Brian Hyland

US-amerikanischer Sänger

Brian Hyland (* 12. November 1943 in Brooklyn, New York City) ist ein US-amerikanischer Pop-Sänger.

Brian Hyland, 1967

LebenBearbeiten

Mit neun Jahren kam Brian erstmals im Kirchenchor mit der Musik in Berührung, er lernte Klarinette und Gitarre spielen und gründete schon mit zwölf Jahren eine Musikgruppe namens The Delfis. Mit ihnen fertigte er 1959 ein Demoband an und bot es verschiedenen New Yorker Schallplattenfirmen an. Dank seiner Hartnäckigkeit gelang es ihm, bei der Plattenfirma Kapp Records, die bereits Stars wie Jane Morgan, Eartha Kitt und den Pianisten Roger Williams unter Vertrag hatten, einen Vertrag als Solosänger zu bekommen. Der unbeachteten ersten Platte mit den Titeln Rosemary und Library Love Affair folgte bereits im Sommer 1960 ein Welterfolg. Mit dem von Richard Wolfe produzierten Itsy Bitsy Teenie Weenie Yellow Polka Dot Bikini (Text und Musik: Paul Vance und Lee Pockriss) erstürmte der 16-jährige Brian Hyland die Spitze der amerikanischen Charts.[1] Der Titel war auch international erfolgreich. In Großbritannien erreichte der Titel Platz 9 der Charts, in Deutschland landete die Single ebenfalls auf Platz 9.

Nachdem die beiden folgenden Platten nicht an diesen Erfolg anknüpfen konnten, wechselte Hyland 1961 zur größeren Plattenfirma ABC Records, die zu dieser Zeit Stars wie Paul Anka oder Ray Charles unter Vertrag hatte. Dort nahm sich das Autoren- und Produzentenpaar Geld und Udell seiner an, das Hyland für die nächsten Jahre mit weiteren Hits versorgte. Sealed with a Kiss (arrangiert von Stan Applebaum) ist der erfolgreichste Titel dieser Zeit, der es im Frühjahr 1962 bis auf Platz drei der US-Popcharts schaffte. Von diesem Titel wie auch von Ginny Come Lately wurden in Deutschland auch deutschsprachige Versionen mit Brian Hyland veröffentlicht. In Deutschland erschien die Single auf dem Philips-Label und erreichte Platz 10 der Charts. In den Staaten war Hyland zu dieser Zeit ständig unterwegs, trat in nationalen wie in lokalen Fernsehshows auf und legte mit der Caravan of Stars viele Meilen zurück. 1963 veranstaltete er zusammen mit Little Eva eine ausgedehnte Tournee durch England, danach tourte er mit Neil Sedaka durch Südamerika. In der zweiten Hälfte der sechziger Jahre waren die Hyland-Platten nicht mehr wie gewohnt erfolgreich, er wechselte daraufhin zu den Plattenfirmen Philips und Dot. Erst 1970 konnte er sich, inzwischen 27-jährig, wieder mit einem Superhit zurückmelden. Mit seinem selbst produzierten Gypsy Woman (Text und Musik Curtis Mayfield), von einer seiner weiteren neuen Plattenfirmen UNI veröffentlicht, erreichte er Platz drei der amerikanischen Popcharts, er erhielt seine erste Goldene Schallplatte und international fand der Song über drei Millionen Käufer. Dass England nach wie vor ein besonders gutes Terrain für Brian Hyland war, bewies auch die Tatsache, dass nach 13 Jahren eine Langspielplatte mit den Titeln Sealed With A Kiss und Ginny Come Lately auf Platz sechs in den britischen Charts kam.

1977 ließ sich Hyland mit seiner Familie in New Orleans nieder. Bis in die achtziger Jahre war Hyland ständig in den Studios, um neue Singles und Langspielplatten aufzunehmen, die sowohl in den Staaten wie auch in Europa reichlich Abnehmer fanden. Auf seinen Tourneen wurde er nun auch von seinem Sohn Bodi als Schlagzeuger begleitet. Brian betätigte sich seit den siebziger Jahren auch als Songschreiber und hatte später auch ein eigenes Musikstudio. Zusammen mit seiner Frau Rosmari verfasste er zwei Bücher zum Thema Rock and Roll. Gegenwärtig (Stand 2019) ist Hyland immer noch als Musiker aktiv und tourt durch die Vereinigten Staaten.

