Burg Ockenfels

Burg am Mittelrhein, Deutschland

Die Burg Ockenfels, ursprünglich Burg zur Leyen, ist eine Burg bei Ockenfels auf der Gemarkung von Linz am Rhein im Landkreis Neuwied in Rheinland-Pfalz.

Burg Ockenfels

Burg Ockenfels von Norden

Alternativname(n) Burg zur Leyen
Staat Deutschland
Ort Linz am Rhein
Entstehungszeit um 1200 bis 1250
Burgentyp Höhenburg
Erhaltungszustand Reste in neueren Teilen
Geographische Lage 50° 34′ N, 7° 16′ OKoordinaten: 50° 34′ 27,6″ N, 7° 16′ 21,3″ O
Höhenlage 110 m ü. NHN
Ruine Ockenfels um 1830
Burg Ockenfels
Burg Ockenfels
Burg Ockenfels

LageBearbeiten

Die Höhenburg liegt am Rande eines mäßig ansteigenden Sporns etwa 60 Meter über dem Rhein, knapp ein Kilometer nordwestlich des Stadtzentrums von Linz. Der Rheinsteig führt auf der Teilstrecke von Unkel nach Leubsdorf direkt zur Burg Ockenfels.

 
Burg Ockenfels aus südwestlicher Richtung
 
Burg Ockenfels aus nordwestlicher Richtung

GeschichteBearbeiten

Die Burg zur Leyen, so der ursprüngliche Name, stammt aus dem frühen 13. Jahrhundert. Sie war Stammsitz der Herren zur Leyen und dem Erzstift Köln verpflichtet. 1239 wurde ein Hofgut zu Oberwillscheid als Lehnsgut der „Herren zur Leyen“ bezeugt. 1341 war sie im Besitz des Ritters Johann von der Leyen. 1420 starb der dortige Zweig des Geschlechts von der Leyen in der männlichen Linie aus und der Besitz kam an Rolman von Dattenberg. 1439 wurde die Burg durch Heirat von dessen Tochter Anna von Dattenberg zum Eigentum von Dittrich von Monreal, dessen Nachkommen den Besitz bis 1623 halten konnten. 1475 wurde die Burg bei den Auseinandersetzungen der Kölner Stiftsfehde von Truppen Karls des Kühnen von Burgund zerstört. Die Burg befand sich 1609 als „Starke Veste“ im Besitz des Johann Adam von Hoheneck. 1615 beurkundete Kurfürst Ferdinand von Köln, dass Eberhard Heinrich von Hoheneck allein mit den „Monreal’schen Gütern“ belehnt ist. Dieser verkaufte 1623 kinderlos die Burg mit sämtlichen Lehnsgütern an den kurkölnischen Rat und Hofkontrolleur Georg von Gerolt, der sich in Linz am Rhein niederließ. 1624 wurde Georg von Gerolt vom Kurfürsten mit der Burg belehnt.

1887 starb mit Friedrich Josef von Gerolt das Geschlecht aus und die Burg wurde zum Besitz der Siedlungsgenossenschaft „Rheinisches Heim“. 1912 kam die Burg mit der Eingemeindung von Linzhausen in die Gemarkung der Stadt Linz und wurde sechs Jahre später zum Besitz der Stadt Linz. 1924 erwarb Vizekonsul Franz Delden die Ruine und ließ sie unter der Leitung von Heinrich Reinhardt bis 1927 unter Berücksichtigung vorhandener Bausubstanz mit Basalt-Bruchsteinen im romantischen Stil der Zeit wieder aufbauen. Die dreiflügelige Anlage hat neben dem Burgfried zwei halbrunde Türme, und einen zur Talseite hin geöffneten Hof[1].

Nutzung nach dem NeubauBearbeiten

1936 ging die Burg an die Cellitinnen zur hl. Maria in der Kupfergasse in Köln, die darin ein Erholungs- und Altenheim für ihre Schwestern einrichteten. 1960 wurde sie „Burghotel“ für Erholung und Kurbehandlung. Anschließend wechselte die Burg mehrmals den Besitzer. Mangelnde Nutzungsmöglichkeiten ließen das Gebäude verfallen. 1998 ging die Burg in den Besitz des Kundenzentrums Burg Ockenfels GmbH über und wurde nach Umbauten zum Präsentations- und Verwaltungssitz der Schuhmarke Betula und der Birko Orthopädie des Konzerns Birkenstock.

Überreste der Burg zur LeyenBearbeiten

Wegen der Zerstörungen, hauptsächlich durch den kölner Stifsfehde-Krieg im Jahre 1475, ist heute nicht bekannt, wie die Burg anfangs im Mittelalter ausgesehen hat. Im 19. Jahrhundert wurde die Ruine durch Steinraub bis auf einige Grundmauern, einen Rest der Ringmauer und einen Turmrest abgetragen. Die verbliebenen Reste wurden in den Neubau integriert[1].

LiteraturBearbeiten

  • Heinrich Josef Langen: Burg zu Leyen bei Linz am Rhein. Görres Haus, Köln 1927 (Digitalisat)
  • Heiko Laß: Der Rhein, Burgen und Schlösser von Mainz bis Köln. Michael Imhof Verlag 2005, ISBN 3-937251-64-2
  • Alexander Thon, Stefan Ulrich: „... wie ein Monarch mitten in seinem Hofstaate thront“. Burgen am unteren Mittelrhein. Schnell & Steiner, Regensburg 2010, ISBN 978-3-7954-2210-3, S. 116–119.

WeblinksBearbeiten

Commons: Burg Ockenfels – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Burg Ockenfels (Burg zur Leyen). Abgerufen am 8. Dezember 2020.