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Buschhoven (Swisttal)

Ortsteil von Swisttal

Buschhoven [ˈbʊʃoˑf̠n̩] ist eine Ortschaft in der Gemeinde Swisttal im Rhein-Sieg-Kreis im südwestlichen Nordrhein-Westfalen. Am 2. Januar 2019 hatte sie 3.299 Einwohner.[1] Buschhoven wird auf der ersten Silbe betont.

Buschhoven
Gemeinde Swisttal
Wappen von Buschhoven
Koordinaten: 50° 40′ 55″ N, 6° 58′ 42″ O
Höhe: 164 (142–173) m ü. NHN
Fläche: 5,31 km²
Einwohner: 3299 (2. Jan. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 621 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. August 1969
Postleitzahl: 53913
Vorwahl: 02226
Buschhoven (Nordrhein-Westfalen)
Buschhoven

Lage von Buschhoven in Nordrhein-Westfalen

Buschhoven August 2011 – Luftbild aus südlicher Richtung
Buschhoven August 2011 – Luftbild aus südlicher Richtung
Stück der Eifelwasserleitung in Buschhoven
In Buschhoven verehrte Rosa-Mystica-Statue aus dem 12. Jahrhundert
Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Katharina
Buschhoven August 2013 – Luftbild der Ortsmitte aus südlicher Richtung
Fachwerkhaus mit Solardach am Burgweiher

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Antike Zeugnisse in Buschhoven sind die beeindruckende Ingenieurleistung der römischen Eifelwasserleitung, die, quer durch den Ortskern aus der nahen Eifel kommend, über die Ville bis nach Köln (ca. 114 km Gesamtlänge) verlief, und die Römerstraße, die bei Marcomagus von der Römerstraße Trier–Köln über Belgica vicus nach Bonn abzweigt. Weiterhin ist eine als Eiserner Mann bezeichnete Eisenstele von ca. 1,20 m Höhe (Höhe ab Boden) zu erwähnen, wahrscheinlich ein historischer Messpunkt nichtrömischen Ursprungs im umgebenden Kottenforst.

Die römische Vorgängersiedlung lag exakt auf einer 44 Kilometer langen, schnurgeraden Kultlinie der aufanischen Matronen zwischen dem ehemaligen Kultort unter dem Bonner Münster und dem Matronenheiligtum auf der sogenannten Görresburg zu Nettersheim in der Eifel, die hier die Eifelleitung kreuzt.[2]

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796 wird Bishoveshoven erstmals urkundlich erwähnt, Karl der Große schenkte Buschhoven dem Kölner Erzbischof Hildebold.

In der Wasserburg zu Buschhoven wurden 1543 zwei Reformationsschriften (Einfaltigs Bedencken) durch Martin Bucer und Philipp Melanchthon für den Kölner Erzbischof Hermann V. von Wied verfasst. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Wasserburg 1645 zerstört.

Buschhoven ist seit 1806 Wallfahrtsort mit der „Rosa mystica“, einer Wandermuttergottes, und dem sich auf diese romanische Holzfigur beziehenden alljährlichen sogenannten Rosenfest im Juni. Die Rosa Mystica kam als eine von zwei Marienstatuen vom Typ Sedes sapientiae ursprünglich aus dem Prämonstratenserinnenstift Schillingscapellen bei Dünstekoven, dem nordwestlichen Nachbardorf. Unter nur teilweise geklärten Umständen gelangte sie im Zuge der Säkularisation und der damit einhergehenden Auflösung des Klosters und während der Herrschaft der Franzosen nach Buschhoven.[3]

Zudem liegt Buschhoven auf einem der historischen Jakobswege, worauf die Muschel an der Versöhnungskirche hinweist.

Der umliegende Kottenforst als Teil der Ville bzw. des Vorgebirges war ein Lieblingsrevier für Parforcejagden des Kurfürsten Clemens August I. von Bayern, der nicht nur in dieser Gegend etliche Baudenkmäler hinterließ. An die Jagden erinnert der beim Forsthaus Buschhoven errichtete Siebenschuss-Stein, am Ort eines ehemaligen Grenzsteins.

Ein Kriegerdenkmal an der alten Poststraße erinnert an die Gefallenen des Feldzuges von 1870/1871 und der beiden Weltkriege.

Am 1. August 1969 erfolgte die Eingemeindung Buschhovens in die Flächengemeinde Swisttal.[4]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Neben Fragmenten der Eifelwasserleitung sind als Sehenswürdigkeiten im durch Fachwerkbauten geprägten Ortskern einige Kirchenbauten vorhanden. Dazu gehören die am historischen Dorfweiher (dem früheren Burggraben) gelegene, weithin sichtbare neue katholische Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Katharina mit dem Gnadenbild der Gottesmutter als Rosa mystica, die heute evangelische Versöhnungskirche mit einer durch die Orgelbaufirma Klais restaurierten und erweiterten Romantikorgel aus dem Jahre 1851 des Linnicher Orgelbauers Wilhelm Korfmacher und die Kapelle jenseits der am nördlichen Ortsrand entlanggeführten B 56. Die Lage der Kapelle ermöglicht insbesondere einen schönen Blick über die fruchtbare Zülpicher Börde und auf die Eifel am Horizont im Westen. Radwege in Richtung Bonn und Morenhoven/Rheinbach oder durch den Kottenforst ermöglichen Radtouren. Am nordwestlichen Ortsrand von Buschhoven nach Heimerzheim verläuft am Rande des Kottenforstes der etwa sechs Kilometer lange Swisttalwanderweg als Rundweg zum Teil vorbei an der Eifelleitung bis zum Siebenschuss.[5] Reitwege sind ebenfalls zahlreich vorhanden.

StädtepartnerschaftBearbeiten

Seit 1990 ist Quesnoy-sur-Deûle bei Lille französischer Partnerort von Buschhoven.

LiteraturBearbeiten

  • Georg Jung: Buschhoven und seine Geschichte, 2. Auflage, Buschhoven 2010.
  • Herbert Müller-Hengstenberg: Güter- oder Grenzsteine des 17. und 18. Jahrhunderts in Buschhoven, in: Heimatblätter des Rhein-Sieg-Kreises 57 (1989), S. 207–212.
  • Johannes Schwanz/Dieter Spiegelhauer: Das romanische Wallfahrtsbild von Buschhoven, in: Denkmalpflege im Rheinland 8 (1991), S. 145–149.
  • Benno Willers (Hrsg.): ... heute zu Hause in Buschhoven. Erinnerungen von Kriegskindern, Buschhoven 2011.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Buschhoven – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Gemeinde. Einwohner nach Ortsteilen. Gemeinde Swisttal, 2. Januar 2019, abgerufen am 26. Februar 2019.
  2. Besprechung durch Horst Bursch
  3. Rosa Mystika (Memento vom 6. März 2016 im Internet Archive)
  4. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 83.
  5. privater Eintrag zum Rundweg