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Camariñas

Gemeinde in Spanien
Gemeinde Camariñas
Tintenfischreusen im Hafen von Camariñas
Tintenfischreusen im Hafen von Camariñas
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Camariñas
Camariñas (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: GalicienGalicien Galicien
Provinz: A Coruña
Comarca: Terra de Soneira
Koordinaten 43° 8′ N, 9° 11′ WKoordinaten: 43° 8′ N, 9° 11′ W
Fläche: 51,6 km²
Einwohner: 5.419 (1. Jan. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 105,02 Einw./km²
Postleitzahl: 15123
Gemeindenummer (INE): 15016 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Nächster Flughafen: A Coruña
Verwaltung
Amtssprache: Kastilisch, Galicisch
Bürgermeister: Manuel Valeriano Alonso de León (PSOE)
Adresse der Gemeindeverwaltung: Praza de Insuela 57 E 15123 – Camariñas (A Coruña) – Tel.: +34 981 736 000
Website: camarinas.net
Lage der Gemeinde
Situacion Camariñas.PNG

Camariñas ist eine Gemeinde an der Costa da Morte im Norden Galiciens.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

LageBearbeiten

Camariñas liegt im äußersten Nordwesten Galiciens in geschützter Lage im Inneren der Bucht Ría de Camariñas. Die nächstgelegene Großstadt ist Santiago de Compostela. Die zeitliche Entfernung zu den Flughäfen von Santiago de Compostela und A Coruña ist ungefähr gleich.

Zum Gemeindegebiet gehört das 5 km nordnordwestlich gelegene Cabo Vilán. Westlich davon schließt sich einer der rauesten Abschnitte der Costa da Morte an. Er reicht bis zum kleinen Fischerort Camelle; diese Parroquia und der ganze Küstenabschnitt gehören ebenfalls zum Gebiet von Camariñas.

TeilgemeindenBearbeiten

Camariñas besteht aus den Parroquias Camelle, Puente del Puerto, Xaviña und dem Hauptort Camariñas selbst.

PolitikBearbeiten

Historische Entwicklung im Rat von Camariñas
Partei 2015 [2] 2011 [3]
Stimmen % Sitze Stimmen % Sitze
PSOE 53,83 % 7 47,91 % 7
PP 36,84 % 5 46,09 % 6
BNG 8,45 % 1 4,94 % 0

Bevölkerungsentwicklung der GemeindeBearbeiten

 
Quelle: INE-Archiv – grafische Aufarbeitung für Wikipedia

GeschichteBearbeiten

Der Ortsname leitet sich ab von einem autochthonen Strauch namens caramiña (Corema album), auf Spanisch auch hierba del hambre, Hungerkraut, genannt.[4]

Die Reste der Castros von Monte Mourin und Monte Croada sowie die Mámoa Reira[5] zeugen von megalithischen Kulturen in der Region. Aus dem Mittelalter sind die Kirche Santa María Xaviña und der Kirchturm in Ponte do Porto erhalten. Für mittelalterliche Profanarchitektur stehen die Paläste der Adelsfamilien Paxariña, Dor und Mouzo sowie die Ruinen des Castelo do Sovereign.[4]

Während des achtzehnten Jahrhunderts wurden mehrere Kirchen gebaut. Während des Aufstandes gegen die napoleonische Besetzung von 1809 war die Ría von Camariñas Schauplatz blutiger Kämpfe, in deren Verlauf die französischen Besatzer Bauernhöfe plünderten und eine beträchtliche Menge von Einheimischen töteten. In den 1890er Jahren gab es eine Auswanderungswelle nach Amerika und in den 1960er-Jahren eine weitere in europäische Länder.[4]

WirtschaftBearbeiten

 
Alte Walfängerharpune am Hafen
 
Aquakultur am Cabo Vilán

Der Fischfang ist die traditionelle Haupterwerbsquelle des Ortes. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts spielte auch der Walfang eine tragende Rolle. Heute werden im Hafen Seehecht, Sardinen, Aal, Tintenfisch, verschiedene Arten von Muscheln, Garnelen, Seeigel und Entenmuscheln gehandelt.[6] In der Ría werden Miesmuscheln an hölzernen Flößen gezüchtet. Seit 2005 ist am Cabo Vilán eine industrielle Aquakultur der norwegischen Firme Stolt Sea Farm in Betrieb.[7]

Das Gemeindeland wird hauptsächlich forstwirtschaftlich genutzt; Landwirtschaft und Viehzucht spielen eine geringereRolle. Immer wichtiger wird der Tourismus. Das traditionelle Handwerk des Spitzenklöppelns trägt als Attraktion wesentlich zur Erhöhung der Besucherzahlen bei.[6]

Beschäftigungszahlen der Gemeinde Camariñas in den Wirtschaftszweigen Stand März 2015
Beschäftigte Anteil in Prozent
TOTAL 1493 100
Ackerbau, Viehzucht und Fischerei 407 27,26
Industrie 224 15,00
Bauwirtschaft 166 11,12
Dienstleistungsbetriebe 696 46,62
* Daten aus dem Statistischen Amt für Wirtschaftliche Entwicklung in Galicien, IGE

