Bund (Textil)

Bund bezeichnet in der Textilkunde den Taillenabschluss bei Hosen (Hosenbund) und Röcken (Rockbund).

Bund einer Jeanshose
Hosenbund der sogenannten Thorsberg-Hose aus dem 4. Jahrhundert n. Chr.

Der Bund kann sowohl angenäht bzw. angesetzt wie auch angeschnitten sein. Bei einem angesetzten Bund wird die Naht Bundnaht genannt. Hierbei wird ein zugeschnittener Bundstreifen an Vorder- oder Hinterhose bzw. Vorder- oder Hinterrock angesetzt. Beim angeschnittenen Bund wird die Breite beim Zuschnitt berücksichtigt, sodass die Bundnaht entfällt. Ebenso ist eine Kombination aus beiden Verfahren möglich.[1]

Unter Bündchen versteht man dagegen den Saumabschluss sportlicher Ärmel oder Sporthosen. Diese werden meist vom gleichen Oberstoff hergestellt, sind drei bis fünf Zentimeter lang und mit Knopf- oder Schnallenverschlüssen oder insbesondere bei Sporthosen mit einer Kordel versehen.[1]

Insbesondere Sweatshirts, Pullover, Jogginghosen, Joggjeans und Bomberjacken schließen die Ärmel oder Hosenbeine unten oft mit einem Strickbündchen ab, manchmal findet sich diese Art von Beinabschluss auch bei anderen Arten von langen Pumphosen. Auch Stricksocken schließen beinwärts mit einem Bündchen ab. Das Bündchen wird in Bayern und Österreich auch Stiezerl bzw. Stitzerl genannt.

Der Bundumfang ist ein Körper- und Tabellenmaß zur Ermittlung des Taillenumfangs.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Wiktionary: Bund – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Bekleidungs-Lexikon: Mode, Formgestaltung, Schnittkonstruktion, Gradierung, Ausstattung, Zuschnitt, Verarbeitungstechnik, Bügeln, Management und Marketing von Wilfried Schierbaum, Schiele & Schön 1993, S. 74. hier online