DiskografieBearbeiten

USA / GroßbritannienBearbeiten

Titel US UK Veröffentlichung
Rosemary / Library Love Affair Leader 801 London 9113 Februar 1960
Itsy Bitsy Teenie Weenie Yellow Polkadot Bikini / Don’t Dilly Dally, Sally Kapp 342 London 9161 Juni 1960
Four Little Heels / That’s How Much Kapp 352 London 9203 Oktober 1960
I Gotta Go / Lop-Sided, Over-Loaded Kapp 363 London 9262 1960
Lipstick On Your Lips / When Will I Know Kapp 401 Juli 1961
Let Me Belong To You / Let It Die ABC 10236 HMV 915 Juli 1961
I’ll Never Stop Waiting / The Night I Cried ABC 10262 HMV 955 November 1961
Ginny Come Lately / I Should Be Getting Better ABC 10294 HMV 1013 Februar 1962
Sealed With A Kiss / Summer Job ABC 10336 HMV 1051 Mai 1962
Warmed Over Kisses / Walk A Lonely Mile ABC 10359 HMV 1079 September 1962
I May Not Live To See Tomorrow / It Ain’t That Way At All ABC 10374 HMV 1113 November 1962
If Mary’s There / Remember Me ABC 10400 HMV 1143 Februar 1963
Somewhere In The Night / I Wish Today Was Yesterday ABC 10427 HMV 1169 April 1963
I’m Afraid To Go Home / Save Your Heart For Me ABC 10452 HMV 1188 Mai 1963
Let Us Make Our Own Mistakes / Nothing Matters ABC 10494 HMV 1237 November 1963
Act Naturally / Out Of Sight ABC 10549 April 1964
Here’s To Love / Two Kinds Of Girls Philips 40179 Mai 1964
Pledging My Love Side / Devoted To You Philips 40203 Juni 1964
Now I Belong To You / One Step Forward, Two Steps Back Philips 40211 August 1964
He Don’t Understand You / Love Will Find A Way Philips 40263 Februar 1965
Stay Away From Her / I Can’t Keep A Secret Philips 40306 1966
3000 Miles / Sometimes They Do, Sometimes They Dont Philips 40354 1966
The Joker Went Wild / I Can Hear The Rain Philips 40377 Philips 1508 1966
Run, Run, Look And See / Why Did You Do It Philips 40405 1966
Hung Up In Your Eyes / Why Mine Philips 40424 Philips 1555 Februar 1967
Holiday For Clowns / Yesterday I Had A Girl Philips 40444 1967
Get The Message / Kinda Groovy Philips 40472 Philips 1601 August 1967
Apologize / Words On Paper Dot 17050 1967
It’s Christmas Time Once Again / Words On Paper Dot 17061 1967
Come With Me / Delilah Dot 17078 1968
The Lover / Springfield, Illinois Dot 17109 1968
Tragedy / You’d Better Stop And Think It Over Dot 17176 Dot 119 Februar 1969
Gonna Make A Woman Of You / Dreamy Eyes Dot 17291 1969
A Million To One / It Could All Begin Again Dot 17222 Dot 124 Mai 1969
Stay And Love Me All Summer / Rainy April Morning Dot 17258 Dot 128 August 1969
Dreamy Eyes / Gonna Make A Woman Out Of You Dot 17291 1970
No Place To Run / So Long Marianne UNI 52287 UNI 533 1971
Gypsy Woman / You And Me (#2) UNI 55240 UNI 530 Juli 1970
Lonely Teardrops / Lorrayne UNI 55272 1971
So Long, Marriane / No Place To Run UNI 55287 1971
Out Of The Blue / If You Came Back UNI 55306 1971
I Love Every Little Thing About You / With My Eyes Wide Open UNI 55323 Uni 540 Mai 1972
Only Wanna Make You Happy / When You’re Lovin’ Me UNI 55334 Uni 545 1972