SehenswürdigkeitenBearbeiten

KüstenlandschaftBearbeiten

 
Arenal de Trece
  • Die schmale, kurvenreiche Küstenstraße von Camelle bis zum Cabo Vilán bietet abwechslungsreiche Eindrücke. Sie führt entlang steiler Felsklippen, durch Wälder, offene Gras- und Felslandschaften, an Äckern und vereinzelten Weilern vorbei und auf weite Strecken am Ozean entlang. Ein erheblicher Teil der Strecke ist nicht asphaltiert.
  • Gleich hinter Camelle führt eine steile Stichstraße hinunter in das Fischerdörfchen Arou. Es bietet einen kleinen, windgeschützten Badestrand mit einer Strandpromenade.
  • Nördlich von Camariñas liegt an der Küstenstraße das Naturschutzgebiet Arenal de Trece; eine naturbelassene Fels- und Dünenlandschaft. Es ist das größte Schutzgebiet der Caramiña, die dem Ort dem Namen gab. Der Strauch wird bis zu einem Meter hoch und ist stark verzweigt. Die kleinen weiblichen Blüten besitzen drei Blütenblätter, die männlichen Blüten sind blattlos. Die Früchte sind bis zu einem Zentimeter dicke, weißrosa Steinfrüchte. Sie schmecken bittersüß und sind im August reif. Die Art ist gefährdet; im Arenal de Trece befindet sich ihr größtes Schutzgebiet in Galicien.[4] Weitere Pflanzenarten, die dort ihr Auskommen finden, sind unter anderem Hellerkräuter, Fetthennen, Herbst-Seidelbast, Wiesenknopf, Zistrosen und der vom Aussterben bedrohte Ampfer Rumex rupestris.[8]
  • Wenige hundert Meter weiter westlich liegt der Cemiterio dos Ingleses, der Friedhof der Engländer. Dort fanden die 172 Toten des 1890 gescheiterten englischen Marine-Schulschiffes HMS Serpent ihre letzte Ruhestätte. Auch den Opfern von sieben weiteren Schiffsunglücken in unmittelbarer Nähe ist hier ein Ehrendenkmal gewidmet.[9]
  • Das Cabo Vilán mit seinem Leuchtturm bildet den weithin sichtbaren, ausgesetzten Endpunkt der Küstenstrecke.

Örtliche SträndeBearbeiten

Beide Strände am Ort sind relativ klein, bieten aber beide feinen hellen Sand.

  • Die Praia da Vila liegt am Ortseingang an der Innenseite der Ría und ist über die Uferpromenade vom Hafen und von der Ortsmitte aus erreichbar.
  • Die Praia Lago Norte liegt zwar in einer kleinen Bucht, diese liegt aber an der Außenseite und ist dem offenen Meer zugewandt. Deshalb gibt es hier stärkere Brandung. Die Bucht liegt an dem Wanderweg, der vom Hafen zum Cabo Vilán führt.

MuseenBearbeiten

 
Museo do Alemán in Camelle
  • Das Museo do Encaixe in Camariñas zeigt über 900 Muster und Spitzenstücke der Klöppelkunst, zurückreichend bis ins 17. Jahrhundert.[10]
  • Das Museo do Faro am Cabo Vilán zeigt Informationen zur Geschichte der Leuchttürme und der Schiffbrüche an der Costa da Morte.[11]
  • Am Museo do Alemán am Pier in Camelle stehen die skurrilen Skulpturen des Einsiedlers und Künstlers Manfred Gnädinger.

KirchenBearbeiten

  • Die Capela de San Xurxo, im 18. Jahrhundert begonnen und 1804 vollendet, ist eine Stiftung eines nach Mexiko ausgewanderten Bürgers. Die Altarbilder sind von hohem künstlerischem Interesse; das rechte wurde wahrscheinlich im 15. Jahrhundert und somit für einen Vorgängerbau gemalt. Bemerkenswert sind auch die Skulpturen von José Ferreiro (1738–1830), einem der bedeutendsten klassizistischen Künstler Galiciens. Sie stellen Santo Domingo, San Xurxo und die Heilige Jungfrau vom Berge dar.[12]
  • Die romanische Kirche Santa María in Xaviña stammt aus dem 12. Jahrhundert, war jedoch im Lauf der Jahrhunderte verschiedenen Umbauten ausgesetzt.[13]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. 2015 Spanisches Innenministerium@1@2Vorlage:Toter Link/elecciones.mir.es (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  3. 2011 Spanisches Innenministerium
  4. a b c d Website der Gemeinde, Abschnitt Turismo -> Conócenos -> Historia, abgerufen am 23. November 2014
  5. Internetseite der Mámoa Reira bei patrimoniogalego.net, abgerufen am 23. November 2014
  6. a b Website der Gemeinde, Abschnitt Turismo -> Conócenos -> Economia, abgerufen am 23. November 2014
  7. Nuestra historia (Memento des Originals vom 24. September 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.stolt-nielsen.com, spanische Internetseite der Firma Stolt Sea Farm, abgerufen am 23. November 2014.
  8. Hinweistafel vor Ort
  9. Website der Gemeinde, Abschnitt Turismo -> Sitios a visitar -> Xaviña -> Cemiterio dos Ingleses, abgerufen am 23. November 2014
  10. Tobias Büscher: Galicien und Jacobsweg. DuMont Reiseführer, Ostfildern 2014, S. 216. ISBN 978-3-7701-7397-6
  11. Website der Gemeinde, Abschnitt Turismo -> Sitios a visitar -> Camariñas -> Museo do Faro, abgerufen am 23. November 2014
  12. Website der Gemeinde, Abschnitt Turismo -> Sitios a visitar -> Camariñas -> Capela de San Xurxo, abgerufen am 23. November 2014
  13. Website der Gemeinde, Abschnitt Turismo -> Sitios a visitar -> Xaviña -> Sta. María de Xaviña , abgerufen am 23. November 2014