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BremerhavenBus

Verkehrsgesellschaft Bremerhaven AG
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Basisinformationen
Unternehmenssitz Bremerhaven
Webpräsenz www.bremerhavenbus.de
Bezugsjahr 2016
Verkehrsverbund Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen
Mitarbeiter 182
Linien
Bus 16, dazu 2 Nachtlinien
Anzahl Fahrzeuge
Omnibusse 13 Niederflur-Zweiachser
59 Niederflur-Gelenkbusse
Statistik
Fahrgäste 14,30 Mio. pro Jahr
Fahrleistung 63,60 Mio. Pkm
Haltestellen 221
Einzugsgebiet 314 km²
Einwohner im
Einzugsgebiet
0,17 Mio.
Länge Liniennetz
Buslinien 236,11 km
Betriebseinrichtungen
Betriebshöfe 1
Sitz der VGB, heute BremerhavenBus (Luftbild 2012)

Unter dem Namen BremerhavenBus tritt seit 2001 die Verkehrsgesellschaft Bremerhaven AG (VGB) auf, die seit 1947 für den städtischen ÖPNV in Bremerhaven verantwortlich ist. Die VGB ist Partner im Verkehrsverbund Bremen-Niedersachsen (VBN). Die Linienkonzessionen obliegen seit 2017 für zehn Jahre beim BVV-Mutterkonzern, der Bremerhavener Versorgungs- und Verkehrs-GmbH.

Das Verkehrsunternehmen betreibt den ÖPNV auf 18 Buslinien, darunter 14 Stadtbus-, zwei Schnellbus-, zwei Nacht-Linien. Die Straßenbahn wurde 1982 eingestellt. Der Hauptumsteigepunkt ist der Hauptbahnhof; die Busse vieler Stadtbus- und Regionalbus-Linien halten hier.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Siehe auch: Straßenbahn Bremerhaven

Gründung und NamensentwicklungBearbeiten

Die von Heinrich Alfes beantragte Konzession an die Bremerhavener Pferdebahn auf 50 Jahre, erfolgte 1879 für Bremerhaven durch den Bremer Senat und für die preußischen Gebietsteile Lehe und Geestemünde durch das Landesdirektorium in Hannover.

1881 wurde von dem Bremer Unternehmer Alfes die Bremerhavener Straßenbahn gegründet.

1920 beteiligten sich Bremerhaven, Geestemünde und Lehe mit dem Ankauf der Hälfte des Aktienkapitals an der Bremerhavener Straßenbahn AG. 1926 wurde daraus die Straßenbahn Bremerhaven-Wesermünde AG, 1939 die Straßenbahn Wesermünde AG und 1947 die Verkehrsgesellschaft Bremerhaven AG (VGB). Seit 2001 benutzt die VGB den Namen BremerhavenBus.

Von der Pferdebahn zur StraßenbahnBearbeiten

Am 26. Juni 1881 wurde die erste Strecke der Pferdestraßenbahn eröffnet. Man hielt die haltestellenlose, eingleisige Pferdebahn mit Ausweichstellen durch Winken an. Bald gab es über 170 Pferde. Ab 1891 fuhr die Bahn Richtung Wulsdorf über die Georgstraße bis zur Schweizerhalle (Pferdebahndepot). 1892 nutzten 1.303.478 Personen die Pferdebahn. 1896 wurde eine Linie nach Speckenbüttel in Betrieb genommen. Die Strecken wurden nach und nach zweigleisig ausgebaut.

Von 1898 bis 1908 wurde die Pferdebahn zu einem elektrischen Straßenbahnbetrieb, zunächst als Akkumulatorenbahn (Akku-Bahn), umgebaut. Ab 1898/99 fuhr die Linie Karlsburg – Kaiserstraße – Rothersand – Lloydhalle. An dieser Strecke - im nordwestlichen Teil - wurde Ende des 19. Jahrhunderts das Ausflugslokal "Seelust" errichtet; beteiligt waren die Straßenbahn und eine Bremer Brauerei.[1] 1908 gab es fünf farblich gekennzeichnete Linien:

  • Linie 1, Orange: Bremerhaven Marktplatz – Rothersand
  • Linie 2, Rot: Bahnhof Geestemünde – Depot Lehe
  • Linie 3, Grün: Depot Wulsdorf – Rickmersstr. – Rothersand
  • Linie 4, Weiß: Fischereihafen – Rickmersstr. – Rothersand
  • Linie 5, Rot: Depot Lehe – Speckenbüttel
 
1895: Alte Geestebrücke mit Pferdebahn
 
1982: Straßenbahnzug vor dem Hauptbahnhof

1908 waren 184 Mitarbeiter beschäftigt. Es gab 88 Motor- und Anhängewagen sowie 22 Turm- und Materialwagen. 1911 erfolgte die Einbeziehung des Kleinbahnhofs der Niederweserbahn an der Weserstraße.

