Burg Tombrugg

Burg in Baden-Württemberg, Deutschland

Die Burg Tombrugg ist eine abgegangene Höhenburg am Rande eines Plateaus des Höchenschwander Bergs am Schwarzatal. Sie liegt in der Gemarkung "Auf der Burg", 2.600 Meter östlich der Kirche der Gemeinde Höchenschwand im Landkreis Waldshut in Baden-Württemberg.

Burg Tombrugg
Entstehungszeit: 900 bis 1000
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Burgstall, Spuren eines Turms
Ständische Stellung: Klerikale, Adlige
Ort: Höchenschwand
Geographische Lage 47° 44′ 37,8″ N, 8° 11′ 25″ OKoordinaten: 47° 44′ 37,8″ N, 8° 11′ 25″ O
Burg Tombrugg (Baden-Württemberg)
Burg Tombrugg

Name und LageBearbeiten

Benannt ist sie nach einer nahegelegenen Brücke über den Tonnbach, dem heutigen Taubach. Vor der Burg liegt eine ebene Fläche, hier befanden sich einige Hofstätten sogenannte Meierhöfe. Die Besitzungen der Burgherren reichten von der Tonnbachbrücke über den Dreherhäusleweiher bis an die Schwarza.

Unweit der Burgstelle liegt ein Moränenblockmeer und das »Eisloch«. Der Gewann-Name "Heidenschloß" in der Nähe hat nach dem Burgenforscher Heinz Voellner keinen Bezug zur Burg Tombrugg. Die Burg Tombrugg lag auf einem Hochplateau das nur von Osten her zugänglich ist. Nördlich ist das Plateau mäßig abfallend. An der Ost- und Südseite wird das Plateau von einer steilen Schlucht abgegrenzt. Der ganze Hügel und das Plateau waren früher waldfrei und dienten als Felder und Weideflächen, dies beweisen noch heute sichtbare Steinwälle und Abgrenzungen. Über das Hochplateau führte der einzige befestigte Zugang ins Mittlere Schwarzatal. Die Burg bestand aus einem 12 Meter breiten quadratischen Wohnturm, der an der westlichen Eingangsseite stand, sowie einiger kleineren Gebäuden bei denen nur die Untermauerung und der Unterteil aus Stein bestand. Der Turm und die restlichen Gebäude der Burg wurden von einer Ringmauer umfasst.

GeschichteBearbeiten

 
Wappen der Herren von Tettingen

Die Burg wurde im 10. Jahrhundert vom Kloster St. Gallen als eine von mehreren Turmburgen zur Sicherung seines im 9. Jahrhundert dort erworbenen Besitzes erbaut. Sie zählte zu den ältesten Burgen im Albgau. Die Burg Tombrugg und die Gutenburg an der Schlücht sollten das Schwarzatal mit seinen Silber- und Bleiminen schützen und die Verwaltung und den Abtransport der wertvollen Metalle gewährleisten. Bei der Burg stand drei Gerichtslinden (ze Tonbruck by den Linden, 1425). Die Burg war Gerichtsort für die Vogtei und die Einung Höchenschwand. Nach der Zerstörung der Burg war fortan der Kirchplatz in Höchenschwand Gerichtsplatz, bei dem bis heute ebenfalls eine Gerichtslinde steht.

Besitzer der Burg waren die Herren von Tombrugg. Erwähnt wird dabei im Jahre 1168 der Ritter Hermann von Tombrugg (Herimannus de Tombruggo miles).[1] 1424 starben die Herren von Tombrugg aus und die Burg mit seinen Ländereien war bis zu seinem Verfall im Besitz einiger regionalen Adelsfamilien. In verschiedenen Quellen werden die Tombrugger als eines der ganz alten Albgauer Rittergeschlechter genannt.

1424 wird die Burg dem Junker Hans Ulrich von Tettingen überschrieben. Er verkaufte 1425 die Vogteien Tonbach und Strittberg sowie die Fischrechte in der Schwarza an das Kloster St. Blasien für 5 Schillinge und 100 Leib Käse. Junker Hans stammte aus Döttingen bei Klingnau, dass nach seiner Familie benannt war. Im Laufe seines Lebens besaß er mehrere Burgen und Schlösser im ganzen Hochrheingebiet. Viele verkaufte er oder stiftete den Besitz Klöstern und Spitäler in der Region. Er hinterließ eine Tochter Anna die Pfründnerin im Spital Schaffhausen war. Mit ihr endete wohl die Linie der Tettinger am Hochrhein.

