Caesarius von Terracina

Märtyrer und Heiliger

Caesarius von Terracina, in manchen Martyrologien auch Caesarius, Diakon und Märtyrer von Afrika genannt, (* in Afrika; † 1. oder 2. November, genaue Daten nicht bekannt) war – der kirchlichen Tradition zufolge – angeblich ein frühchristlicher Diakon, der als heiliger Märtyrer verehrt wird. Dem Martyrologium Hieronymianum zufolge wird seiner am 1. November mitgedacht.

Hl. Caesarius, Diakon und Märtyrer von Terracina (Kommemoration am 1. November)

Leben und MartyriumBearbeiten

Verschiedenen Martyrologien zufolge erlitt Caesarius das Martyrium entweder unter Trajan, in der Diokletianischen Christenverfolgung, oder auch schon unter Nero.[1][2] Caesarius soll gegen die angeblich herrschende heidnische Sitte in Terracina protestiert haben, jedes Jahr einen Jüngling zu Ehren Apollons zu opfern, indem man ihn von einem Felsen stürzte. Er sei daraufhin von einem Priester des Apollon angeklagt worden und zusammen mit dem Priester Julian sowie den Gefährten Felix und Eusebius in einen Sack genäht und im Meer ertränkt worden.[3][4][5]

VerehrungBearbeiten

 
Das Armreliquiar des hl. Caesarius von Terracina im Kunstgewerbemuseum Berlin

Über seinem Grab an der Via Appia in Terracina ist seit dem 6. Jahrhundert eine Kapelle bezeugt.[6] Die Kathedrale San Cesareo in Terracina ist dem Heiligen geweiht.[7] Caesarius ist Schutzpatron der italienischen Gemeinden Terracina, San Cesareo (Latium), San Cesario di Lecce, San Cesario sul Panaro, Cesa und Guardea sowie Mitpatron von St. Georg in Köln, wohin Anno II. eine Armreliquie des Heiligen bringen ließ.[8]

Reliquien des heiligen Caesarius befinden sich auch im Lateran in Rom[9], in Santa Croce in Gerusalemme in Rom[10], im Essener Münster (im Altarsepulchrum mit Deckel)[11][12] und im Stiftsmuseum der Stadt Aschaffenburg (im Reliquien-Kalender).[13]

Bei dem Armreliquiar des hl. Caesarius aus dem Welfenschatz im Berliner Kunstgewerbemuseum Berlin könnte es sich um eine Spende Heinrichs des Löwen handeln (um 1160/70, Inv.-Nr. W21; Birnbaumholzkern; Silber, getrieben, gestanzt, teilweise vergoldet, Filigran vergoldet, Stein- und Glasbesatz H. 52,5 – B. 9,9 – T. 8,4 cm).[14][15][16]

Im Jahr 810 erhielt Richulf, der Erzbischof von Mainz, von Papst Leo III. Reliquien des Märtyrers Caesarius für Stift St. Alban vor Mainz.[17][18][19][20] Im Mai 1070 brachte Erzbischof Anno II. eine Armreliquie des hl. Caesarius von Terracina nach St. Jakob in Köln.[21][22][23]

Vom 30. März bis 30. Juni 2015 wurde eine Armreliquie des hl. Caesarius in der Kathedrale von Terracina im Rahmen der Ausstellung Sculture Preziose gezeigt. Diese Ausstellung wurde vom Direktor der Vatikanischen Museen, Antonio Paolucci, im Braccio di Carlo Magno am Petersplatz im Vatikan eröffnet.[24]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Heiligenlexikon, abgerufen am 25. November 2012.
  2. Zeno.org, abgerufen am 25. November 2012.
  3. De Smedt C. - Van Hoof G. - De Backer J., Acta sanctorum novembris, tomus I, Parisiis 1887
  4. Agostino Amore, Cesario e Giuliano, santi martiri di Terracina, in Bibliotheca Sanctorum, III, Città del Vaticano, 1963, coll. 1154–1155
  5. Francesco Lanzoni, A proposito della Passione di San Cesario di Terracina in “Rivista di archeologia cristiana”, 1924.
  6. Sanatio Gallae et translatio S. Cesarii Romam (BHL 1517), AASS Nov. I, pp. 126–129
  7. Domenico Antonio Contatore, De Historia Terracinensi Libri Quinque, Romae, 1706
  8. Romanische Kirchen Köln, abgerufen am 25. November 2012.
  9. Giovanni Diacono, De Ecclesia lateranensi, ed. J. Mabillon, Museum Italicum seu collectio veterum scriptorum ex bibliothecis italicis eruti, 2 vols, Paris, 1724.
  10. Roberta Belli Pasqua, Sculture di età romana in "basalto", "L'Erma" di Bretschneider, 1995
  11. Eugen Ewig, Spätantikes un Fränkisches Gallien: Gesammelte Schriften (1952-1973), Artemis Verlag, 1976
  12. Erzbischöfliches Diözesanmuseum Paderborn, Für Königtum und Himmelreich, Schnell & Steiner, 2009
  13. Ex ossibus S. Caesarii: Ricomposizione delle reliquie di San Cesario diacono e martire di Terracina. Testi ed illustrazioni di Giovanni Guida, [s. l.: s.n.], 2017.
  14. Junghans Martina, Die Armreliquiare in Deutschland vom 11. bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts, Universität Bonn 2002
  15. Patrick M. De Winter, Der Welfenschatz: Zeugnis sakraler Kunst des Deutschen Mittelalters, Touristbuch, 1986
  16. Andrea Boockmann, Die Inschriften der Stadt Braunschweig bis 1528, Isd, 1993
  17. Philipp Jaffé, Monumenta Moguntina, Weidmann, 1866
  18. Annalen des Vereins für Nassauische Alterthumskunde und Geschichtsforschung, 12, Der Verein, 1873
  19. Monumenta Germaniae Historica: Epistolae, Volume 5, Apud Weidmannos, 1899
  20. Martin Klonnek, Chronologie Deutschlands 9: Chronologie der Geschichte Deutschlands 9 Jahrhundert Jahr 800-899, 2015
  21. Kracht Hans-Joachim, Torsy Jakob, Reliquiarium Coloniense, Franz Schmitt, Siegburg 2003
  22. Klaus Gereon Beuckers, Anna Pawlik, Das Jüngere Evangeliar aus St. Georg in Köln: Untersuchungen zum Lyskirchen-Evangeliar, Vandenhoeck & Ruprecht, 2019
  23. Franz Bock, Das heilige Köln: Beschreibung der mittelalterlichen Kunstschätze in seinen Kirchen und Sakristeien aus dem Bereiche des Goldschmiedehandwerkes und der Paramentik, Weigel, 1859
  24. Anna Imponente, Sculture preziose oreficeria sacra nel Lazio dal XIII al XVIII secolo, Edizioni Musei Vaticani, 2015