COVID-19-Pandemie in Peru

Teil der COVID-19-Pandemie
Dieser Artikel beschreibt ein aktuelles Ereignis. Die Informationen können sich deshalb rasch ändern.

Der offizielle Beginn der COVID-19-Pandemie in Peru ist auf den 6. März 2020 datiert, als Staatspräsident Martín Vizcarra den ersten positiv getesteten Fall bekannt gab.[1] Die Pandemie betrifft die neuartige Erkrankung COVID-19. Diese wird durch das Virus SARS-CoV-2 aus der Gruppe der Coronaviridae verursacht und gehört in die Gruppe der Atemwegserkrankungen.[2] Ab dem 11. März 2020 stufte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Ausbruchsgeschehen des neuartigen Coronavirus als weltweite Pandemie ein.[3]

VerlaufBearbeiten

Der erste Infektionsfall wurde am 6. März gemeldet. Am 30. März waren es bereits über 1.000, am 15. April über 10.000 und am 6. Mai über 50.000 Infizierte. Am 21. Mai wurden mehr als 100.000 Infizierte gezählt.[4] Peru galt damit als eines der am schwersten betroffenen Länder Lateinamerikas, da bis dahin nur Brasilien mehr als 100.000 Infizierte gemeldet hatte.[5]

Die ersten Todesfälle wurden am 20. März registriert, am 8. April waren es über 100, am 23. April über 500 und am 1. Mai über 1.000. Bereits am 13. Mai waren es über 2.000 und am 21. Mai über 3.000 Tote.[4]

Maßnahmen und ProblemfelderBearbeiten

Situation allgemeinBearbeiten

Auch in Peru führte die Ausbreitung der Atemwegserkrankung COVID-19 zu verstärkten Einreisekontrollen mit Gesundheitsprüfungen und Einreise- sowie Ausreisesperren. Ab dem 16. März 2020 wurden Flüge zwischen Peru und Europa und Asien für eine Dauer von 30 Kalendertagen ausgesetzt. Mit Schließung der Landesgrenzen wurde der internationale Transport von Passagieren auf dem Land-, Luft-, See- und Flussweg unmöglich gemacht. Mit Wirkung vom 16. März 2020 bis zum 12. April 2020 erklärte die peruanische Regierung den nationalen Notstand und verhängte eine „obligatorische soziale Isolierung (Quarantäne)“.[6] Alle Personen im Land sind an diese Verordnung gebunden und müssen sich im betreffenden Zeitraum zu Hause oder in einer Unterkunft aufhalten. Das Verlassen der Unterkünfte ist nur „zu besonderen Gelegenheiten“ gestattet: Lebensmitteleinkäufe, Bankgeschäfte oder Apotheken- und Arztbesuche.

Seit dem 3. April 2020 ist eine besondere Verordnung in Kraft: Um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus in Peru zu verlangsamen, wurde eine nach Geschlechtern getrennte Ausgangssperre eingeführt.[7]

Trotz gezielter Maßnahmen zur Entspannung der Lage in der Hauptstadt Lima verschlechterte sich diese im April und Mai 2020 zunehmend. Auch am 23. Mai galten 80 Prozent der Intensivbetten Limas laut dem Leiter des Krisenstabes der peruanischen Regierung als belegt und das obwohl man über 200.000 Menschen in ihre ländlichen Heimatorte zurückgeschickt hatte.[5]

Situation für Reisende aus anderen LändernBearbeiten

Vielfach wurden Reisende aus aller Welt von den Maßnahmen und der Ausgangssperre überrascht und saßen in Hostels und Hotels fest. Den bewachenden, bewaffneten Polizei- und Militärkräften war es sogar erlaubt, auf sie zu schießen, sollten sie gegen die Ausgangssperre verstoßen. Ein Ende der Situation war vorerst nicht in Sicht, weil sich die Zusammenarbeit zwischen den Mitarbeitenden der Botschaften und den peruanischen Behörden als schwierig und undurchschaubar erwies: Rückholflüge wurden beispielsweise erst genehmigt, dann wurden die Genehmigungen wieder zurückgezogen und auch Zeitfenster, die nicht erfüllbar waren, wurden angeboten.[8]

StatistikBearbeiten

Die Fallzahlen entwickelten sich während der COVID-19-Pandemie in Peru wie folgt:

InfektionenBearbeiten

Bestätigte Infektionen (kumuliert) in Peru
nach Daten der WHO
[4][Anm. 1]

Neue Infektionen in Peru
nach Daten der WHO
[4][Anm. 1]

TodesfälleBearbeiten

Bestätigte Todesfälle (kumuliert) in Peru
nach Daten der WHO
[4][Anm. 1]

Bestätigte Todesfälle (täglich) in Peru
nach Daten der WHO
[4][Anm. 1]

AnmerkungenBearbeiten

  1. a b c d Hier sind Fälle aufgelistet, die der WHO von nationalen Behörden mitgeteilt wurden. Da es sich um eine sehr dynamische Situation handelt, kann es zu Abweichungen bzw. zeitlichen Verzögerungen zwischen den Fällen der WHO und den Daten nationaler Behörden sowie den Angaben anderer Stellen, etwa der Johns Hopkins University (CSSE), kommen.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: COVID-19-Pandemie in Peru – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Peru records first confirmed case of coronavirus, President Vizcarra says. Reuters, 6. März 2020, abgerufen am 9. April 2020 (englisch).
  2. Covid-19: Ursachen. Lungenärzte im Netz, 2020, abgerufen am 5. April 2020.
  3. "Tief besorgt". WHO spricht von Corona-Pandemie. In: tagesschau.de. ARD, 11. März 2020, abgerufen am 5. April 2020.
  4. a b c d e f Coronavirus disease (COVID-2019) situation reports. WHO, abgerufen am 11. Mai 2020 (englisch).
  5. a b Marc Pfitzenmaier: Das neue globale Epizentrum der Corona-Pandemie. MSN, 23. Mai 2020, abgerufen am 23. Mai 2020.
  6. Auswärtiges Amt: Peru: Reise- und Sicherheitshinweise. 1. April 2020, abgerufen am 9. April 2020.
  7. Christoph Gurk: Coronavirus in Lateinamerika: Freitags die Männer, samstags die Frauen. Süddeutsche Zeitung, 3. April 2020, abgerufen am 4. April 2020.
  8. Ivo Stephan Marusczyk: Corona – Ein Hostel als Gefängnis. Deutschlandfunk – Alles von Relevanz, 10. April 2020, abgerufen am 10. April 2020.