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Die Bundesregierung Dollfuß I war vom 20. Mai 1932 bis 21. September 1933 im Amt. Regierungschef war Engelbert Dollfuß.

ZustandekommenBearbeiten

Am 28. April 1932 stellten die Sozialdemokraten den Antrag auf Auflösung des Nationalrats, was Neuwahlen bedeutet hätte. Dem kam die Regierung Buresch durch Rücktritt zuvor. Am 10. Mai 1932 wurde Dollfuß von Bundespräsident Wilhelm Miklas als Bundeskanzler designiert und mit der Bildung einer neuen Regierung beauftragt. Er bot den Sozialdemokraten Zusammenarbeit an, diese forderten aber Neuwahlen. Auch die Großdeutschen lehnten eine Koalition ab. Um Neuwahlen zu verhindern, bildete Dollfuß am 20. Mai 1932 mit dem Landbund und dem Heimatblock eine Koalition, die über 83 von 165 Stimmen im Nationalrat verfügte, eine Mehrheit von nur einer Stimme.

MitgliederBearbeiten

Amt Amtsinhaber Partei Staatssekretär
Bundeskanzler Engelbert Dollfuß CSP
Vizekanzler Franz Winkler Landbund
mit der sachlichen Leitung der Angelegenheiten der inneren Verwaltung betraut Franz Bachinger (bis 10. Mai 1933)
Vinzenz Schumy (ab 10. Mai 1933)
Landbund
Landbund
mit der sachlichen Leitung der Angelegenheiten der öffentlichen Sicherheit betraut Hermann Ach (bis 28. September 1932)
Emil Fey (ab 10. Mai 1933)
ohne Parteimitgliedschaft
Heimatblock
Emil Fey (17. Oktober 1932 bis 10. Mai 1933)
mit der sachlichen Leitung der Angelegenheiten der Verfassungs- und Verwaltungsreform betraut Otto Ender (ab 19. Juli 1933) CSP
Bundesminister für Justiz Kurt Schuschnigg CSP
Bundesminister für Unterricht Anton Rintelen (bis 24. Mai 1933)
Kurt Schuschnigg (ab 24. Mai 1933)
CSP
CSP
Bundesminister für soziale Verwaltung Josef Resch (bis 11. März 1933)
Robert Kerber (ab 11. März 1933)
CSP
ohne Parteimitgliedschaft
Odo Neustädter-Stürmer (ab 10. Mai 1933)
Bundesminister für Finanzen Emanuel Weidenhoffer (bis 10. Mai 1933)
Karl Buresch (ab 10. Mai 1933)
CSP
CSP
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft Engelbert Dollfuß CSP Franz Bachinger (ab 10. Mai 1933)
Bundesminister für Handel und Verkehr Guido Jakoncig (bis 10. Mai 1933)
Fritz Stockinger (ab 10. Mai 1933)
Heimatblock
CSP
Odo Neustädter-Stürmer (ab 10. Mai 1933)
Franz Bachinger (ab 10. Mai 1933)
Bundesminister für Heereswesen Carl Vaugoin CSP

LiteraturBearbeiten

  • Franz Schausberger: Letzte Chance für die Demokratie. Die Bildung der Regierung Dollfuß I im Mai 1932. Bruch der österreichischen Proporzdemokratie. Böhlau, Wien u. a. 1993, ISBN 3-205-98050-6, (Studien zur Geschichte der christlich-sozialen Parteien 1), S. 152–153.
  • Klaus Berchtold: Verfassungsgeschichte der Republik Österreich. Band 1: 1918–1933. Springer, Wien / New York 1998, ISBN 3-211-83188-6, S. 636–755.

WeblinksBearbeiten