Burg Balm

Burg in Baden-Württemberg, Deutschland

Die Burg Balm (in den Urkunden teilweise auch Balb, Balp oder Palm genannt) ist eine abgegangene Hangburg auf einem kleinen Geländesporn bei dem Ortsteil Balm, als Palba 876 erstmals erwähnt,[2] der Gemeinde Lottstetten im Landkreis Waldshut in Baden-Württemberg. Von der ehemaligen Burganlage ist nichts erhalten. Die Burg war bis um 1100 Sitz der Gaugrafen des Klettgau und danach Sitz der Landgrafen, zeitweise wurde der Klettgau auch »Grafschaft Balm« genannt.

Burg Balm
Zerstörung von Balm: Die Schaffhauser tragen das Burgglöcklein weg. Romantischer Stahlstich nach einer Zeichnung von Johann Jakob Beck, Original im Museum zu Allerheiligen[1]

Zerstörung von Balm: Die Schaffhauser tragen das Burgglöcklein weg. Romantischer Stahlstich nach einer Zeichnung von Johann Jakob Beck, Original im Museum zu Allerheiligen[1]

Alternativname(n): Burg Balb, Burg Balp
Entstehungszeit: 1200 bis 1300
Burgentyp: Höhenburg, Hanglage
Erhaltungszustand: Burgstall
Ständische Stellung: Adlige
Ort: Lottstetten-Balm
Geographische Lage 47° 38′ 4″ N, 8° 35′ 41″ OKoordinaten: 47° 38′ 4″ N, 8° 35′ 41″ O
Burg Balm (Baden-Württemberg)
Burg Balm

GeschichteBearbeiten

Die Burg, die einst den Verkehr im Rheintal kontrollierte, wurde 1294 erwähnt und 1449 durch Truppen der Stadt Schaffhausen im Streit mit Österreich zerstört. Möglicherweise wieder aufgebaut, wurde die Anlage im Dreißigjährigen Krieg endgültig zerstört. Besitzer der Burg waren die Herren von Balm, beiderseits des Rheins begütert und Anhänger der Herzöge von Zähringen[3] bis 1218 und danach Vasallen der Freiherren von Regensberg. Sie kommen in den Urkunden von 1152 bis 1291 vor, waren zunächst freien Standes, später mit Bürgerrecht in Schaffhausen[2] und führten als Wappen in Rot einen silbernen Mühlstein.[4] 1294 verkaufte Lüthold von Regensberg Burg und Herrschaft mit den Ortschaften Balm, Lottstetten, Nack, Reutehof, Dietenberg, Geisberg und Lochehof an Rudolf III. von Habsburg-Laufenburg,[2] die Burg blieb aber vorerst noch ein Lehen der Adelheid von Regensberg bis 1310, und ging dann 1410 auf die Grafen von Sulz über.[5] Hier verstarb in der Woche vor dem St. Urbanstag im Jahr 1408 Johann IV. Die Burg Balm war der Sitz der Begründer des Sulzer Zweiges der Linie Klettgau, Hermann von Sulz und dessen Sohn Rudolf III. von Sulz er wohnte hier mit seiner Familie, Frau Ursula und den drei Söhnen bis zur Zerstörung der Burg.

Heutige NutzungBearbeiten

 
Der Fronwaagturm am Fronwagplatz mit der Astronomischen Uhr von Joachim Habrecht und dem Glockenturm mit der Burgglocke von Balm, auch Küngeliglöckli genannt

Das Burgglöcklein wurde von den Schaffhauser Soldaten 1449 nach Schaffhausen gebracht und hängt dort noch heute im Fronwagturm.[6]

VolkssageBearbeiten

Auch um diese Burg rankt sich eine Volkssage, jene von der „Burgfrau von Balm“ die nach ihrer Ermordung durch den Ehemann in der Burg umging und ihre Nachfolgerin so erschreckte, dass diese ins Kloster ging.[7]

Verschiedene Schreibweisen, unterschiedliche FamilienBearbeiten

Nicht zu verwechseln ist das Geschlecht der Herren von Balm mit den gleichnamigen Freiherren von Balm. Deren Wappen zeigt die Blasonierung: Fünfmal gespalten von Silber und Blau, belegt mit einem schreitenden roten Löwen.

Ebenfalls nicht zu verwechseln ist die Schreibweise mit Balme (Palme): Das Wappenbüchlein von Bern des Thüring Walther enthält ein Wappen eines Edelknechts Peter von Balme von 1348 welches den Zweig einer Stechpalme zeigt.[8]

Balm kann auch auf eine keltische (Wort-)Wurzel zurückgehen. Siehe: Balm (Toponym).

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. R. Beck: Johann Jacob Beck. In: Schaffhauser Beiträge zur Geschichte. Biographien Band I. 33. Jg. 1956, S. 205–209 (PDF)
  2. a b c Balm [Wohnplatz]. In: Landeskunde entdecken online (LEO-BW). Landesarchiv Baden-Württemberg, abgerufen am 24. September 2012.
  3. Heinz Voellner, Die Burgen und Schlösser zwischen Wutachschlucht und Hochrhein, S. 46 ff., Hochrhein Geschichts Verein (Hrsg.), 1975
  4. Lottstetten. In: Landeskunde entdecken online (LEO-BW). Landesarchiv Baden-Württemberg, abgerufen am 24. September 2012.
  5. s. Badische Seiten
  6. s. Homepage der Dokumentationsstelle Rheinau (Memento des Originals vom 6. Juli 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.dokstelle.rheinau.ch
  7. s. A. Schreiber: Die Burgfrau von Balm. In: Badisches Sagenbuch (Herausgeber A. Schnezler), S. 117–119
  8. Wappenbüchlein, Bern 1612. Digitalisierte Ausgabe der Zentralbibliothek Bern (e-rara)