 
Wappen der Herren von Rümlang

Nach den Tettingern übernehmen die Herren von Rümlang die Burg, jedoch nur kurz. Die Herren von Rümlang kamen aus der Schweiz. Ihr Stammschloss war das spätere Wasserhaus in Ror an der Glatt. Sie waren einfrige Anhänger des Hauses Habsburg. Bereits 1467 überlassen die Rümlanger dem Kloster St. Blasien das Vogtrecht über die Burg. Die Rümlanger lebten einen kostspieligen Lebensstil und waren somit oft in Geldnöten. Zusammen mit der Gutenburg geht die Tombrugg dann durch Landvogt Heinrich von Rümlang, und seiner Gemahlin Frau Veronika Froneck, geborene von Landenberg zu Greifensee an den Abt Christoph und den Konvent zu St. Blasien durch Johann Weber, Landrichter zu Stühlingen im Namen des Grafen Johann von Lupfen, vor dem Landgericht Gurtweil am Mittwoch vor dem Palmtag 1480[2].

Die letzte Erwähnung der Burg war 1569. Historiker gehen davon aus, dass die Burg im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurden. Von der ehemaligen Burganlage sind noch Spuren des Burgturms zu sehen. In den Kirchenbüchern der Pfarrei Höchenschwand ist vermerkt, dass zum Bau der neuen Pfarrkirche 1659 Steine des Burgstalls Tombrugg verwendet wurden.

SageBearbeiten

Um die Burg ranken sich auch Sagen. Eine dieser Sagen berichtet vom Junker Hans von Tombrugg. Durch seine Tapferkeit im Waldshuter Krieg hatte er sich weit um einen Namen gemacht und sei einer gerechter und allseits beliebter Mensch gewesen. Er sorgt für Ordnung und verwaltete die Silberminen im Schwarzatal für das Kloster St. Blasien. Zweimal jährlich wurde vor seiner Burg bei den Gerichtslinden Recht gesprochen, bei denen der Junker Hans Beisitzer war. Der Waldprobst des Klosters St. Blasien hielt den Vorsitz des Gerichts. Er war bekannt für seine Härte und kein Freund der Bevölkerung und des Junker Hans. So kam es eines Tages das ein armer Kuhhirte vom Labacher Berg, der zuverlässig und fleißig war, sich gerne eine Existenz aufgebaut hätte. Er erbat vom Waldprobst etwas Land um seine Hütte, damit er Landwirtschaft betreiben konnte. Jedoch gerieten der Waldprobst und der Kuhhirte schnell wegen einer alten Familienstreitigkeit in Streit und es folgten heftige Beleidigungen und es sollte zum Prozess zwischen den beiden kommen. Während der Verhandlung hatte der Waldprobst die Oberhand und der Kuhhirte sah seine Felle davon schwimmen. Um den Kuhhirten zu demütigen schenkte der Waldprobst in seinem Hochmut dem Kuhhirten ein Stück Land, das so groß sein sollte wie die Ochsenhaut, die der Hirte am Leibe trägt. Der Waldprobst lachte über seinen bösen Einfall, doch Junker Hans bestand auf die Beurkundung der Schenkung. Sobald die Schriftstücke unterschrieben waren, verlangte der Junker eine scharfe Schere. Dieser schnitt die Ochsenhaut in dünne Streifen, verknotete sie und steckte damit das Gelände um die Hütte des Kuhhirten ab. Der Waldprobst tobte vor Zorn, doch geschrieben war geschrieben. So bekam der Kuhhirte sein Land und wurde glücklich. Noch heute heißt ein Gewann auf dem Labacher Berg die Hagen-(Ochsen)matte.


LiteraturBearbeiten

  • Horst Wolfgang Böhme (Hrsg.): Burgen der Salierzeit Teil 1 und 2. Publikationen zur Ausstellung "Die Salier und ihr Reich". Monographie des Römisch-Germanischen Zentralmuseum, Forschungsinstitut für Vor- und Frühgeschichte. Thorbecke, Sigmaringen 1991. ISBN 3-7995-4134-9
  • Heinz Voellner, Die Schlösser und Burgen zwischen Wutachschlucht und Hochrhein, 1975
  • Karl Beck, Die Chronik vom Höchenschwander Berg, 1990
  • Reinhard Keller, Heimet Gschichtle, 2006
  • Dr. Heinrich Schreiber, Taschenbuch für Geschichte und Alterthum in Süddeutschland Band 2, 1840
  • Kasper Hauser, Die Herren von Rümlang zu Alt-Wülflingen, 1907
  • Verlag von Heller und Rohm Frankfurt am Main, Das Weltall, ein geographisch-statistisch-naturhistorisches Handwörterbuch, 1828,
  • Albert Kürzel, Der Amts-Bezirk oder die ehemalige sanktblasische Reichsherrschaft Bonndorf, 1861

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Die Kunstdenkmäler des Grossherzogtum Badens., 1892, S. 107
  2. G. Boll: Reichsherrschaft Bonndorf. Abgerufen am 19. März 2018.