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GeographieBearbeiten

Die Gemeinde liegt am Südufer des Vierwaldstättersees, am Nordabhang des Buochserhorns und in der von der Engelberger Aa geschaffenen Ebene nordwestlich davon. Der Hausberg von Buochs ist das Buochserhorn, 1806,8 m ü. M. Das Dorfzentrum liegt auf 435 m ü. M.

Vom gesamten Gemeindegebiet wird beinahe die Hälfte (48 %) landwirtschaftlich genutzt, in der Ebene mit einem grossen Teil, der für den Flugplatz ausgeschieden ist. 34,1 % der Gemeindefläche sind von Wald oder Gehölz bedeckt. Als Siedlungsfläche dienen 16 % des Gemeindeareals; 1,9 % sind unproduktive Flächen.

Vom Buochserhorn fliesst der Rübibach durch das Dorf zum Vierwaldstättersee. Der Kanton Nidwalden musste das steile Tobel dieses Bachs am Berghang wegen häufiger Murgänge mit Bachverbauungen sichern.

Die Gemeinde Buochs grenzt im Nordwesten an Ennetbürgen, im Nordosten auf der anderen Seite des Vierwaldstättersees an Gersau (SZ), im Südosten an Beckenried, im Süden an Oberdorf und im Westen an Stans.

GeschichteBearbeiten

Spuren einer frühen Besiedlung des Gebiets von Buochs sind seit der Römerzeit nachgewiesen. Der Ortsname Buochs dürfte von einer spätrömischen Namensform abstammen, wie die ausführliche sprachwissenschaftliche Diskussion gezeigt hat.[3]

Seit 1348 besteht die Organisation der freien Landleute von Buochs, aus der die heutige Genossenkorporation Buochs hervorging. Von dieser hat sich erst 1910 die Korporation Ennetbürgen abgetrennt. Die Genossengeschlechter der Korporation Buochs heissen Achermann, Barmettler, Baumgartner, Bucher, Christen, Ettlin, Frank, Gabriel, Hug, Huser, Niederberger, Odermatt, Risi, Scheuber, Stulz, von Büren, von Holzen, Wyrsch und Zimmermann.[4] Die Genossenkorporation betreibt die Alp Arhölzli an der Südwestflanke des Buochserhorns, pflegt den Schutzwald über dem Dorf Buochs und bewirtschaftete seit 1619 den Buochser Naswald auf der Nordseite der Buochser Seebucht. Seit 2010 ist der Wald ein Naturschutzreservat.

Seit 1454 besteht in Buochs die selbständige Pfarrgemeinde St. Martin. Um 1500 wurde der Lauf der Engelberger Aa erstmals korrigiert.

In der Zeit der Helvetik fiel das Dorf 1798 bei einem Angriff französischer Truppen fast vollständig einem Grossbrand zum Opfer. 52 Personen fanden dabei den Tod.

Seit 1838 gibt es in Buochs Industriebetriebe. 1855 entstand die direkte Kantonsstrasse von Stans nach Buochs mit der Fadenbrücke über die Aa. 1938 entstand auf Land der Genossenkorporation der Militärflugplatz Buochs, 1970 die Autobahn A2, die unmittelbar am Südrand des Dorfes liegt.

BevölkerungBearbeiten

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Die Einwohnerzahl wuchs zwischen 1850 und 1870 stark an. Im folgenden Jahrzehnt sank sie ein wenig, nahm dann aber ab den 1880er Jahren wieder zu. Insgesamt wuchs die Bevölkerung zwischen 1850 und 1900 um 354 Personen oder 27,6 %. Zwischen 1900 und 1920 kam es zu einer weiteren kleinen Abwanderungsbewegung (1900–1920: −5,4 %). Seither wächst die Einwohnerschaft beständig und beträgt heute mehr als das Vierfache von 1850. Wegen seiner guten Strassenverbindung an der A2 liegt Buochs in Pendlerdistanz zum Grossraum Luzern. Im Jahr 2008 wuchs sie allerdings nur noch um 31 Personen oder 0,6 %. Buochs gehört zur Agglomeration Stans mit (Ende 2008) 30'274 Einwohnern.

