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C/1402 D1[ i ]
Eigenschaften des Orbits (Animation)
Epoche: 30. März 1402 (JD 2.233.217,5)
Orbittyp parabolisch
Numerische Exzentrizität 1,0
Perihel 0,38 AE
Neigung der Bahnebene 55°
Periheldurchgang 21. März 1402
Bahngeschwindigkeit im Perihel 68 km/s
Geschichte
Entdecker
Datum der Entdeckung 8. Februar 1402 (?)
Ältere Bezeichnung 1402
Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten von JPL Small-Body Database Browser. Bitte auch den Hinweis zu Kometenartikeln beachten.

C/1402 D1 war ein Komet, der im Jahr 1402 mit dem bloßen Auge gesehen werden konnte. Er wird aufgrund seiner außergewöhnlichen Helligkeit zu den „Großen Kometen“ gezählt.

Entdeckung und SichtbarkeitBearbeiten

Es gibt viele teilweise widersprüchliche Berichte über angeblich mehrere Kometen, die in den Jahren von 1400 bis 1403 erschienen sein sollen. Vermutlich gibt es bei allen diesen Berichten Fehler in der zeitlichen Zuordnung, so dass sie sich alle auf den großen Kometen von Anfang 1402 beziehen.[1]

Der Komet erschien zu Beginn der Fastenzeit, er wurde möglicherweise zuerst am 8. Februar 1402 entdeckt (insofern müsste seine Bezeichnung korrekterweise C/1402 C1 lauten). Er war zunächst nur schwach und wurde daher im Verlaufe der nächsten zwei bis drei Wochen erst nach und nach auch von anderen Beobachtern in ganz Europa erstmals gesehen.

Jakobus Angelus aus Ulm berichtete in seinem Tractatus de Cometis, dass etwa zu Beginn des Februar in Schwaben für mehrere Tage ein Komet erschien. In Ulm wurde er zuerst am 15. März gesehen. Er erschien größer als die Venus als Morgenstern, aber nicht so hell. Seine Farbe war „metallisch“, wie die Farbe der Venus.[2]

Er stand am Abend im Süden und ging im Westen unter. Seine Größe und Helligkeit nahm jeden Tag zu als er sich der Sonne näherte. Im Laufe des März war er sogar acht Tage am Taghimmel neben der Sonne zu sehen, dies ist die längste berichtete Zeitdauer der Sichtbarkeit am Tage für einen Kometen. Da er der Erde nicht ungewöhnlich nahegekommen war, spricht dies für einen ungewöhnlich aktiven Kometen. Der Schweif hatte ein fächerartiges Aussehen mit mehreren Strahlen. Er konnte noch bis Mitte April beobachtet werden.

Auch aus Japan und Konstantinopel gibt es Berichte von seiner Beobachtung.[3]

Der Komet erreichte am 12. März eine Helligkeit von −3 mag.[4]

Wenig überraschend wurde der gewaltige Schweifstern mit allen möglichen Unglücken und Kriegshandlungen in Verbindung gebracht, eine Braunschweiger Chronik erwähnt kurz und bündig: In düssem jare stod ein Comete mit einem langen sterte, de brachte starven unde vele kriges.[5] In England wurde der Komet als ein Vorzeichen der Schlacht von Shrewsbury gesehen, in Mitteleuropa brachte man ihn in Verbindung mit dem gescheiterten Feldzug König Ruprechts nach Italien, oder dem Tod des Mailänder Herrschers Gian Galeazzo Visconti.

UmlaufbahnBearbeiten

Für den Kometen konnte wegen der wenigen Beobachtungsangaben nur eine unsichere parabolische Umlaufbahn bestimmt werden, die um rund 55° gegen die Ekliptik geneigt ist.[6] Im sonnennächsten Punkt der Bahn (Perihel), den der Komet um den 21. März 1402 durchlaufen hat, befand er sich mit etwa 57 Mio. km Sonnenabstand im Bereich der Umlaufbahn des Merkur. Bereits um den 19. Februar war er der Erde bis auf etwa 0,70 AE/105 Mio. km nahegekommen. Um den 7. April näherte er sich noch der Venus bis auf etwa 78 Mio. km.[7]

Der Komet wird wahrscheinlich nicht mehr oder erst nach vielen zehn- oder hunderttausend Jahren in das innere Sonnensystem zurückkehren.

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Dr. Helmolt: Der Comet vom Frühjahr 1402. In: Astronomische Nachrichten Nr. 3090, Bd. 129, 1892, S. 301–306. (bibcode:1892AN....129..301H)
  2. David J. Eicher: COMETS! Visitors from Deep Space. Cambridge University Press, 2013, ISBN 978-1-107-62277-7, S. 30–31.
  3. A. G. Pingré: Cométographie ou Traité historique et théorique des comètes. Tome I, Paris, 1783, S. 446–452.
  4. Donald K. Yeomans: NASA JPL Solar System Dynamics: Great Comets in History. Abgerufen am 6. Juni 2014 (englisch).
  5. Dr. Helmolt: Nachträge zu „Der Comet vom Frühjahr 1402“ in A.N. 3090. In: Astronomische Nachrichten Nr. 3202, Bd. 134, 1893, S. 163–164. (bibcode:1893AN....134..163H)
  6. C/1402 D1 in der Small-Body Database des Jet Propulsion Laboratory (englisch).Vorlage:JPL Small-Body Database Browser/Wartung/Alt
  7. SOLEX 11.0 von A. Vitagliano. Archiviert vom Original am 18. September 2015; abgerufen am 2. Mai 2014 (englisch).