Brunnenvergiftung (Rhetorik)

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Die Brunnenvergiftung ist ein rhetorisches Mittel, ein Spezialfall des Argumentum ad hominem.

Es wird vom „Brunnenvergifter“ eine feindselige oder verzerrte „Information“ über den Gegner oder seine Diskussionsposition präsentiert, um diesen von vorneherein zu diskreditieren, zu verunglimpfen oder lächerlich zu machen. Zum Beispiel wird behauptet, „kein vernünftiger Mensch“ könne die Position des Gegenübers vertreten. So werden andere dazu genötigt, diese Position abzulehnen, um nicht die „vergiftete“ Folgerung zu der Position einzunehmen.[1][2]

Der Begriff ist abgeleitet von der Brunnenvergiftung, die vor allem Juden vorgeworfen wurde als Vorwand für ihre Verfolgung, wobei die als Brunnenvergifter handelnde Seite bei der übertragenen Verwendung auf die Gegenseite übertragen wurde.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Andreas Edmüller: Manipulationstechniken, Haufe-Lexware, 2011, S. 73 ff.
  2. Heinz Ryborz: Beeinflussen – Überzeugen – Manipulieren: Seriöse und skrupellose Rhetorik, S. 170.