DeutschlandBearbeiten

Titel Katalog-Nr. Veröffentlichung
Itsy Bitsy Teenie Weenie Yellow Polka Dot Bikini / Don’t Dilly Dally, Sally London 20340 1960
Four Little Heels / That’s How Much London 20362 1960
Let Me Belong To You / Let It Die Philips 320009 1961
Ginny Come Lately / I Should Be Gettin’ Better Philips 320019 1962
Ginny, o Ginny (Ginny Come Lately) / Du bist mir unvergesslich Philips 320022 1962
Sealed with a Kiss / Summer Job Philips 320024 1962
Schön war die Zeit / Weil du die Puppe bist Philips 320028 1962
Warmed Over Kisses / Walk A Lonely Mile Philips 320030 1962
Wander mein Liebchen / Ich geh auf und ab Philips 320034 1962
Ohne dich / So verliebt Philips 32038 1962
Gypsy Woman / You And Me UNI 6073019 1970
Lonely Teardrops / Lorrayne UNI 6073022 1971
No Place To Run / So Long Marianne UNI 6073031 1971

ChartplatzierungenBearbeiten

SinglesBearbeiten

Jahr Titel
Album
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[2][3]
(Jahr, Titel, Album, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
  DE   UK   US
1960 Itsy Bitsy Teenie Weenie Yellow Polka Dot Bikini DE1
(16 Wo.)DE
UK8
(13 Wo.)UK
US1
(15 Wo.)US
Four Little Heels UK29
(6 Wo.)UK
US73
(3 Wo.)US
That’s How Much US74
(4 Wo.)US
1961 Let Me Belong to You US20
(11 Wo.)US
I’ll Never Stop Wanting You US83
(1 Wo.)US
1962 Ginny Come Lately DE10
(20 Wo.)DE
UK5
(15 Wo.)UK
US21
(11 Wo.)US
Sealed With A Kiss UK3
(26 Wo.)UK
US3
(14 Wo.)US
Nach Wiederveröffentlichung 1975 in UK auf Platz 7
Warmed Over Kisses (Left Over Love) UK28
(6 Wo.)UK
US25
(8 Wo.)US
1963 I May Not Live To See Tomorrow US69
(7 Wo.)US
If Mary’s There US88
(2 Wo.)US
I’m Afraid to Go Home US63
(8 Wo.)US
1966 3000 Miles US99
(1 Wo.)US
The Joker Went Wild US20
(11 Wo.)US
Run, Run, Look and See US25
(9 Wo.)US
1967 Hung Up in Your Eyes US58
(5 Wo.)US
Holiday For Clowns US94
(3 Wo.)US
Get The Message US91
(2 Wo.)US
1969 Tragedy US56
(10 Wo.)US
A Million To One US90
(5 Wo.)US
Stay And Love Me All Summer US82
(3 Wo.)US
1970 Gypsy Woman DE34
(3 Wo.)DE
UK42
(6 Wo.)UK
US3
 
Gold

(20 Wo.)US
1971 Lonely Teardrops US54
(8 Wo.)US

LiteraturBearbeiten

  • Laufenberg, Frank / Hake, Ingrid: Rock- und Poplexikon. Bd. 1: ABBA – Kay Kyser. Düsseldorf / Wien: Econ Verlag, 1994, S. 725 - ISBN 3-612-26207-6.
  • Günter Ehnert: British Chart Singles 1950-1965, Taurus Press Hamburg 1995, ISBN 3-922542-32-8.
  • Ehnert, Günter: Deutsche Chart Singles 1956-1980. Taurus Press Hamburg 1990, S. 103.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Nähere Informationen zu dem Titel in: Bronson, Fred: The Billboard Book of Number One Hits. 3. überarbeitete und erweiterte Aufl. New York City, New York: Billboard Publications, 1992, S. 72
  2. Chartquellen: DE UK
  3. Auszeichnungen für Musikverkäufe: US

WeblinksBearbeiten