Seit 1925 sind auch Motorbusse im Einsatz. 1927 betrug die Streckenlänge der Straßenbahn 23,9 km. Die Straßenbahnlinie 2 wurde vom Bahnhof Langen bis zum Park Friedrichsruh verlängert. 1935 wurden die ersten elektrischen Weichen eingeführt. Von 1931 bis 1933 war für die Verkehrsgesellschaft die Fähre Fischereihafen und 1953 bis 1964 die Fähre Kaiserhafen im Betrieb.

Von 1947 bis 1958 fuhren neben den Straßenbahn und Bussen auch Oberleitungsbusse auf der Linie I Hauptbahnhof – Schiffdorf und ab 1949 Linie II Hauptbahnhof – Lehe – Stresemannstraße.[2] Die Kennzeichnung der VGB-Omnibusstrecken waren bis 1960 die Buchstaben von A bis U (mit Lücken).[3]

Ab Herbst 1960 gab es noch die Straßenbahnlinien 2: Stadtgrenze Langen – Lehe – Ernst-Reuter-Platz – Hauptbahnhof und 3: Bahnhof LeheRotersand – Hauptbahnhof. Vor 1960 führte die Linie 4 ab Weserlust zum Fischereihafen und die Linie 3 noch durch Wulsdorf zum Straßenbahnhof. Buslinien übernahmen diese und andere Bereiche.

1961 wurde der Omnibusbetriebshof Stadtgrenze Langen in Betrieb genommen und 1980 der dann zentrale Omnibusbetriebshof neben der Feuerwache an der Straße Zur Hexenbrücke. Seit 1965 werden Gelenkbusse eingesetzt, seit 1966 im Einmannbetrieb.

Mit Beginn des Sommerfahrplans 1966, am 1. Juni, führte die Verkehrsgesellschaft Bremerhaven AG (VGB) die Streifenkarte und deren Selbstbedienung via Fahrschein-Entwerter ein[4].

1969 verwaltete die VGB 82 Solobusse, 12 Gelenkbusse, 13 Straßenbahn-Triebwagen und 17 Beiwagen. 17 Buslinien und eine Straßenbahnlinie wurden betrieben.

ÖPNV durch BusseBearbeiten

Der Stadtteil Leherheide, damals nur das "Alt-Leherheide" mit Einzelbebauung, erhielt eine Busanbindung Anfang der 1950er-Jahre.[5] Eine dichtere Wohnbebauung, vergleichbar mit Grünhöfe, entstand merklich erst um 1960.

Das 1. neue Wohngebiet nach dem 2. Weltkrieg mit dichter Bebauung entstand in Grünhöfe. Man entschloss sich diesen Geestemünder Ortsteil ab 1957 mit Bussen anzubinden.[6]

Mitte der 1975er-Jahre hielt auch die Ganzreklame im VGB-Busbereich Einzug. Der MAN-Gelenkbus vom Typ 890 UGM 16A, Wagen 105[7][8] war damals der Erste mit der POP-Werbung in Bremerhaven. Die beworbene Diskonter-Kette gibt es heute nicht mehr.

Damals gab's als Vorläufer zu den heutigen Nachtlinien ML/NL die Omnibuslinie N. Unter anderem wurde diese VGB-Nachtlinie am Heiligen Abend ausnahmsweise bereits ab zirka 17:30 Uhr eingesetzt.[9]

Seitdem 1982 die Straßenbahnlinie 2 eingestellt wurde, werden im gesamten Netz nur noch Busse eingesetzt. Die Straßenbahnwagen übernahm teilweise die Straßenbahn Bremen. Einige Wagen sind seit 1995/1998 bei der Straßenbahn Timișoara in Rumänien im Einsatz. Zwei Wagen besitzt der Verein Bewahrung der historischen Werte Bremerhavens und ein Zug ist im Hannoverschen Straßenbahn-Museum.

