Burg Frauenberg (Erbendorf)

archäologische Stätte in Deutschland

Die abgegangene Burg Frauenberg befand sich in dem gleichnamigen Ortsteil Frauenberg (Obergrötschenreuth) der oberpfälzer Stadt Erbendorf im Landkreis Tirschenreuth.

GeschichteBearbeiten

Die Veste auf dem Frauenberg wird erst Ende des 15. Jahrhunderts erbaut. 1481 verkauft Paul von Streitberg seine Güter zu Frauenberg an seinen Schwager Nikolaus (Claus) Pfreimder von Bruck. Dieser verspricht, hier einen Ansitz zu errichten und diesen dem pfälzischen Lehensherrn als Lehen aufzutragen. 1488 wird er mit Frauenberg belehnt und 1499 errichtet er die versprochene Burg. Diese soll dann im Landshuter Erbfolgekrieg zerstört worden sein, wobei die Belege dafür aber fehlen. 1510 wird Hans Pfreimder von Bruck erneut mit Frauenberg belehnt. Dies wird 1525 nochmals in einem pfälzer Lehensbrief festgehalten. Als nächster erhält Adam von Trautenberg zu Siegritz diese Festung. Nach seinem Tod († 1556) ist Jörg von Trautenberg der Besitzer. Erbstreitigkeiten unter seinen Schwestern nach seinem Tod († 1557) führen 1559 zu einem Verkauf an Georg Wurmrauscher. Dieser wird 1563 bis 1599 hier in den pfälzischen Landsassenregister genannt. Die Veste scheint damals schon baufällig gewesen zu sein und wird 1588 als schafhaus bezeichnet. 1599 wird Johann Casimir Wurmrauscher mit der Veste belehnt, die damals schon eine Ruine gewesen sein muss. 1608 wird der Besitz an Egid Steinhauser verkauft, der 1609 damit belehnt wird. Allerdings bricht wieder ein Streit um die landesherrliche Zugehörigkeit aus, der so beendet wird, dass Frauenberg und Grötschenreuth als pfälzische Lehen gesehen werden. 1611 ließ Egid Steinhauser Schloss Grötschenreuth als neuen Wohnsitz errichten. Auf diesen folgt Hans Friedrich Steinhauser, dieser verkauft sein Gut 1646 an Johann Paul Weikmann zu Siegritz. Dabei heißt es in der Verkaufsurkunde, dass die Veste Frauenberg seit der Zerstörung durch die Schweden während des Dreißigjährigen Krieges 1634 öde liege und niemand darauf wohnen könne. Weikmann wollte das Gut wieder aufbauen, dies unterblieb aber.

LokalisierungBearbeiten

Es wird angenommen, dass die Veste westlich des Dorfes am Frauen- oder Schlossberg lag. 1969 sollen dort noch Mauerreste zu sehen gewesen sein, die aber durch eine nachfolgende Aufforstung zum Verschwinden gebracht wurden. Von der Veste zu Frauenberg ist nichts mehr erhalten.

LiteraturBearbeiten

  • Ulrich Kinder (2013): Der Befestigungsbau im Landkreis Tirschenreuth (S. 128–129). (= Arbeiten zur Archäologie Süddeutschlands. Band 28), (S. 96–101). Dr. Faustus, Büchenbach. ISBN 978-3-933474-82-7.

Koordinaten: 49° 51′ 31″ N, 12° 1′ 31″ O