Breidenbach

hessische Gemeinde im Landkreis Marburg-Biedenkopf

Breidenbach ist eine Gemeinde im Westen des mittelhessischen Landkreises Marburg-Biedenkopf. Die Gemeinde ist nach dem größten Ortsteil im Zentrum der Gemeinde benannt.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Breidenbach
Breidenbach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Breidenbach hervorgehoben

Koordinaten: 50° 53′ N, 8° 27′ O

Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Marburg-Biedenkopf
Höhe: 320 m ü. NHN
Fläche: 44,83 km2
Einwohner: 6719 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 150 Einwohner je km2
Postleitzahl: 35236
Vorwahl: 06465
Kfz-Kennzeichen: MR, BID
Gemeindeschlüssel: 06 5 34 005
Gemeindegliederung: 7 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bachstraße 4–14
35236 Breidenbach
Website: www.breidenbach.de
Bürgermeister: Christoph Felkl (SPD)
Lage der Gemeinde Breidenbach im Landkreis Marburg-Biedenkopf
Münchhausen (am Christenberg)BiedenkopfBreidenbachSteffenbergAngelburgBad EndbachDautphetalGladenbachLohraFronhausenWetter (Hessen)LahntalRauschenbergWohratalCölbeWeimar (Lahn)MarburgEbsdorfergrundNeustadt (Hessen)KirchhainAmöneburgStadtallendorfNordrhein-WestfalenLandkreis Waldeck-FrankenbergSchwalm-Eder-KreisLahn-Dill-KreisLandkreis GießenVogelsbergkreisKarte
Über dieses Bild

GeografieBearbeiten

NachbargemeindenBearbeiten

Breidenbach grenzt im Norden an die Stadt Biedenkopf, im Osten an die Gemeinde Dautphetal, im Süden an die Gemeinde Steffenberg (alle drei im Landkreis Marburg-Biedenkopf), sowie im Westen an die Gemeinden Eschenburg und Dietzhölztal (beide im Lahn-Dill-Kreis), sowie an die Stadt Bad Laasphe (im Kreis Siegen-Wittgenstein in Nordrhein-Westfalen).

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde gliedert sich in die Ortsteile Achenbach, Breidenbach, Kleingladenbach, Niederdieten, Oberdieten, Wiesenbach und Wolzhausen.

GeschichteBearbeiten

Der Hauptort wurde im Jahr 913 erstmals urkundlich erwähnt und gehört damit zu den ältesten Orten der Region. Er war Hauptort des Perf-Klein-Gaues (um 800 pagus Bernaffa) und namengebend für den Breidenbacher Grund. Vermutlich wegen des ehemaligen Erzreichtums besaß Breidenbach zwei vorgeschichtliche Ringwälle.

Seit 1146 ist der Ort nachgewiesen als Sitz der Herren von Breidenbach zu Breidenstein, die hier im späten 13. Jahrhundert die heute abgegangene Burg Breidenbach errichteten und zwischen den größeren Territorialherren aus vielerlei Rechten eine stark gegliederte spätmittelalterliche Adelsherrschaft bilden konnten. Sie waren schon vor 1304 Burgmannen, später bis 1438 Amtleute in der landgräflichen Grenzfeste Biedenkopf und mussten 1496 die hessische Lehnshoheit anerkennen. Ab da gehörte Breidenbach zur Landgrafschaft Hessen, ab 1567 zu Hessen-Marburg, ab 1648 zu Hessen-Darmstadt und ab 1866 zur preußischen Provinz Hessen-Nassau.[2] Breitenbach gehörte historisch zum sogenannten „Hessischen Hinterland“.

