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Carl I. Hagen

norwegischer rechtspopulistischer Politiker
Carl I. Hagen (2009)

Carl Ivar Hagen (* 6. Mai 1944 in Oslo) ist ein norwegischer Politiker der Fortschrittspartei (FrP).

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Er war von 1974 bis 1977 und erneut von 1981 bis 2009 Abgeordneter im norwegischen Parlament – dem Storting. Von 2005 bis 2009 war er außerdem dessen Vizepräsident. Neben seiner Tätigkeit als Abgeordneter im norwegischen Parlament war er zwischen 1979 und 1999 insgesamt elf Jahre auch Mitglied des Osloer Stadtrats.[1]

Von 1978 bis 2006 war er Vorsitzender der FrP.[1] In dieser Position prägte er seine Partei über einen langen Zeitraum und zählte zu dieser Zeit zu einem der einflussreichsten Politikern Norwegens. 1986 war er ausschlaggebend am Sturz der bürgerlichen Minderheitsregierung Kåre Willochs beteiligt, obwohl seine Partei zu diesem Zeitpunkt nur mit zwei Abgeordnete im Parlament vertreten war. Nach Willochs Rücktritt formierte sich eine linke Regierung unter Gro Harlem Brundtland.[2]

Nachdem er 2009 nicht mehr erneut zu den Parlamentswahlen antrat, zog er sich zunächst weitgehend aus der Politik zurück.[3] 2010 kündigte er jedoch an, in Oslo bei den Wahlen 2011 als Bürgermeisterkandidat anzutreten.[4] Aufgrund der schlechten Umfragewerte zog er seine Kandidatur allerdings drei Tage vor der Wahl zurück, um so einen weiteren Stimmverlust zu verhindern.[5] Hagen zog schlussendlich als einfaches Mitglied in den Stadtrat ein.[6]

Politische PositionenBearbeiten

Carl I. Hagens politischen Ansichten werden im Allgemeinen als liberal und konservativ bis rechtspopulistisch eingeordnet.[7]

Im Laufe seiner Karriere äußerte sich Hagen des Öfteren kritisch gegenüber Muslimen und dem Islam, wofür er häufig kritisiert wurde. So behauptete er im Jahre 2004 etwa, dass sich Mohammed im Gegensatz zu Jesus nicht für Kinder interessiere und falls doch, dann nur, um sie für die Islamisierung der Welt ausnutzen zu können.[8]

2016 erklärte er seine Unterstützung für den umstrittenen republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump.[9]

LiteraturBearbeiten

  • Einhart Lorenz: Rechtspopulismus in Norwegen. Carl Ivar Hagen und die Fortschrittspartei. In: Nikolaus Werz (Hrsg.): Populismus: Populisten in Übersee und Europa (= Analysen. Bd. 79). Leske und Budrich, Opladen 2003, ISBN 3-8100-3727-3, S. 195–207.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Carl I. Hagen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b TV 2 AS: Carl I. Hagen trekker seg. Abgerufen am 19. Februar 2019 (no-nb).
  2. Oddvin Aune: Da Hagen spente beinkrok på Willoch. 19. Juni 2009, abgerufen am 19. Februar 2019 (nb-NO).
  3. Carl I Hagen avslutter engasjementet i Burson-Marsteller. 24. Juli 2011, abgerufen am 19. Februar 2019.
  4. Anette Holth Hansen: Hagen vil bli ordfører. 6. September 2010, abgerufen am 19. Februar 2019 (nb-NO).
  5. Kirsti Haga Honningsøy: Hagen gir opp ordførerkamp i Oslo. 9. September 2011, abgerufen am 19. Februar 2019 (nb-NO).
  6. Espen Evensen: Hagen valgt til gruppeleder. 15. September 2011, abgerufen am 19. Februar 2019 (nb-NO).
  7. Gudleiv Forr: Carl I Hagen. In: Norsk biografisk leksikon. 15. Oktober 2015 (snl.no [abgerufen am 19. Februar 2019]).
  8. Hagen angrep islam - Innenriks - NRK Nyheter. 14. April 2012, abgerufen am 19. Februar 2019.
  9. Farid Ighoubah: Carl I. Hagen støtter fortsatt Donald Trump. Abgerufen am 19. Februar 2019 (norwegisch).