1989 bedienten 47 Gelenkbusse und 36 Standardbusse das Netz aus 13 Linien mit einer Linienlänge von 166,5 km. Es wurden 342 Mitarbeiter beschäftigt, ein rechnergestütztes Betriebsleitsystem (RBL) wurde ab 1992 installiert[10]. Ab 1990 wurde der Betrieb auf Niederflurbusse umgestellt.

Seit 2001 tragen die VGB-Linienbusse Hafenstadt-Namen, die in der ersten Tür eingeklebt werden. Die Taufe der ersten beiden Autobusse fand damals nach den tragischen Terroranschlägen, bei dem unter anderem das World Trade Center zerstört wurde, statt.[11]

2011 wurde durch BremerhavenBus ein Gebiet in und um Bremerhaven von 470,11 km² mit 324.000 Einwohnern durch 18 Linien versorgt mit einer Linienlänge von 310,48 km und 255 Haltestellen. Die Betriebsleistung betrug 60,77 Mio. Personen-Kilometer im Linienverkehr, wobei 13,67 Mio. Personen 2011 befördert wurden. Der Fahrzeugbestand belief sich auf 13 Linienbusse und 57 Linien-Gelenkbusse. Die VGB beschäftigte 202 Mitarbeiter.

FahrgastzahlenBearbeiten

Die Fahrgastzahlen beliefen sich 1882 auf 846.944 und 1892 auf 1.303.478 Personen. 1975 fuhren 25,1 Mio. Fahrgäste, 1989 noch 18 Mio. und 2011 nur noch 13,7 Mio. Personen.

LinienBearbeiten

Die meisten Linien verkehren montags bis freitags von 6 bis 19 Uhr und samstags von 9−16 Uhr im 30-Minuten-Takt, außerhalb dieser Zeiten im 40-Minuten-Takt, nach 20 Uhr grundsätzlich im Stundentakt. Während des 40-Minuten-Taktes fahren die 507 und 509 nur auf Teilabschnitten, die 508 als Anruf-Linientaxi. Beim 60-Minuten-Takt ist die Linie 503 auf die Strecke zwischen Surheide und Flötenkiel beschränkt.
Werktags fahren Busse von 5 bis gegen 0.30 Uhr, am Wochenende durchgehend. Die Hauptlinien 502 und 505/506 verkehren alle 15 Minuten, in den Nebenverkehrszeiten alle 30 Minuten, am Wochenende alle 20 Minuten. Der Schnellbus 501 verkehrt nur Mo–Fr zwischen 6 und 19.30 Uhr, die Linie 511 montags–freitags zwischen 5 und 19 Uhr durchgehend, und nach 19 Uhr und an Wochenenden nur zwischen den Haltestellen Heinrich-Plett-Straße und Parkstraße, von wo der Bus als Linie 506 weiter in Richtung Wulsdorf fährt. Der Abschnitt zum Schulzentrum Langen wird am Wochenende daher nur mit AnrufLinienTaxi bedient. Die Nachtbuslinie ML fährt samstags stündlich von 1 bis 5 Uhr und sonntags stündlich von 1 bis 7 Uhr, da die übrigen Linien sonntags erst ab 8 Uhr fahren. Das Nachtangebot wird durch die Linie NL mit zwei Fahrten um 1 und 3 Uhr ergänzt Langen, bzw. um 2 und 4 Uhr ab Wulsdorf.
In der Kreuzfahrtsaison wird das ColumbusCruiseCenter viermal täglich mit einem Shuttlebus ab Hauptbahnhof angefahren.
Zu Schulbeginn und Schulschluss werden zudem einige Verstärkerfahrten auf den Linien 501, 503, 506 und 507 angeboten und das Angebot wird durch insgesamt 23 E-Wagen (Liniennummern E01-E22; E01 fährt mit zwei Fahrten) verstärkt. Außerdem gibt es Fahrten unter der Liniennummer 509 zwischen Langen und Imsum. In den Sommermonaten gibt es zudem samstags nachmittags und sonntags Fahrten eines E-Wagen zwischen Hauptbahnhof und den Havenwelten, um die Linien 502 und 505/506 zu entlasten.