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Breidenbach:

„Breidenbach (L. Bez. Battenberg) evangel. Pfarrdorf; liegt 5 St. von Battenberg und gehört dem Freiherrn von Breidenstein, hat 86 Häuser und 716 Einw., die außer 2 Kath. und 66 Juden evangelisch sind. Man findet ein Schloß und eine Kupferschmelze, welche die Erze von Silberg bekommt, 2 Mahlmühlen, womit 1 Oelmühle verbunden ist. – Der Ort kommt schon 913 vor. Ein Priester übergab damals seine Güter zu Breidenstein und Gladenbach, zu welchen 42 Leibeigene gehörten, dem Stifte in Weilburg, und erhielt dafür vier Kirchen, unter denen sich die von Breidenbach selbst befand. Der Ort wurde bei dieser Gelegenheit in den Gau Pernaffa und in die Grafschaft Eberhards, des fränkischen Herzogs, verlegt. Das hiesige Schloß Breidenbach trugen Gerlach und Johann von Breidenbach, 1395. dem Landgrafen Hermann zu Lehen auf. Das ehemalige Kirchengebiet überschritt noch die Grenzen des jetzigen Breidenbacher Grundes. und umfaßte 24 Orte die noch vorhanden sind, so wie 4 Orte die ausgegangen sind. Breidenbach war seit 1730 der Sitz eines Bergamts.“[3]

und zum „Grund Breidenbach“:

„Breidenbacher Grund (L. Bez. Battenberg und Gladenbach) Landstrich; umfaßt aus dem Bezirk Battenberg folgende Orte: Achenbach, Breidenbach, Breidenstein, Kleingladenbach, Niederdieten, Niederhörle, Oberdieten, Quotshausen, Wallau, Weifenbach, Wiesenbach, Welzhausen; und aus dem Bezirk Gladenbach: Frechenhausen, Gönnern, Lixfeld, Niedereisenhausen, Obereisenhausen, Oberhörle, Roth, Simmersbach und Steinperf. Diese 21 Ortschaften bilden den heutigen Grund Breidenbach, und waren bis zum Jahr 1821 dem Amt Blankenstein zugetheitt. Die Polizeigewalt, so wie die Gerichtsbarkeit in erster Instanz, steht in diesen Orten dem Staate und der Freiherrl. Familie von Breidenstein gemeinschaftlich zu, und wird auch gemeinschaftlich verwaltet. Die Bevölkerung dieses Grundes beträgt 6678 Seelen. – Von der ältern Geschichte des Breidenbacher Grundes ist wenig bekannt. In spätern Zeiten wo die Urkunden mehr Licht geben, findet man eine große Zahl Adeliger, die hier begütert waren, wie namentlich die von Hohenfels, von Diedenshausen, von Lixfeld, die Rumpfe, die von Linnen, von Selbach, die Bicken von Dernbach, u.a.m. Ihre Besitzungen waren theils Allodial- theils Lehensgüter von Hessen, Nassau, Wittgenstein. Die meisten dieser Güter finden sich später bei den Familien Breidenbach, zu Breidenstein und von Breidenbach genannt Breidenstein. Von diesen Familien fiel ein Theil der Güter in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts an die Landgrafen. Gerlach und Johann von Breidenbach trugen 1395 dem Landgrafen Hermann zu Lehen auf: den Hubenberg mit dem burglichen Bau, den sie auf semselben bauen wollten (das Schloß Breidenstein), nebst dem Gericht Melsbach, wozu die Dörfer Melsbach, Gladenbach, Wiesenbach, Achenbach, Oberdiedenau, Weifenbach und Wallau zum Theil gehörten. Andere Orte, wie Schloß Breidenbach im Dorfe Breidenbach, Wallau im Heimbach, Breidenbach vor dem Kirchhof, Niederdieten, Quotshausen, Niederhörle, die mit Ausnahme des Schlosses Breidenbach das sogenannte Erbgericht bildeten, waren wahrscheinlich alte Hessische Lehen. Im Grund Breidenbach bestanden bis auf die neuesten Zeiten 5 besondere Gerichte und zwar zu Breidenbach mit 10 Orten, zu Breidenstein, zu Lixfeld mit 4 Orten, zu Obereisenhausen und zu Roth. Ein besonderes Gericht wurde noch alle 7 Jahre bei Obereisenhausen unter freiem Himmel gehalten, bei welchem alle die Landgräflichen Leibeigenen gestraft wurden, die eine ungenossene, d.i. adelige Leibeigene geheurathet hatten.“[4]