 

Bevölkerungsentwicklung von Buochs seit 1850 Quelle: Volkszählungen (1850–2000 Eidgenössische), Bundesamt für Statistik (2010 und 2015)

SprachenBearbeiten

Die Bevölkerung spricht eine hochalemannische Mundart. Viele darunter noch Nidwaldnerdeutsch – während die grosse Mehrheit der Zugewanderten aus den Kantonen Luzern und Schwyz kommt und die dort üblichen Dialekte spricht. Fast die gesamte Einwohnerschaft spricht als tägliche Umgangssprache deutsch. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 90,9 % Deutsch, 1,8 % Italienisch und 1,7 % Serbokroatisch als Hauptsprache an.

ReligionBearbeiten

 
Klassizistische katholische Pfarrkirche St. Martin

Die Bevölkerung gehörte früher vollständig der römisch-katholischen Kirche an. Die Konfessionsverhältnisse im Jahr 2000 lassen immer noch die ursprüngliche Struktur erkennen. 3688 Personen waren katholisch (75,95 %). Daneben gab es 11,68 % evangelisch-reformierte und 2,90 % orthodoxe Christen, 2,51 % Muslime und 4,22 % Konfessionslose. 123 Personen (2,53 %) machten keine Angaben zu ihrem Glaubensbekenntnis.

Die katholischen Pfarrkirche St. Martin, deren erste Vorgängerin in einer Urkunde des Klosters Engelberg von 1157 erwähnt und auch durch archäologische Ausgrabungen nachgewiesen ist, wurde im Oberdorf von 1802 bis 1808 nach Plänen des Architekten Niklaus Purtschert gebaut. Buochs war seit dem Mittelalter die Mutterpfarrei des östlichen Teils des Kantons Nidwalden. Dazu stehen es in Buochs mehrere Kapellen, von denen die Obergasskapelle und die Loretokapelle am Nidwaldner Wegabschnitt des Jakobswegs besonders zu erwähnen sind.

Die moderne reformierte Kirche von Buochs, die 1962 eingeweiht wurde, dient dem Evangelisch-reformierten Gemeindekreis Buochs, dem die Evangelisch-Reformierten der Ortschaften Buochs, Beckenried, Emmetten und Ennetbürgen angehören.[5]

Herkunft – NationalitätBearbeiten

Von den Bewohnern waren Ende 2017 4'583 (84,73 %) Schweizer Staatsangehörige. Die Zugewanderten stammen mehrheitlich aus Mittel- und Westeuropa (Deutschland 169 und Grossbritannien 54 Personen), aus Südeuropa (Italien 72, Portugal 48 und Spanien 18 Personen) und dem ehemaligen Jugoslawien (Mazedonien 84, Kosovo 62, Bosnien-Herzegowina 44, Serbien 35 und Kroatien 14 Personen). Bei der Volkszählung 2000 waren 4285 Personen (88,24 %) Schweizer Bürger; davon besassen 175 Personen eine doppelte Staatsbürgerschaft.

AltersstrukturBearbeiten

Die Gemeinde zählt einen hohen Anteil an Leuten im mittleren Alter. Während der Anteil der Personen unter zwanzig Jahren 18,99 % der Ortsbevölkerung ausmacht, sind 14,03 % Senioren (60 Jahre und älter). Die grösste Altersgruppe stellen mittlerweile die Personen zwischen 45 und 59 Jahren. Im Jahr 2000 war es noch die Altersgruppe von 30 bis 44 Jahren. Grund dafür ist die Alterung der Generation der Babyboomer (Jahrgänge bis 1965). Auf 100 Leute im arbeitsfähigen Alter (20–64 Jahre; 3412 Personen) entfallen 30 Junge (1027 Personen) und 22 Menschen (759 Personen) im Pensionsalter.

Die aktuelle Altersverteilung zeigt folgende Tabelle:

Alter 0–6 Jahre 7–15 Jahre 16–19 Jahre 20–29 Jahre 30–44 Jahre 45–59 Jahre 60–79 Jahre 80 Jahre und mehr Einwohner
Anzahl 374 452 201 737 1038 1292 1068 247 5409
Anteil 6,91 % 8,36 % 3,72 % 13,63 % 19,19 % 23,89 % 19,74 % 4,57 % 100 %
Quelle: Bundesamt für Statistik, Bevölkerung nach Alter Ende 2017

Die Alterung nimmt zu. Dies beweist der Vergleich mit dem Jahr 2000. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 ergab sich folgende Altersstruktur:

Alter 0–6 Jahre 7–15 Jahre 16–19 Jahre 20–29 Jahre 30–44 Jahre 45–59 Jahre 60–79 Jahre 80 Jahre und mehr Einwohner
Anzahl 407 645 246 587 1252 918 634 167 4856
Anteil 8,38 % 13,28 % 5,07 % 12,09 % 25,78 % 18,90 % 13,06 % 3,44 % 100 %

WirtschaftBearbeiten

In Buochs waren um 2005 1483 Arbeitsplätze in 258 Betrieben vorhanden. 9,6 % entfielen auf den Bereich Landwirtschaft/Forstwirtschaft/Fischerei, 32,6 % auf Industrie und Gewerbe und 57,7 % auf Dienstleistungsunternehmen. Die Arbeitslosenquote betrug 2007 1,32 %.