Die Linien nach dem Fahrplan 2018:

501 Schnellbus: Leherheide West – Stadtverwaltung – Stadtmitte – Hauptbahnhof – Grünhöfe – Wulsdorf, Bahnhofstr.
502 Leherheide West – Lehe – Stadtmitte – Hauptbahnhof – Grünhöfe
503 Leherheide West – Stadtverwaltung – Hauptbahnhof – Surheide
504 Hauptbahnhof – Konrad-Adenauer-Platz – Fischereihafen (– Bohmsiel)
505 Debstedt – Langen – Rotersand - Stadtmitte – Hauptbahnhof – Wulsdorf, Bohmsiel
506 Schulzentrum Langen – Rotersand – Stadtmitte – Wulsdorf, Bahnhofstr.
507 Spaden – Stadtverwaltung – Hauptbahnhof – Schiffdorf (– Bramel)
507 AnrufLinienTaxi: Spaden, Wehdener Str. – Spadener See
508 Leherheide West – Schierholz – Stadtmitte – Hauptbahnhof – Klinikum Bremerhaven
509 Imsum – Stadtverwaltung – Stadtmitte – Hauptbahnhof – Surheide
510 Hauptbahnhof – Fähranleger – Am Seedeich
511 Schnellbus: Leherheide Ost – Rotersand – Stadtmitte – Wulsdorf, Bohmsiel
512 Überseering – Lloyd-Werft – Rotersand
513 AnrufLinienTaxi: Plätternweg – Leherheide West
515 AnrufLinienTaxi: Buschkämpen – Stadtverwaltung
516 AnrufLinienTaxi: Carsten-Börger-Str. – Labradorhafen – Seewindstr.
517 AnrufLinienTaxi: Veerenholzstr. – Surheide
ML Moon-Liner[12]: Leherheide – Langen – Stadtmitte – Hauptbahnhof – Grünhöfe – Wulsdorf – Surheide – Klinikum Bremerhaven – Hauptbahnhof – Stadtmitte – Lehe – Leherheide (Ringlinie)
NL Night-Liner: Debstedt – Langen – Stadtverwaltung – Stadtmitte – Hauptbahnhof – Wulsdorf, Bohmsiel

WagenparkBearbeiten

BremerhavenBus besitzt 76 Omnibusse, davon 60 Gelenkbusse, 14 Solobusse und zwei Doppeldeckerbusse, letztere für Stadtrundfahrten (unter dem Namen HafenBus) oder für gemietete Sonderfahrten eingesetzt. Der älteste Wagen stammt aus dem Jahr 2001, der neuste ist vom Baujahr 2017.

Der Fuhrpark setzt sich aus folgenden Typen zusammen:[13]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Wilhelm Stölting: 75 Jahre Bremerhavener Straßenbahn. Hrsg.: Verkehrsgesellschaft Bremerhaven AG. 26. Juni 1956.
  2. Paul Homann: VGB-Nachrichten. 29. Juli 2018, S. Seite 483, Datum: Samstag, 13.01.2018, archiviert vom Original am 17. August 2018; abgerufen am 17. August 2018.
  3. Paul Homann: ÖPNV-Streckennetze ab 1881. S. 34, Lesezeichen 04.01.1960, abgerufen am 26. Januar 2018 (PDF; 2,1 MB).
  4. Paul Homann: Seit 50 Jahren wird der „eiserne Schaffner“ eingesetzt. Abgerufen am 26. September 2017.
  5. Paul Homann: Die Geschichte der VGB-Linien im Stadtteil Leherheide. Abgerufen am 17. Juli 2018.
  6. Paul Homann: Vor 60 Jahren: Das Neubaugebiet Grünhöfe entsteht. Abgerufen am 29. Juni 2018.
  7. flickr.com. Abgerufen am 4. November 2017.
  8. VGB-Fahrzeugliste, Chronik der Gelenkbusse auf Seite 2.
  9. Linie N (1977) am Beispiel Heiligabend. Abgerufen am 19. Dezember 2017.
  10. Paul Homann: VGB-Nachrichten. S. 108; Mi, 22.07.1992, abgerufen am 29. Juli 2017 (PDF).
  11. Paul Homann: Als die Fahrzeuge von BREMERHAVEN BUS ihre Hafenstadt-Namen erhielten… Abgerufen am 26. September 2017.
  12. Paul Homann: Das Nachtangebot der VGB und die Geschichte dazu. Abgerufen am 26. September 2017.
  13. VGB-Fahrzeugliste, Autor: Paul Homann