Im Jahr 2013 wurde anlässlich der 1100 Jahrfeier von Breidenbach der Jubiläums-Aussichtsturm errichtet.[5]

Historische NamensformenBearbeiten

Historisch dokumentierte Erwähnungen des Ortes sind:[6]

  • Bredenbach (913)
  • Breidenbach (913)
  • Breidenbac (1103)
  • Breitenbach, de (1232)
  • Breydinbach (1358)
  • Bredenbach, von (1404)
  • Breydenbach (1433)

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Februar 1971 wurde im Rahmen der Gebietsreform in Hessen die Nachbargemeinde Kleingladenbach als Ortsteil eingegliedert.[7] Am 1. Juli 1974 kamen durch Landesgesetz Achenbach, Niederdieten, Oberdieten, Wiesenbach und Wolzhausen hinzu.[8][9]

Territorialgeschichte und VerwaltungBearbeiten

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Breidenbach lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[10][6][11]

BevölkerungBearbeiten

EinwohnerstrukturBearbeiten

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Breidenbach 6984 Einwohner. Darunter waren 831 (11,9 %) Ausländer, von denen 159 aus dem EU-Ausland, 635 aus anderen Europäischen Ländern und 37 aus anderen Staaten kamen.[17] Die Einwohner lebten in 2626 Haushalten. Davon waren 583 Singlehaushalte, 645 Paare ohne Kinder und 1126 Paare mit Kindern, sowie 216 Alleinerziehende und 56 Wohngemeinschaften.[18]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

 Quelle: Historisches Ortslexikon[6]

• 1577: 40 Hausgesesse
• 1630: 40 Hausgesesse. (8 zweispännige, 23 einspännige Ackerleute, 9 Einläuftige. (mit Witwen))
• 1677: 35 Männer, 2 Witwen, 7 Jungmannschaften, 10 ledige Mannschaften
• 1742: 109 Haushalte
• 1791: 527 Einwohner[19]
• 1800: 475 Einwohner[20]
• 1806: 521 Einwohner, 81 Häuser[15]
• 1829: 716 Einwohner, 86 Häuser[3]
Breidenbach: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2015
Jahr  Einwohner
1791
  
527
1800
  
475
1806
  
521
1829
  
716
1834
  
764
1840
  
777
1846
  
819
1852
  
763
1858
  
743
1864
  
669
1871
  
656
1875
  
734
1885
  
698
1895
  
714
1905
  
779
1910
  
816
1925
  
1.012
1939
  
1.127
1946
  
1.644
1950
  
1.734
1956
  
1.869
1961
  
2.196
1967
  
2.513
1972
  
3.090
1975
  
6.190
1980
  
6.242
1985
  
6.169
1990
  
6.400
1995
  
6.700
2000
  
6.924
2005
  
7.013
2010
  
6.871
2011
  
6.984
2015
  
6.818
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [6][21]; 1972:[22]; ab 1975:[23]; Zensus 2011[17]
Ab 1972 einschließlich der im Zuge der Gebietsreform in Hessen eingegliederten Orte.

ReligionszugehörigkeitBearbeiten

 Quelle: Historisches Ortslexikon[6]

• 1830: 0648 evangelische, 2 römisch-katholische, 66 jüdische Einwohner
• 1885: 0615 evangelische, 11 katholische und 72  jüdische Einwohner
• 1961: 1657 evangelische (= 75,46 %), 495 römisch-katholische (= 22,54 %) Einwohner
• 2011: 3497 evangelische (= 50,1 %), 670 katholische (= 9,6 %), 2817 sonstige (= 40,3 %) Einwohner[24]

ErwerbstätigkeitBearbeiten

 Quelle: Historisches Ortslexikon[6]

• 1867: Erwerbspersonen: 134 Landwirtschaft, 1 Forstwirtschaft, 36 Gewerbe und Industrie, 21 Handel, 6 Verkehr, 2 Gesundheitspflege, 2 Erziehung und Unterricht, 2 Kirche und Gottesdienst, 2 Staatsverwaltung, 1 Gemeindeverwaltung, 3 Personen ohne Berufsausübung.
• 1961: Erwerbspersonen: 202 Land- und Forstwirtschaft, 717 produzierendes Gewerbe, 79 Handel und Verkehr, 76 Dienstleistungen und Sonstiges.

