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Carl Rivalier von Meysenbug

deutscher Politiker

Ludwig Carl Georg Philipp Rivalier (* 2. Oktober 1779 in Kassel; † 30. Dezember 1847 in Frankfurt am Main), ab 1825 von Meysenbug, auch de Meysenbug, ab 1834 Freiherr, war ein kurhessischer Außenminister.

LebenBearbeiten

Carl Rivalier entstammte einer hugenottischen Familie mit Wurzeln in der Nähe von Nîmes. Während des von 1807 bis 1813 existierenden Königreichs Westphalen war er als Jurist in Kassel tätig. Nach der Wiederherstellung des Kurfürstentums Hessen wurde er 1814 Sekretär in der geheimen Kriegskanzlei, ab 1823 Geheimer Kabinettsrat, 1831 als Staatsminister Minister für auswärtige Angelegenheiten.

Rivalier galt als Mann mit starker konservativer Gesinnung und gehörte zum engeren Kreis um Emilie Ortlöpp, der einflussreichen Mätresse des Kurfürsten Wilhelm II. Er beriet den Kurfürsten in der Verfassungskrise des Jahres 1830 und bei der Beratung der kurhessischen Verfassung von 1831. Nach 1831 ging er mit dem Kurfürsten ins Exil nach Frankfurt am Main.

Der Kurfürst erhob Rivalier im Jahre 1825, unter Beilegung des Namens des 1810 mit Heinrich von Meysenbug ausgestorbenen althessischen ritterlichen Geschlechts Meysenbug, in den Adelsstand. 1828 erhielt er durch Lehnsbrief das Rittergut der Familie Zerssen in Lauenau zu Lehen. 1834 erhielt er von Kaiser Franz I. von Österreich durch Verleihung des Kommandeurkreuzes des Leopold-Ordens den Freiherrentitel als von Meysenbug.

Rivalier von Meysenbug war der Vater der Schriftstellerin und Frauenrechtlerin Malwida von Meysenbug, des badischen Politikers Wilhelm Rivalier von Meysenbug und dessen Bruders Otto von Meysenbug, der österreichischer Unterstaatssekretär wurde.

FreimaurereiBearbeiten

Carl Rivalier war bis zum Verbot der Freimaurerei in Kurhessen im Jahr 1824 aktives Mitglied der Freimaurerloge Wilhelm zur Standhaftigkeit in Kassel, bis 1813 Königlich Hieronymus Napoléon zu Treue genannt, in die er 1808 in der Zeit des Königreichs Westphalen unter Jérôme Bonaparte aufgenommen worden war. Er war Ehrenmitglied und Repräsentant der Marburger Loge Marc Aurel zum flammenden Stern bei der zwischen 1817 und 1824 existierenden Großen Mutterloge von Kurhessen.

LiteraturBearbeiten

  • Ewald Grothe: Verfassungsgebung und Verfassungskonflikt. Das Kurfürstentum Hessen in der ersten Ära Hassenpflug 1830–1837, Berlin 1996 (= Schriften zur Verfassungsgeschichte, 48), ISBN 3-428-08509-4.
  • Harald Höffner: Kurhessens Ministerialvorstände der Verfassungszeit 1831–1866, masch.-schr., phil. Diss., Gießen 1981.
  • Helmut Keiler: Marburger Freimaurer-Dokumentation, Gießen 1980 [UB Marburg].
  • Hermann vom Meysenbug: Carl Rivalier von Meysenbug, kurhessischer Staatsminister. In: Hessenland Jg. 14 (1900), Nr. 9–15 [Sonderdruck].
  • Rivalier de Meysenbug, Ludwig Carl Georg Philipp Freiherr. Hessische Biografie. (Stand: 9. März 2011). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS)..
  • Hellmut Seier (Hrsg.): Akten und Briefe aus den Anfängen der kurhessischen Verfassungszeit 1830-1837, Marburg 1992 (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen, 48,4; Vorgeschichte und Geschichte des Parlamentarismus in Hessen, 8), ISBN 3-7708-0993-9.