, um einen Gewerbecampus mit einer Mischung aus Büro-, Gewerbe- und Serviceflächen zu errichten. Der Campus beinhaltet mehr als 20 Gebäude (erbaut zwischen 1896 und 1984). Kernstück ist ein 103 Meter langes Hauptgebäude aus dem Jahr 1961, das der Bastei-Lübbe-Verlag im Januar 2010 bezog. Die 1938–1948 erbaute ehemalige Spulenfabrik wurde bis März 2009 saniert. Weitere wichtige Gebäude sind das Laborgebäude (erbaut 1922, saniert bis Dezember 2008), das Quartier 2 (erbaut 1917, saniert bis Sommer 2010), das Quartier 1 (Baujahr 1897, saniert bis Juni 2009) sowie das Quartier 4 (Kupferhütte, erbaut 1896 und saniert bis August 2009). Seit August 2009 siedelten sich hier hafenferne Nutzer, insbesondere aus der Medienbranche, an. Erste Mietverträge wurden 2011 geschlossen.

Während der dringend erforderlichen Sanierungsarbeiten am Standort des Kölner Schauspiels bildet das Carlswerk ab September 2013 die Ausweichspielstätte.[2]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Über seine "Reisen nach dem Fernen Osten und nach Argentinien 1910-1914" berichtet der Leiter des Überseegeschäftes Heinrich Jülich. Hrsg. von Amelie Berres und Thomas Berres. Münster: ATE 2003. ISBN 3-89781-051-4.
  2. Kölnische Rundschau (KR) 27. Februar 2013 Köln-Mülheimer Carlswerk: Kölns neues Interimsquartier, abgerufen am 27. Februar 2013

WeblinksBearbeiten

  Commons: Carlswerk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 50° 57′ 59,2″ N, 7° 0′ 35,8″ O