ReligionBearbeiten

 
Ev. Pfarrkirche

In Breidenbach gibt es eine ev. Kirche im Kernort und je eine ev. Kirche in Achenbach, Kleingladenbach, Niederdieten, Oberdieten und Wolzhausen. Die Maria-Himmelfahrt-Kirche in Breidenbach ist römisch-katholisch.[25] Darüber hinaus befindet sich in Breidenbach eine Moschee des türkisch-islamischen Vereins DITIB.[26]

PolitikBearbeiten

GemeindevertretungBearbeiten

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[27] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[28][29]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
   
Insgesamt 27 Sitze
  • SPD: 10
  • CDU: 9
  • BL: 8
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 35,8 10 43,5 12 41,0 11 46,8 14
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 33,2 9 35,2 9 40,1 11 35,1 11
BL Bürgerliste 31,0 8 21,4 6 18,9 5 18,1 6
Gesamt 100,0 27 100,0 27 100,0 27 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 42,6 46,3 43,3 49,4

BürgermeisterBearbeiten

Werner Reitz (SPD) wurde am 22. Oktober 2000 mit 59,7 % der Stimmen und am 15. Oktober 2006 erneut zum Bürgermeister gewählt. Am 28. Oktober 2012 wurde Christoph Felkl (SPD) mit 61 % der Stimmen zum Bürgermeister gewählt. Ortsvorsteher ist derzeit Björn Meier.[30]

WappenBearbeiten

Das Wappen der Ortsgemeinde Breidenbach wurde im Zuge der Gebietsreform 1974 auch das Wappen der Großgemeinde.

  Blasonierung: „In Silber ein breiter, schräglinks verlaufender, blauer Wellenbalken (Bach), belegt mit einem doppelten runden goldenen Wolfseisen, entlehnt dem Wappen der Herren von Breidenbach zu Breidenstein.“

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

FlächennutzungBearbeiten

Das Gemeindegebiet umfasst 2015 eine Gesamtfläche von 4483 Hektar, davon entfallen in ha auf:[23]

Nutzungsart 2011 2015
Gebäude- und Freifläche 288 283
davon Wohnen 148 144
Gewerbe 53 54
Betriebsfläche 71 75
davon Abbauland 33 33
Erholungsfläche 51 57
davon Grünanlage 33 37
Verkehrsfläche 404 403
Landwirtschaftsfläche 1249 1234
davon Moor 0 0
Heide 0 0
Waldfläche 2328 2337
Wasserfläche 38 40
Sonstige Nutzung 54 54

EinkaufenBearbeiten

Die Kerngemeinde Breidenbach ist ein gut entwickelter, industriereicher Ort. Eine Vielzahl von Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten machen Breidenbach zum Zentrum der Gemeinde und der umliegenden Ortschaften.

IndustrieBearbeiten

Breidenbach verfügt über ein Industriegebiet (Industriegebiet West), in dem mittelständische Unternehmen wie z. B. Weber Maschinenbau oder Christmann & Pfeifer angesiedelt sind. Mit der Buderus Guss GmbH hat eine Bremsscheiben-Fertigungsstätte des ehemaligen Großkonzerns Buderus dort ihren Sitz. Im Ortsteil Oberdieten entsteht zurzeit das neue Gewerbegebiet „Auf dem Eberbach“. Die Kerngemeinde Breidenbach beschäftigt über 2.600 Arbeitnehmer.