Im Jahr 2000 gab es 1536 Erwerbstätige in Buochs. Davon waren 857 (55,79 %) Einheimische und 679 Zupendelnde. Mehr als 70 % der Zupendelnden kamen aus dem Kanton Nidwalden. Im gleichen Jahr waren 2653 Menschen aus Buochs erwerbstätig. Somit arbeiteten 1796 Personen in anderen Gemeinden. Nach Stans pendelten 640 Personen (= 35,6 % aller Wegpendelnden). Ausserhalb des Kantons arbeiteten die meisten Wegpendler in der Stadt Luzern (240 Personen), in Kriens (61) und in Emmen (59).

VerkehrBearbeiten

 
Schiffstation Buochs

Buochs liegt an der Autobahn A2 BaselLuzernGotthard und hat eine Autobahneinfahrt. Auf dem Gemeindegebiet befindet sich der grösste Teil der Landebahnen des Flugplatzes Buochs.

Die Gemeinde ist auf der Hauptstrasse durch die Postautolinie (Länderpark)Stans Bahnhof–Seelisberg erschlossen.[6]

Auf dem See ist die Schiffsstation Buochs im Sommer mit Kursschiffen der Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstättersee erreichbar.

Sport und FreizeitBearbeiten

Vom 15. bis 18. Juli 2009 fanden auf der Engelberger Aa die Junior Wildwater Worldchampionships (Junioren Weltmeisterschaft in der Wildwasser-Abfahrt) des Internationalen Kanuverbands ICF statt. Das Organisationskomitee, das von Regierungsrätin Beatrice Jann präsidierte wurde, stellte sich vorwiegend aus Mitgliedern des Kanu Clubs Nidwalden und des Kanuclubs Obwalden zusammen.

In Buochs gibt es zahlreiche Vereine. Darunter sind der Musikverein Buochs (gegründet 1895), die Schützengesellschaft Buochs (gegr. 1845), die Theatergesellschaft Buochs (gegr. 1860), der Fussballverein Sportclub Buochs (SC Buochs, gegr. 1934), der Samariterverein Buochs (gegr. um 1940), die Pfadi St. Martin Buochs (gegr. 1941), der Skiclub Buochs (gegr. 1946), der Volleyballclub Buochs (gegr. 1974) und der Kanu Club Nidwalden (gegr. 1999).[7]

Am Ufer des Vierwaldstättersees liegen das Strandbad Buochs-Ennetbürgen[8] mit dem 2015 eröffneten Wassersportzentrum Nidwalden,[9] der 1934 für den SC Buochs errichtete Sportplatz Seefeld, der Bootshafen der Genossenkorporation Buochs und ein Campingplatz des TCS.

Die Alpinlift Helikopter AG in Buochs führt vom Flugplatz Buochs aus neben Frachtflügen auch Freizeittransporte durch.[10] Von Buochs aus starten auch die Piloten der Segelfluggruppe Nidwalden.

ArchitekturBearbeiten

BilderBearbeiten

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Buochs – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2018, abgerufen am 30. September 2018.
  2. https://secure.i-web.ch/dweb/nw/de/onlinemain/publikationen/?pubid=8254&action=info@1@2Vorlage:Toter Link/secure.i-web.ch (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  3. Buochs in ortsnamen.ch (abgerufen am 24. Oktober 2017)
  4. Geschichte der Genossenkorporation Buochs (abgerufen am 24. Oktober 2017)
  5. Einteilung der Evangelisch-Reformierten Kirche Nidwalden (abgerufen am 24. Oktober 2017)
  6. fahrplanfelder.ch: PDF, Zugriff am 27. Januar 2016
  7. Vereinsliste der Einwohnergemeinde Buochs
  8. Homepage des Seestrandbads Buochs-Ennetbürgen (abgerufen am 24. Oktober 2017)
  9. Eröffnung Wassersportzentrum Nidwalden (PDF, abgerufen am 24. Oktober 2017)
  10. Website der Alpinlift Helikopter AG