Broyebezirk

Bezirk im Kanton Freiburg, Schweiz
Broyebezirk
Broyebezirk
Basisdaten
Staat: SchweizSchweiz Schweiz
Kanton: Kanton FreiburgKanton Freiburg Freiburg (FR)
Hauptort: Estavayer
BFS-Nummer: 1001
Fläche: 172,59 km²
Höhenbereich: 429–820 m ü. M.
Einwohner: 33'266[1] (31. Dezember 2019)
Bevölkerungsdichte: 193 Einw. pro km²
Website: Préfecture de la Broye
Karte
Karte von Broyebezirk

Der Broyebezirk (französisch District de la Broye, Freiburger Patois Audio-Datei / Hörbeispiel le dichtri de la Brouye?/i) ist einer der sieben Bezirke des Kantons Freiburg in der Schweiz. Der Bezirk wurde durch die kantonale Verfassung, die sich der Kanton Freiburg am 19. März 1848 gegeben hat, gegründet.

GeografieBearbeiten

Der Broyebezirk ist eine stark zersplitterte Region, die in der waadtländischen Broye eingebettet ist. Er besteht aus einem dem Saanebezirk angegliederten Zipfel und aus drei Exklaven in der Waadt: Estavayer-le-Lac, Surpierre und Vuissens. Tours, eine vierte, sehr kleine Exklave, zur Gemeinde Montagny gehörend, kommt noch hinzu.[2]

BevölkerungBearbeiten

SprachenBearbeiten

Französisch ist die Hauptsprache in der Broye.

Sprache Anteil (1990) Anteil (2000)
Französisch 85,8 % 87,8 %
Deutsch 06,5 % 06,3 %
Italienisch 01,2 % 00,8 %
übrige 06,5 % 05,1 %

Eine sehr kleine Minderheit spricht noch das Patois broyard (broyao). Statistiken der Volkszählung aus dem Jahre 1990 geben 169 Personen an.

Religionen – KonfessionenBearbeiten

Konfession Anteil (1990) Anteil (2000)
Römisch-katholisch 80,1 % 69,7 %
Protestantisch 13,7 % 15,3 %
übrige oder ohne Konfession 06,2 % 15,0 %

RegierungBearbeiten

Estavayer-le-Lac ist Hauptort und Verwaltungssitz des Bezirkes. Im Château de Chenaux befindet sich das Oberamt, das für die Erteilung von Bewilligungen (Bau, Jagd, Fischerei, Veranstaltungen usw.) zuständig ist.

WirtschaftBearbeiten

Der Dienstleistungssektor beschäftigt mit einem Anteil von mehr als 40 % die meisten Arbeitnehmer. Mit je ca. 30 % teilen sich die Landwirtschaft und die Industrie (insbesondere Baugewerbe, Tabak, Elektrotechnik und Elektronik) den Rest.

GeschichteBearbeiten

Ein Einbaum aus der Mittleren Steinzeit (ca. 6200 v. Chr.), gefunden in Estavayer-le-Lac, bezeugt die frühe Besiedlung des Gebietes. Zahlreiche Funde aus der Jungsteinzeit in Portalban lassen den Schluss zu, dass der Mensch in der Region rasch sesshaft wurde.

Aus der Bronze- und Steinzeit wurden in Cheyres, Font, Estavayer-le-Lac, Autavaux, Gletterens und Portalban Fabrikationszentren für Schmuckgegenstände, Waffen (Äxte, Schwerter), Weberei und Töpferei gefunden.

Keltische und römische Funde sind ebenfalls zahlreich. Der Flurname Broye ist keltisch: Broye = brogia (Landwasser).

Ab 500 nach Chr. ist die Christianisierung im ganzen Gebiet nachweisbar. Zu den ersten Kirchen gehören zum Beispiel Domdidier, Dompierre-le-Grand, Dompierre-le-Petit und Tours.

Die Lehnsherrschaft breitete sich ab dem Jahr 1000 aus. Es ist der Beginn der Burgenbauten. Mehrere Schlösser und Ruinen zeugen von dieser Zeit. Nach den Burgunderkriegen nahm der Einfluss Freiburgs zu. Im Jahre 1536 zerfiel die Broye in mehrere Stücke. Durch die Reformation bildeten sich katholische Exklaven inmitten der waadtländischen Broye.

Ab dem 16. Jahrhundert wurde das politische Geschehen von einigen sehr mächtigen Familien geleitet (Patriziat). Diese Macht zerfiel durch die französische Invasion Anfang 19. Jahrhundert.

