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Bundeswehrkrankenhaus Hamburg

Krankenhaus der Bundeswehr im Hamburger Stadtteil Wandsbek
Bundeswehrkrankenhaus Hamburg
Logo
Trägerschaft Zentraler Sanitätsdienst der Bundeswehr
Ort Hamburg, Deutschland
Koordinaten 53° 35′ 40″ N, 10° 4′ 34″ OKoordinaten: 53° 35′ 40″ N, 10° 4′ 34″ O
Kommandeur und Ärztlicher Direktor[2] Generalarzt Joachim Hoitz[1]
Versorgungsstufe Regelversorgung
Betten 307
Mitarbeiter 1300
davon Ärzte 301
Fachgebiete 15
Gründung 1958
Website hamburg.bwkrankenhaus.de
Lage in Hamburg
Zufahrt zum Bundeswehrkrankenhaus Hamburg
Neubau mit Zentraler Notaufnahme

Das Bundeswehrkrankenhaus Hamburg ist eines von fünf Bundeswehrkrankenhäusern in Deutschland und befindet sich im Hamburger Stadtteil Wandsbek, welcher zum gleichnamigen Bezirk gehört.

Inhaltsverzeichnis

AllgemeinesBearbeiten

Am Bundeswehrkrankenhaus Hamburg sind rund 1300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt[3]. Circa 300 Ärztinnen und Ärzte[3], hauptsächlich Sanitätsoffiziere der Bundeswehr, versorgen täglich Soldatinnen und Soldaten sowie die Zivilbevölkerung der Hansestadt und des Hamburger Umlands. Pro Jahr werden rund 11.000 Patientinnen und Patienten stationär[1] und mehr als 70.000 ambulant behandelt. Kommandeur und Ärztlicher Direktor ist seit September 2012 Generalarzt Joachim Hoitz, nachdem er das Bundeswehrkrankenhaus Hamburg ab Juni 2012 kommissarisch geleitet hat.

GeschichteBearbeiten

Am 4. August 1937 wurde das Haus nach anderthalbjähriger Bauzeit als Standortlazarett des Heeres eingeweiht. Es wurde nach Plänen des Architekten Hermann Distel gebaut und verfügte über 400 Betten. Nach Kriegsende nutzte das britische Militär das Haus bis es am 24. Februar 1958 Bundeswehrlazarett wurde. Gemäß dem Begriff „Lazarett“ wurden zunächst nur Soldaten behandelt. Geleitet wurde das Bundeswehrlazarett Hamburg von Oberstarzt Hans-Joachim Zierach bis 1964, danach von Ewald Kleist.

Nach Durchführung einiger Erweiterungen wurde das Bundeswehrlazarett am 1. Oktober 1969 in „Bundeswehrkrankenhaus“ umbenannt und gleichzeitig für die Behandlung von Zivilpatienten geöffnet.[4]

Medizinische FachgebieteBearbeiten

Das Bundeswehrkrankenhaus Hamburg (kurz: BwKrhs Hamburg) ist ein klassisches Krankenhaus der Regelversorgung und verfügt über folgende Fachabteilungen[5]:

  • Innere Medizin einschließlich Tropenmedizin (Klinik I)
  • Allgemein- und Viszeralchirurgie, Gefäßchirurgie (Klinik II)
  • Dermatologie und Venerologie (Klinik III)
  • Augenheilkunde (Klinik IV, nicht bettenführend)
  • Hals-Nasen-Ohrenheilkunde (Klinik V)
  • Zentrum für seelische Gesundheit (Klinik VI)
  • Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie & Plastische Operationen (Klinik VII)
  • Radiologie (Abteilung VIII)
  • Neurologie (Klinik IX)
  • Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin, Schmerztherapie einschließlich Zentraler Interdisziplinärer Notfallaufnahme (ZINA) und Rettungszentrum (Klinik X)
  • Urologie (Klinik XI)
  • Neurochirurgie (Klinik XII)
  • Orthopädie und Unfallchirurgie (Klinik XIV)
  • Zentrallabor – Labormedizin (Abteilung XVI)
  • Mikrobiologie und Krankenhaushygiene (Abteilung XXI)
  • Fachzahnärztliches Zentrum (Abteilung XXIII)

Die Zentralabteilung, die Krankenhausapotheke, die Pflegedienstleitung sowie der Servicebereich Krankenhausverwaltung unterstützen die medizinischen Fachabteilungen.