EnergieBearbeiten

 
Breidenbach mit Windparks Schwarzen- und Weißenberg im Hintergrund

Im Gebiet des Steinbruches Oberdieten wurden bereits 1995 drei Windräder errichtet. Während eines Repowerings jeweils 2011 und 2013 wurden zwei 3-MW-Windräder aufgestellt.

Im November 2015 genehmigte das Regierungspräsidium den Bau von neun Windenergieanlagen mit jeweils 2,4 MW zwischen Biedenkopf und Breidenbach. Das Projekt trägt den Namen „Windpark Schwarzenberg“. Zusammen mit dem Windpark Weißenberg im Gemeindegebiet von Dautphetal sollen die Anlagen eine „Windfarm“ bilden.[31]

SportstättenBearbeiten

Breidenbach besitzt zahlreiche Sportstätten, davon allein drei Sportplätze in der Kerngemeinde. Diese sind im Allgemeinen frei zugänglich und kostenlos nutzbar. Die Kerngemeinde bietet zwei Turnhallen, eine Kleinsporthalle und die Perftalhalle und in allen Ortsteilen zumindest einen Bolz- bzw. Fußballplatz. Im Ortsteil Niederdieten gibt es ein Freibad und in Kleingladenbach findet sich außerdem noch eine Skilaufbahn mit Skilift, weshalb die Gemeinde für Touristen attraktiv wird.

VerkehrBearbeiten

StraßenverkehrBearbeiten

Durch das Gemeindegebiet führt die Bundesstraße 253, von welcher zahlreiche Landes- und Kreisstraßen die einzelnen Gemeindeteile verbinden. Aufgrund der erheblichen Verkehrsbelastung durch den Ort plant Hessen Mobil eine Umgehungsstraße. Der erste Teil ist als Kreisstraße 107 bereits fertiggestellt. Diese leitet den Verkehr des Ortsteiles Kleingladenbach und des Gewerbegebietes von Norden kommend westlich am Ort vorbei und mündet in einen Kreisverkehr der bisherigen Straße nach Kleingladenbach. Von diesem Kreisverkehr soll die Umgehungsstraße zum südlichen Ortseingang führen.[32]

Öffentliche VerkehrsmittelBearbeiten

Breidenbach ist mit Bussen an das ÖPNV-Netz des RMV angebunden. Folgende Linien fahren die Gemeinde an:

  • 491: Dillenburg–Niedereisenhausen–Biedenkopf (und zurück)
  • MR-52: Biedenkopf–Friedensdorf–Niedereisenhausen-Biedenkopf (und zurück)
  • MR-55: Niedereisenhausen–Breidenbach–Wolzhausen–Friedensdorf

Der Bahnhof Breidenbach lag an der Scheldetalbahn. Im Mai 1987 wurde der Personenverkehr eingestellt; im Dezember 2002 auch der Güterverkehr. Inzwischen ist die Bahnstrecke stillgelegt und abgebaut.

SchulenBearbeiten

Breidenbach besitzt folgende Schulen:

  • Breidenbach: Grundschule, Förderstufe und Hauptschule
  • Oberdieten: Grundschule
  • Wolzhausen: Grundschule

KindergärtenBearbeiten

Breidenbach besitzt in folgenden Ortsteilen Kindergärten:

  • Breidenbach (zwei Kindergärten)
  • Oberdieten (evangelischer Kindergarten)

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Karl Huth: Breidenbach: Mittelpunkt einer historischen Kleinlandschaft. Wetzlarer Verlags-Druckerei, Wetzlar 1963.
  • Karl Huth: Die Gemeinde Breidenbach und ihre 7 Ortsteile im Wandel der Jahrhunderte. Hrsg.: Gemeindevorstand der Gemeinde Breidenbach. 1982.
  • Literatur über Breidenbach in der Hessischen Bibliographie