Nach dem Sonderbundskrieg (1847) gab sich der Kanton Freiburg eine neue Verfassung. Die Broye wurde zu einem der sieben Bezirke und ist es in dieser Form bis heute geblieben. Am 19. März 1848 wurde die neue Verfassung des Kantons Freiburg in Kraft gesetzt. Dies ist auch die Geburtsstunde des Broyebezirks.

GemeindenBearbeiten

Zum Broyebezirk gehören 18 Gemeinden (Stand: 1. Januar 2021):

Wappen Name der Gemeinde Einwohner
(31. Dezember 2019)
Fläche
in km²[3]
Einwohner
pro km²
  Belmont-Broye 5559 25,79 216
  Châtillon (FR) 484 1,30 372
  Cheyres-Châbles 2317 9,73 238
  Cugy (FR) 1767 9,88 179
  Delley-Portalban 1173 6,90 170
  Estavayer 9762 40,12 243
  Fétigny 1068 4,10 260
  Gletterens 1097 2,56 429
  Les Montets 1520 10,29 148
  Lully (FR) 1178 5,50 214
  Ménières 437 4,38 100
  Montagny (FR) 2677 17,54 153
  Nuvilly 446 3,98 112
  Prévondavaux 72 1,82 40
  Saint-Aubin (FR) 1835 7,89 233
  Sévaz 304 2,50 122
  Surpierre 1115 14,80 75
  Vallon 455 3,51 130
Total (18) 33'266 172,59 193

GemeindeveränderungenBearbeiten

Der Kanton Freiburg unterstützt mit Hilfe eines Fonds die Fusionen. Seit 1999 haben diese stark zugenommen.

Gemeindefusionen seit 1831:

Inkrafttreten (Datum) Alte Gemeinden Neue Gemeinde
1831/18531 Mannens + Grandsivaz Mannens / Mannens-Grandsivaz
1. Januar 1981 La Vounaise + Montborget + Murist Murist
1. Januar 1991 Les Friques + Saint-Aubin (FR) Saint-Aubin (FR)
1. Januar 1992 Franex + Murist Murist
1. September 1994 Chandon + Léchelles Léchelles
1. Januar 2000 Montagny-la-Ville + Montagny-les-Monts Montagny (FR)
1. Januar 2004 Mannens-Grandsivaz + Montagny (FR) Montagny (FR)
1. Januar 2004 Aumont FR + Frasses + Granges-de-Vesin + Montet (Broye) Les Montets
1. Januar 2005 Delley + Portalban Delley-Portalban
1. Januar 2005 Chapelle (Broye) + Cheiry Cheiry
1. Januar 2005 Cugy (FR) + Vesin Cugy (FR)
1. Januar 2005 Praratoud + Surpierre Surpierre
1. Januar 2006 Autavaux + Forel (FR) + Montbrelloz Vernay
1. Januar 2006 Bollion + Lully (FR) + Seiry Lully (FR)
1. Januar 2012 Estavayer-le-Lac + Font Estavayer-le-Lac
1. Januar 2016 Domdidier + Dompierre + Léchelles + Russy Belmont-Broye
1. Januar 2017 Bussy + Estavayer-le-Lac + Morens + Murist + Rueyres-les-Prés + Vernay + Vuissens Estavayer
1. Januar 2017 Châbles + Cheyres Cheyres-Châbles
1. Januar 2017 Surpierre + Villeneuve Surpierre
1. Januar 2021 Cheiry + Surpierre Surpierre

11831 haben Mannens und Grandsivaz zu Mannens fusioniert. 1853 wurde der Name zu Mannens-Grandsivaz geändert.

Namensänderungen seit 1831:

Inkrafttreten (Datum) Alter Gemeindename Neuer Gemeindename
1. Januar 1953 Chapelle-près-Surpierre Chapelle (Broye)
1. Januar 1953 Mannens Mannens-Grandsivaz

LiteraturBearbeiten

  • Le district de la Broye fribourgeoise a 150 ans (1848–1998). Imprimerie Butty, Estavayer-le-Lac.
  • Freiburg, ein Kanton und seine Geschichte. 1991.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Regionalporträts 2021: Kennzahlen aller Gemeinden. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2019 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  2. Daniel Huber: Verrückte Grenzen. Teil I: Sechs Schweizer Grenzfälle. Nr. 6: Welscher Flickenteppich. In: watson. 26. November 2017, abgerufen am 2. Februar 2020.
  3. Bundesamt für Statistik Generalisierte Grenzen 2020.