Das Zentrum für seelische Gesundheit ist eines der Behandlungszentren der Bundeswehr für jene 1875 Bundeswehrangehörigen[6], die als Folge ihrer Kriegserlebnisse an schwersten psychischen Störungen, insbesondere der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS), leiden.

In enger Zusammenarbeit mit dem Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI) und dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf entwickelt sich das Bundeswehrkrankenhaus Hamburg zum führenden Zentrum der Streitkräfte für die Behandlung von Tropenkrankheiten. Darüber hinaus werden Forschungsprojekte sowie nationale und internationale Fort- und Weiterbildungen durchgeführt. Den Einsatz deutscher Soldaten bei der Kongomission begleiteten unter anderem 16 Tropenmediziner/-innen aus dem Bundeswehrkrankenhaus Hamburg.

Seit Januar 2007 kooperiert das Bundeswehrkrankenhaus Hamburg in der Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie der medizinischen Versorgung mit dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

 
Den Besatzungen des ehemaligen SAR 71 ist 2008 am BWK Hamburg dieses Denkmal gewidmet worden

Am Bundeswehrkrankenhaus in Hamburg ist neben mehreren Rettungsdienstfahrzeugen von Bundeswehr und Feuerwehr Hamburg auch der Rettungshubschrauber Christoph 29 (bis 2006 SAR 71) stationiert. Dieser wird vom Bundesministerium des Innern gestellt und von der Bundeswehr mit medizinischem Personal besetzt. Durch die Fernsehserie Die Rettungsflieger erlangte das BWK große Bekanntheit, wenngleich für die Dreharbeiten als Stützpunkt nicht das tatsächliche Areal des Hamburger BWK gezeigt wurde.

Ende 2014 wurde der Beschluss bekanntgegeben, dass das Schiffahrtsmedizinische Institut der Marine mit seinen 77 Mitarbeitern, mittelfristig von seinem Standort in Kronshagen bei Kiel auf das Gelände des Bundeswehrkrankenhauses Hamburg zu verlegen. Schwerpunkte in Forschung und Lehre des Institutes bilden die Tauch- und Überdruckmedizin, die Präventivmedizin und die Psychologie.  Das Bundeswehrkrankenhaus wird damit auch über eine Druckkammer verfügen, der einzigen in Hamburg.[7]

Kommandeure und Ärztliche Direktoren (Bis zum 30.09.2016 lautete die Dienstbezeichnung "Chefarzt".)Bearbeiten

Nr. Name Beginn der Berufung Ende der Berufung Dienstgrad
1 Ewald Kleist seit Umgliederung zum BwKrhs März 1971 Generalarzt
2 Hans-Hartwig Clasen April 1971 März 1975 Generalarzt
3 Dietrich Tuschy April 1975 März 1979 Admiralarzt
4 Klaus Penner April 1979 September 1981 Admiralarzt
5 Dietrich Hallbauer Oktober 1981 September 1983 Generalarzt
6 Rolf Kirchem Oktober 1983 März 1986 Admiralarzt
7 Alfons Grutzka April 1986 September 1990 Generalarzt
8 Gerhard Schöner Oktober 1990 Juni 1993 Generalarzt
9 Ulrich Philipp Juli 1993 März 2006 Oberstarzt
10 Michael Zallet April 2006 August 2008 Oberstarzt
11 Johannes Nakath September 2008 Mai 2012 Oberstarzt
11 Joachim Hoitz Juni 2012 Generalarzt

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Bundeswehrkrankenhaus Hamburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Zahlen und Fakten. Website des Bundeswehrkrankenhauses Hamburg, abgerufen am 17. Mai 2019.
  2. Sanitätsdienst Bundeswehr: Letzte Chefarztbesprechung. In: sanitaetsdienst-bundeswehr.de. Presse- und Informationszentrum des Sanitätsdienstes, 11. September 2017, abgerufen am 22. Oktober 2017.
  3. a b Gesetzlicher Qualitätsbericht 2017 gemäß § 136b Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 SGB V. Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA), abgerufen am 17. Mai 2019.
  4. http://www.klinikinfo.de/einblick/hamburg-bw/ueberuns.htm
  5. Medizinische Abteilungen. Website des Bundeswehrkrankenhauses Hamburg, abgerufen am 17. Mai 2019.
  6. Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS): Aktuelle Zahlen. Presse- und Informationsstab BMVg, abgerufen am 17. Mai 2019.
  7. Hamburger Abendblatt - Hamburg: Mediziner der Marine ziehen von Kiel nach Hamburg. In: www.abendblatt.de. Abgerufen am 31. Mai 2016.