WeblinksBearbeiten

Commons: Breidenbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

AnmerkungenBearbeiten

  1. Bis 1823 Patrimonialgericht Grund Breidenbach; 1923: Trennung von Justiz (Landgericht Biedenkopf) und Verwaltung.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerungsstand am 31.12.2019 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011)  (Hilfe dazu).
  2. Handbuch der historischen Stätten Deutschlands, Hessen, 3. überarbeitete Aufl., S. 61
  3. a b Georg Wilhelm Justin Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Oberhessen. Band 3. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt August 1830, OCLC 312528126, S. 34 f. (Online bei google books).
  4. Georg Wilhelm Justin Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Oberhessen. Band 3. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt August 1830, OCLC 312528126, S. 35 f. (Online bei google books).
  5. Jubiläums-Aussichtsturm in Breidenbach auf der Webseite der Gemeinde Breidenbach
  6. a b c d e f Breidenbach, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 4. Juni 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  7. Gemeindegebietsreform: Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 20. Januar 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 6, S. 248, Punkt 328, Abs. 52 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,2 MB]).
  8. Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Biedenkopf und Marburg und der Stadt Marburg (Lahn) (GVBl. II 330-27) vom 12. März 1974. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 9, S. 154, § 15 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 3,0 MB]).
  9. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 350–351.
  10. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  11. Grossherzogliche Centralstelle für die Landesstatistik (Hrsg.): Beiträge zur Statistik des Großherzogtums Hessen. Band 13. G. Jonghause's Hofbuchhandlung, Darmstadt 1872, DNB 013163434, OCLC 162730471, S. 12 ff. (Online bei google books).
  12. Die Zugehörigkeit des Amtes Blankenstein anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: Hessen-Marburg 1567–1604., Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt 1604–1638. und Hessen-Darmstadt 1567–1866.
  13. Wilhelm von der Nahmer: Handbuch des Rheinischen Particular-Rechts: Entwickelung der Territorial- und Verfassungsverhältnisse der deutschen Staaten an beiden Ufern des Rheins : vom ersten Beginnen der französischen Revolution bis in die neueste Zeit. Band 3. Sauerländer, Frankfurt am Main 1832, OCLC 165696316, S. 7, 430 (Online bei google books).
  14. a b Grossherzogliche Centralstelle für die Landesstatistik (Hrsg.): Beiträge zur Statistik des Großherzogtums Hessen. Band 13. G. Jonghause's Hofbuchhandlung, Darmstadt 1872, DNB 013163434, OCLC 162730471, S. 27 ff., § 40 Punkt 6c) (Online bei google books).
  15. a b Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 246 (Online in der HathiTrust digital library).
  16. Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 416 (online bei Google Books).
  17. a b Bevölkerung nach Staatsangehörigkeitsgruppen: Breidenbach. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Februar 2020.
  18. Haushalte nach Familien: Breidenbach. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Februar 2020.
  19. Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 189 (Online in der HathiTrust digital library).
  20. Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 202 (Online in der HathiTrust digital library).
  21. Gemeindedatenblatt: Breidenbach. (PDF; 222 kB) In: Hessisches Gemeindelexikon. HA Hessen Agentur GmbH;
  22. Kommunalwahlen 1972; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 4. August 1972. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 33, S. 1424, Punkt 1025 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,9 MB]).
  23. a b Hessisches Statistisches Informationssystem In: Statistik.Hessen.
  24. Religionszugehörigkeit: Breidenbach. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Februar 2020.
  25. Pfarrkirche Breidenbach (Memento des Originals vom 16. August 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.pastoraler-raum-biedenkopf.de auf Pastoraler Raum Biedenkopf, abgerufen im August 2017.
  26. DITIB Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V. Abgerufen am 6. Mai 2020.
  27. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2016.
  28. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  29. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  30. Ortsbeiräte Breidenbach. Abgerufen am 6. November 2019.
  31. Regierungspräsident genehmigt Windanlagen. In: Siegener Zeitung. Ausgabe Wittgenstein. 24. November 2015, S. 7.
  32. Marburg-Biedenkopf - Breidenbach - B 253 - Ortsumgehung. (Nicht mehr online verfügbar.) mobil.hessen.de, archiviert vom Original am 5. März 2016; abgerufen am 3. März 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/mobil.hessen.de