Cap’n Jazz

US-amerikanische Band

Cap’n Jazz war eine US-amerikanische Emo-Band aus Chicago, Illinois, aus der einige bekannte Bands und Solokünstler hervorgegangen sind.

Cap’n Jazz
Capn-jazz.jpg
Allgemeine Informationen
Genre(s) Emo, indie rock
Gründung 1989
Auflösung 1995
Website www.joanfrc.com/capnjazz
Letzte Besetzung
Tim Kinsella
Davey von Bohlen
Victor Villarreal
Sam Zurick
Mike Kinsella

BandgeschichteBearbeiten

Cap’n Jazz war zwar nur sehr kurzlebig, aber umso einflussreicher, denn die Gruppe half wesentlich mit, Emo von einem Underground-Punk-Subgenre auch in eine anerkannte Spielart des Indie-Rock zu verwandeln, während der größere Teil der Emo-Szene dem Hardcore-Punk treu blieb. Die Diskografie ist zwar karg, aber dies verhalf der Band zu einem gewissen Underground-Status.

Die erste Aufstellung von Cap’n Jazz fand sich in Chicago etwa 1989 und bestand aus den Brüdern Tim and Mike Kinsella, Sam Zurick und Victor Villarreal. Alle waren damals noch Jugendliche und gingen zur Schule. Sie wechselten mehrmals den Namen der Band und nahmen später Davey von Bohlen in die Formation auf, aber es dauerte noch einige Jahre, ehe sie sich musikalisch weiterentwickelt hatten. Schließlich genossen sie Anfang der 1990er Kultstatus in der Szene um Chicago und den Mittleren Westen. Tim Kinsellas kryptische Wortspiele und amateurhaft gehaltene Stimme wurden zum Markenzeichen der Gruppe und verschafften ihr einen eigenwilligen polarisierenden Charakter.

In den 1990ern nahm die Band einige Singles bei winzigen Independentlabels auf und trugen mit Songmaterial zu mehreren Indie- and Emo-Kompilationen bei. 1995 gaben sie ihr erstes und einziges Album Shmap'n Shmazz bei Man With Gun Records heraus. Das Album besaß zudem einen zweiten sehr langen und unverständlichen Titel, der deshalb meist ignoriert wurde. Die Platte wurde schnell zum Liebhaber- und Sammlerstück. Cap’n Jazz trennte sich kurz darauf im Juli 1995 in Little Rock, Arkansas. Die Gruppe sollte eigentlich im dortigen Punk-Treffpunkt Das Yutes A Go-Go spielen.

1998 veröffentlichte Jade Tree Records eine Doppel-CD als Retrospektive mit dem Titel Analphabetapolothology. Enthalten waren alle Studioaufnahmen der Band wie z. B. das gesamte Shmap'n Shmazz-Album, Singles, Split Releases, Kompilationsbeiträge, sowie bislang unveröffentlichte Demos oder Outtakes und ausgesuchte Songs aus ihrem Abschiedskonzert in Chicago. Alle ehemaligen Bandmitglieder engagierten sich bei sehr bekannten Emo-Projekten, so dass der Einfluss von Cap’n Jazz weit über die Auflösung hinausreichte.

Aufgrund der Wiederveröffentlichung von Analphabetapolothology auf Vinyl hat sich die Band für einige Reunion-Konzerte zusammengefunden. Das erste Konzert fand am 22. Januar 2010 statt.

NachfolgebandsBearbeiten

DiskografieBearbeiten

AlbenBearbeiten

  • 1998: Analphabetapolothology (Jade Tree Records)
  • 1994: Shmap’n Shmazz aka Burritos, Inspiration Point, Fork Balloon Sports, Cards in the Spokes, Automatic Biographies, Kites, Kung Fu, Trophies, Banana Peels We've Slipped on and Egg Shells We've Tippy Toed Over (Man With Gun Records)

SinglesBearbeiten

  • 1993: Boys 16 to 18 Years... Age of Action (Further Beyond Records)
  • 1993: Sometimes If You Stand Further Away From Something, It Does Not Seem As Big. Sometimes You Can Stand So Close To Something You Can Not Tell What You Are Looking At. (Underdog Records)
  • 1993: We Are Scientists (Underdog Records)

KompilationsbeiträgeBearbeiten

  • 1995: Hey Ma Do I Have To Choke On These − We’ve Lost Beauty (File 13)
  • 1995: Theme From 90210 − Punk TV (Red Dawg Records)
  • 1993: Winter Wonderland − A Very Punk Christmas EP (Further Beyond Records)
  • 1993: Bluegrass − Ghost Dance (Slave Cut Records)
  • 1993: Scary Kids Scaring Kids − It’s A Punk Thing (Shakefork Records)
  • 1993: Rocky Rococo − Nothing Dies With Blue Skies Split (Shakefork Records)
  • 1993: Soria − Picking More Daisies (Further Beyond Records)
  • 1993: In The Clear/No Use For A Piano Player When You Got A Player Piano − How the Midwest Was Won (Playing Field Recordings)
  • 1993: Naive − Achtung Chicago! Zwei! (Underdog Records)

Quellen und WeblinksBearbeiten